Darmstadt 98 nach dem 0:0 gegen Fürth: #Läuftbeidir

Das dritte Mal steht die Null. Sowohl vorne als auch hinten. Der SV Darmstadt 98 hat auch im Duell mit Greuther Fürth gepunktet, wiederum mit einem 0:0. Und das dritte Mal in Folge sprachen die Trainer im Nachhinein von einem „von der Taktik geprägten Spiel“, was im Grunde die nette Umschreibung für ein extrem langweiliges, zähes Spiel an der Grenze des Zumutbaren ist. In der Tat, dieses Unentschieden war nach den Partien in Kaiserslautern und gegen Karlsruhe die bisherige Krönung der gegenseitigen Neutralisierung: Kaum Torchancen, viele Fehlpässe, in der Luft hängende Stürmer. Dafür gibt es einen guten Grund: Die Gegner stellen sich zunehmend auf die aggressive und auf schnellem Umschalten basierende Spielweise der „Lilien“ ein, setzen ihrerseits oftmals auf eine massive Deckung.

Kaum Torchancen, Abwehrreihen dominieren

Doch so konsequent wie Greuther Fürth hat dies auch noch kein Gegner in dieser Saison geschafft. Darmstadt-Stürmer Dominik Stroh-Engel wurde über die gesamte Spieldauer von zwei Fürthern bewacht, das Mittelfeld „dicht“, die Abwehrspieler wurden von den Gästen früh angegangen, sodass lange Bälle das meist genutzte Mittel darstellten. Auffällig auch, dass die Außen Tobias Kempe und Marcel Heller nicht wie gewohnt in Szene gesetzt werden konnten. Die wenigen gelungenen Male versprachen dann vor allem über Heller Gefahr, doch seine mit dem Außenrist gespielte Flanke touchierte lediglich die Latte (57.). Auf der anderen Seite traf Fürth zwar ins Tor, doch hatte Goran Sukalo bei Benedikt Röckers Kopfball im Abseits gestanden und aktiv ins Geschehen eingegriffen, der Treffer zählte also zurecht nicht (65.). Robert Zulj hatte kurz vor Schluss noch die große Gelegenheit zum Fürther-Siegtreffer, vergab diese jedoch klar. Das war es bereits mit den erwähnenswerten Offensivaktionen der Partie. Schön war das alles nicht. Schlimm ist dies aus Darmstädter Sicht jedoch auch nicht.

Darmstadt seit sieben Partien ungeschlagen

Rückblende: Der Kader wurde vor der Saison als zu schwach bewertet, die Südhessen galten in vielen Prognosen als erster sicherer Absteiger. Das Team ist mit einem Durchschnittsalter von 25,7 Jahren zwar nicht das jüngste, dennoch passt das Jugendwort des Jahres 2014 „Läuft bei dir“ (welches streng genommen eigentlich ein Satz ist) perfekt auf die derzeitige Situation des SV Darmstadt 98 – auch oder gerade trotz dieser drei eher unattraktiven Unentschieden in Folge. Auch in schweren Spielen punkten die Südhessen, die Saison ist mehr als nur erfolgreich: Nach diesem sechzehnten Spieltag stehen die „Lilien“ auf Rang vier, 26 Zähler wurden bereits geholt – zusätzlich ist Darmstadt seit sieben Partien ungeschlagen. „Wir sind stolz auf unsere Serie“, sagt auch Stürmer Marco „Toni“ Sailer, und schiebt die eigentliche Zielsetzung direkt hinterher: „Wir nehmen den Punkt mit und nähern uns weiter den angestrebten 40.“ Erst wenn diese erreicht sind und damit der Klassenerhalt gesichert ist, wird am Böllenfalltor durchgeatmet werden – und der zweitplatzierte Ausdruck der Jugendwort-Wahl zum Tragen kommen: „Gönn dir“.

FOTO: Claus Krentscher

 

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