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Choreos und Unterbrechungen beim Hamburger Derby

© imago

Beim 4:0 gegen den FC St. Pauli feierte der Hamburger SV am Sonntag einen überraschend deutlichen Derbysieg. Vor 29.226 Zuschauern im ausverkauften Millerntor zeigten beide Fanlager Choreos und zündeten Pyrotechnik. Mehrmals musste das Spiel unterbrochen werden, in der Schlussphase stand sogar ein Abbruch im Raum.

Vier Unterbrechungen

"Sankt Pauli – Vom Wahnsinn besessen" lautete das Motto der Choreo auf der Südtribüne, passend dazu war ein riesiger Totenkopf zu sehen. Anschließend wurden Fahnen geschwenkt und Raketen abgefeuert. Auf der Gegengerade wurde derweil eine riesige Blockfahne mit der Aufschrift "Hamburg ist braun weiß" nach oben gezogen.

Die rund 3.000 HSV-Fans im Gästeblock zeigten eine Fahnen-Choreo und zündeten unmittelbar nach Anpfiff Pyrotechnik. Schiedsrichter Dr. Felix Brych unterbrach die Partie daraufhin erstmals, zwei weitere Unterbrechungen aufgrund von Pyrotechnik in den Fanblöcken folgten im Laufe des Spiels, ehe Brych die Mannschaften bei einer vierten Unterbrechung in der 83. Minute für fünf Minuten in die Kabine schickte. Zu diesem Zeitpunkt stand das Derby vor dem Abbruch, zumal im Pauli-Block geklaute HSV-Banner in Brand gesteckt wurden. Eine Aktion, die die eigenen Anhänger auf der Gegengerade mit "Ihr seid scheiße, wie der HSV!" quittierten. In der Folge flogen Pyro-Geschosse aus dem Ultra-Block in Richtung der Gegengerade.

"Einen Bärendienst erwiesen"

"Das war schon an der Grenze. Ich habe so etwas selten erlebt. Es ist meine Aufgabe, alle Mittel auszuschöpfen", erklärte der Unparteiische nach Spielende bei "Sky" und stellte klar: "Wenn ich die Mannschaften in die Kabinen schicke, ist das die letzte Warnung und mein letztes Mittel." Letztlich konnte die Partie aber regulär zu Ende gebracht werden.

Pauli-Geschäftsführer Andreas Rettig kritisierte das Verhalten von Teilen der eigenen Anhängerschaft: "Ich kann mich nur entschuldigen. Was hier passiert, geht zu weit, das ist eine Selbstinszenierung einiger Leute. Da haben uns einige einen Bärendienst erwiesen." Zudem sprach Rettig von einer "tiefen Narbe, die einige dem Verein heute zugefügt haben".

HSV-Bus mit Flasche beworfen

Auch Präsident Oke Göttlich war bedient: "Erst einmal muss ich mich bei allen Zuschauerinnen und Zuschauern entschuldigen, was heute passiert ist. Es war nicht nur eine Niederlage auf dem Feld, sondern auch drumherum. Wie ich im Vorfeld bereits gesagt habe, kann man Pyrotechnik nicht verhindern. Es war aber zu viel. Der Frust sitzt tief, die Derby-Niederlage schmerzt uns alle sehr."

HSV-Coach Hannes Wolf war von den Pyro-Aktionen ebenfalls wenig angetan: "Ich bin sehr nervös geworden, als einer von uns beim Stand von 4:0 noch mal Pyro angezündet hat." Vor der Partie sei der Mannschaftsbus des Bundesliga-Absteigers zudem mit einer halbvollen Glasflasche beworfen worden. Beide Vereine müssen nun mit einer empfindlichen Geldstrafe rechnen.