Darmstadt besiegt Berlin mit 5:0: Superlative in Blau-Weiß

Die geeigneten Worte gehen langsam aus in Südhessen. 5:0 schickten die Lilien Union Berlin nach Hause, Darmstadt belegt somit weiterhin Rang zwei. Sechzehn Spiele ist das Team von Dirk Schuster in Folge ungeschlagen, die Gäste aus Berlin konnten die Hausherren zu keiner Zeit der Partie in Bedrängnis bringen. Darmstadt präsentierte sich von Anfang an zielstrebig in der Offensive, die quirligen Marco Sailer, Milan Ivana und Marcel Heller kombinierten sich immer wieder ballsicher durch die gegnerische Hälfte. Dieses Element hatte in einigen der letzten Begegnungen etwas gefehlt, an diesem Freitagabend aber gab es für die „Lilien“ nur den Vorwärtsgang.
Rote Karte für Amsif
Der gut ins Spiel eingebundene Ronny König hatte in der 22. Minute die erste große Gelegenheit, verpasste das Tor nach Vorlage von Heller aber knapp. So war es Leon Balogun vorbehalten, nach einem Freistoß von Milan Ivana das 1:0 zu köpfen (34.). Auch danach blieben die Lilien weiter dran, Berlin brachte offensiv nichts zustande, da Topstürmer Sebastian Polter bei Aytac Sulu und Romain Brégerie völlig abgemeldet war.
Kurz vor der Halbzeit sah Union-Torhüter Mohammed Amsif die Rote Karte, da er Marco Sailer im Strafraum von den Beinen holte. Romain Brégerie verwandelte den Elfmeter gegen den eingewechselten Daniel Haas sicher. Dies war sicher der Knackpunkt der Partie, kurz vor der Pause der doppelte Nackenschlag für Berlin. Union ließ sich nach der Pause jedoch nicht hängen und versuchte weiter dagegen zu halten, aber Polters Schuss sauste am Tor vorbei (52.). Darmstadt machte dagegen durch Milan Ivana in der 58. Minute alles klar: Einen Balogun-Einwurf verlängerte König auf Sailer, der köpfte wiederum zu Ivana weiter. Der Flügelspieler ließ sich diese Chance nicht entgehen und überwand Haas zum 3:0, der verdiente Lohn für Ivanas gute Leistung an diesem Abend.
„Ein absolut verdienter Sieg“
Danach war die Luft etwas raus, doch ab der 80. Minute explodierte das Stadion am Böllenfalltor förmlich: Aytac Sulu köpfte eine Heller-Flanke zum 4:0 ein, drei Minuten später sorgte der Kapitän nach einer Stegmayer-Ecke wieder per Kopf für das 5:0 – und damit für die völlige Ekstase bei den Lilien-Fans. Kurz darauf war Schluss, freudige Gesichter allenthalben. „Das war ein absolut verdienter Sieg, von der ersten Minute hat man gemerkt, dass wir das Spiel unbedingt gewinnen wollten“, so Ronny König treffend. Diese Gier auf den Erfolg ist ein zentraler Bestandteil der Philosophie von Dirk Schuster, genauso wie nur von Spiel zu Spiel zu denken. „Wir sind in der vergangenen Saison gut damit gefahren, warum sollten wir daran etwas ändern“, so Jerôme Gondorf. Das muss sich für die Konkurrenz angesichts der beständigen Leistungen der Lilien fast schon wie eine Drohung anhören.
FOTO: Claus Krentscher