Darmstadt 98 startet mit 0:0 in Aalen: Ein Punkt im Frost
Nach Abpfiff leerte sich die Aalener Scholz-Arena in Windeseile. Die Zuschauer hatten gerade einem torlosen Unentschieden bei kernigen Minusgraden beigewohnt, in einem Spiel das verhältnismäßig wenig Grund zur Erhitzung gab. Kein Wunder also, dass die meisten der etwa 5200 Hartgesottenen schnellstens ins Warme wollten. Abgesehen von Milan Ivanas Schuss auf die lange Ecke in der 17. Minute und zwei Aluminiumtreffern (Leon Baloguns Kopfball an den Pfosten (70.) und Marcel Hellers Schuss an die Latte in der 88. Minute) gab es auf Gästeseite wenig zwingendes zu notieren, auch Aalen kam durch Orhan Ademi (48.) und Alexander Ludwig (61.) lediglich zu zwei nennenswerten Abschlüssen.
Ansonsten gab es, wie es Darmstadts Jerôme Gondorf ausdrückt, viel „Kampf und Krampf“ zu sehen: Die „Lilien“ waren bemüht trotz des gefrorenen Spielfelds so etwas wie Spielkultur aufzuziehen, aber so manch vielversprechender Pass kam aufgrund der Platzverhältnisse nicht an. Aalen hielt mit viel Körpereinsatz dagegen und suchte immer wieder Zugang Ademi in vorderster Front. Der soll in den verbleibenden Partien das schwache Offensivspiel des VfR beleben, der Ex-Braunschweiger deutete sein Potenzial auch immer wieder an. „Er ist ein unangenehmer Gegenspieler, der seinen Körper gekonnt einsetzt und immer für ein Tor gut ist“, sagt „Lilien“-Linksverteidiger Fabian Holland, der sich mit Ademi während der Partie mehrere intensive Zweikämpfe lieferte. Die Abwehr der Südhessen hatte ihn und das gesamte Aalener Offensivspiel aber über weite Strecken im Griff, lediglich in den 20 Minuten nach der Pause gelang des den Gastgebern Druck aufzubauen. Ein Tor sprang dabei freilich nicht heraus, stattdessen hatte Darmstadt zweimal Pech. „Einmal Pfosten, einmal Latte – das ist natürlich irgendwie bitter, aber wir können mit dem Punkt gut leben“ sagt Fabian Holland. „Wir hätten gewinnen können, aber man auch sehen, dass es das erste Spiel nach der Winterpause mit sehr schwierigen Bedingungen war“, fügt Jerôme Gondorf hinzu.
So waren auch die Einwechslungen der Darmstädter Zugänge Rosenthal und Stark Highlights für die frierenden Gästefans. Jan Rosenthal wurde in der 55. Minute für Milan Ivana eingewechselt und bereitete den Lattentreffer von Marcel Heller mit einem klugen Pass vor. Ansonsten zeigte der erfahrene Offensiv-Allrounder seine technischen Fertigkeiten, hing aufgrund der wenigen gemeinsamen Trainingseinheiten aber naturgemäß noch etwas in der Luft.
Yannick Stark blieben knapp zwanzig Minuten Spielzeit, die er mit beherztem Zweikampfverhalten anging. Für Stark musste Hanno Behrens weichen. Ob dies lediglich der Spielsituation geschuldet war oder Trainer Dirk Schuster Stark generell eher an der Seite von Florian Jungwirth sieht, werden die anstehenden Partien zeigen. Unterm Strich steht nun für beide Teams ein Punkt, das zugehörige Spiel wird schnell abgehakt werden.