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"Werden niemals aufgeben" – Darmstadt nach verpatzter Chance

IMAGO / Jan Huebner

Eigentlich wäre für Darmstadt 98 am Freitagabend alles angerichtet gewesen: Eine Mannschaft in Vollbesetzung. Ein 6:0-Sieg vom letzten Wochenende im Rücken. Eine Spielansetzung, in der die Lilien als einziges Spitzenteam am Freitag hätten vorlegen können. Und letztlich eine Kulisse mit über 30.000 Zuschauern in der Düsseldorfer Merkur-Spiel-Arena. Doch die Lieberknecht-Elf verpatzte die Anfangsphase und damit auch das Spiel.

"Zu Beginn der Partie mit den Nerven zu kämpfen gehabt"

Der Frust war groß gewesen und dürfte auch in der ersten Nacht nach der 1:2-Niederlage nicht gewichen sein. Trainer Torsten Lieberknecht sprach von vielen Tränen, die er bei seinen Jungs nach dem Abpfiff gesehen hatte. Nur allzu verständlich, schließlich vergaben die Lilien am Freitagabend die riesen Chance im Aufstiegsrennen vorzulegen und zumindest für eine Nacht sogar an die Tabellenspitze zu klettern. Auf der Suche nach Erklärungen wurde schnell die Anfangsphase ausgemacht, in der das Team nicht in die Zweikämpfe kam und das "Anlaufverhalten nicht funktionierte". Schnell stand es 2:0 und man lief der Musik hinterher.

War das Team dem nervlichen Druck nicht gewachsen? Lieberknecht macht dies als entscheidende Ursache aus, warum man nicht ins Spiel fand. Dass es seine Elf besser kann, bewies sie nach einigen Umstellungen im Fortverlauf des Spiels. Allein ein zweites und drittes Tor fehlten trotz Darmstädter Drangphase in Hälfte 2. Dennoch war Lieberknecht stolz über den Auftritt: "In der zweiten Halbzeit hat die Mannschaft eine Wahnsinnsleistung gezeigt und die Fortuna an die Wand gespielt."

Letzte Chance im Heimspiel gegen Paderborn

Nun bedeutete die gestrige Niederlage nicht gleich das Ende aller Träume, mindestens aber einen empfindlichen Nackenschlag in der vorletzten Runde. Dies ist umso bitterer, da die Konkurrenz am Samstag und Sonntag gleichziehen (St. Pauli) oder die Darmstädter in der Tabelle überflügeln kann (Bremen, HSV). Werden die Lieberknecht-Jungs darum ein trauriges Wochenende auf der Couch fristen? Schlüsselspieler wie Phillip Tietz waren nach der Partie sichtlich bemüht, den Blick nach vorne zu richten: "Wir werden die Köpfe nicht hängen lassen, es bleibt noch ein Spiel."

Auch Kapitän Fabian Holland zeigte sich kämpferisch: "Die Unterstützung der Fans gibt uns jetzt direkt wieder Kraft. Wir waren in dieser Saison immer wieder da, wenn uns alle schon abgeschrieben haben." In der Tat liegt die letzte vergleichbare Situation nur wenige Wochen zurück, als die Lilien nach 28 Spielen auf dem 2. Platz rangierten, sich in den folgenden Partien zwei Niederlagen leisteten, um anschließend auf St. Pauli (2:1) und gegen Aue (6:0) zurückzukommen. Der vorerst letzte heiße Tanz steigt nächste Woche Sonntag gegen Paderborn am heimischen Böllenfalltor. Und das ohne Vorkämpfer Klaus Gjasula (nach Gelbrot in der Schlussphase), aber mit "vollem Herz und Leidenschaft", so Holland. Der Drang nach Wiedergutmachung war spürbar.