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Darmstadts Schuster: "Natürlich ist es Abstiegskampf"

Mit einer krachenden 2:6-Niederlage gegen Paderborn verabschiedet sich der SV Darmstadt 98 in die Winterpause. Der Trainer wählt drastische Worte und kritisiert das Verhalten seiner Mannschaft.

Eklatante Defensivfehler

So hatten sich das die Darmstädter sicher nicht vorgestellt: Statt mit 22 Punkten entspannte Weihnachtfeiertage zu genießen, setzte es eine böse Klatsche in Paderborn. Besonders das Abwehrverhalten in den letzten 20 Minuten bereitete Trainer Dirk Schuster Kopfschmerzen. Sein Team hatte zweimal einen Rückstand ausgeglichen. "Direkt nach dem 2:2 hatten wir wirklich eine gute Phase. Dann fällt ein dummes Gegentor und unser Spiel geht den Bach runter", ärgerte sich Immanuel Höhn auf der Vereinswebsite. Er sprach das 3:2 durch Bernard Tekpetey an (75.), dem eine furiose Schlussphase folgen sollte. "Nach dem 2:3 sind wird komplett auseinandergebrochen und haben dumme Gegentore bekommen". Exemplarisch für die defensiven Ungereimtheiten stand das 4:2 von Sven Michel, der per Außenrist aus 40 Metern den viel zu weit vor dem Tor postierten Daniel Heuer Fernandes überwinden konnte (77.). Auch bei den letzten beiden Toren des SCP zeigte die Darmstädter Abwehr Auflösungserscheinungen.

"Das war teilweise Slapstick"

"Wir haben bei allen Toren fleißig mitgeholfen, das war teilweise Slapstick", zeigte sich Schuster frustriert. "Das hinterlässt kein gutes Gefühl und wir sind jetzt gut beraten in die genaue Analyse des Spiels und der Vorrunde zu gehen. Jeder muss sich hinterfragen – auch wir – was er besser machen kann. Wir müssen jetzt den Resetknopf drücken". Obwohl sein Team nach wie vor sechs Punkte Vorsprung auf den MSV Duisburg auf Platz 16 hat, ist für den 50-Jährigen Coach die Situation klar: "Natürlich ist es Abstiegskampf, wenn man nach 18 Spieltagen 19 Punkte hat". Mit bereits 33 Gegentoren ist die größte Baustelle schnell ausgemacht. "Wenn man jedes Mal vier schießen muss, weil man immer drei kriegt – das geht auf Dauer nicht gut", so Schuster. In den letzten sieben Ligaspielen mussten die Lilien immer mindestens ein Gegentor hinnehmen und gewannen in diesem Zeitraum nur einmal.

Mit Neuzugängen in die Restrückrunde?

Die Hessen gehen nun also mit einem Negativerlebnis ins neue Jahr. "Wir hätten uns natürlich einen besseren Abschluss gewünscht", trauert auch Fabian Holland der verpassten Chance hinterher. Mit St. Pauli wartet direkt nach der Winterpause ein Hochkaräter, danach kommt es zu einem richtungsweisenden Spiel gegen Duisburg. Bis dahin muss einiges verbessert werden, vor allem das Abwehrverhalten. Laut "kicker" sind auch Neuverpflichtungen, besonders auf der Position des Rechtsverteidigers und im defensiven Mittelfeld, im Winter ein Thema.