"Das ist eine Mondlandung": SVE feiert den Aufstieg ins Oberhaus

Vor einem Jahr scheiterte die SV Elversberg in der Bundesliga-Relegation, doch dieses Mal hielt keiner mehr die Saarländer auf. Nach einem 3:0-Sieg im Heimspiel gegen Münster stand fest, dass die Mannschaft von Cheftrainer Vincent Wagner deutsche Fußballgeschichte schreiben wird. Die SVE wird der 59. Bundesligist, was für endlose Freude an der Kaiserlinde sorgte.

"Habe selbst stark daran gezweifelt"

Das direkte Duell mit Paderborn gewann Elversberg fulminant mit 5:1, um nur eine Woche darauf mit 1:3 gegen den heutigen Absteiger Fortuna Düsseldorf zu verlieren. Die Ausgangslage vor dem letzten Auftritt war komfortabel, aber längst nicht sicher. "Da war so ein Druck auf dem Kessel. Und in den ersten Minuten dachte ich, dass wir auch ganz schön nervös sind", erklärte Tom Zimmerschied nach Abpfiff bei "Sky". Doch das andauernde Grinsen verriet schon, dass die SV Elversberg die Sensation gepackt hatte - und die Saarländer schossen sich mit drei Toren gegen Münster in die Beletage.

"Frankfurt, Stuttgart, München, Dortmund. Wenn man da überall gespielt hat, dann kann man stolz auf sich sein", freute sich Zimmerschied auf das, was nun vor der kleinen Gemeinde Spiesen-Elversberg lag. Und das, obwohl nach der gescheiterten Bundesliga-Relegation vor einem Jahr alles gegen die SVE sprach. "Das ist eine Wahnsinnsreise von diesem Scheitern bis heute. Ich habe auch stark daran gezweifelt, wie es diese Saison laufen wird. Aber das ist phänomenal", so Zimmerschied.

"Wie ein Flug zum Mond"

Sahin weg, Fellhauer weg, Neubauer weg, Asllani weg, Baum weg, Damar weg - und nicht zuletzt auch Erfolgstrainer Horst Steffen. In Laufe dieser Saison folgte der Winter-Abgang von Top-Torjäger Younes Ebnoutalib, kurz vor Saisonende dann noch der Abschied von Sportvorstand Nils-Ole Book. Aber am Ende stand Cheftrainer Vincent Wagner inmitten der Feierlichkeiten und zuckte mit den Schultern. "Also ich bin relativ entspannt. Für meine Verhältnisse sogar ein bisschen aufgeregt", schmunzelte der 40-Jährige mit einer Seelenruhe, bei der er noch eine Hand in die Tasche steckte.

Wagner ließ den letzten Auftritt seiner Mannschaft genauso sacken, wie den 34. Spieltag im Allgemeinen. "Die anderen Ergebnisse sind auch einfach krass", musste der 40-Jährige dann doch einmal durchatmen. Und besonders die SVE hatte wohl die richtigen Schlüsse gezogen. "Wir durften letzte Woche lernen, wie man es nicht macht. Heute haben wir es besser gemacht. Ein Freund hat noch zu mir gesagt, wenn die SVE aufsteigen kann, dann ist das wie ein Flug zum Mond. Wir haben heute eine Mondlandung geschafft", so Wagner.

"Geistesgestört"

Wie wird der 40-Jährige nun mit der Euphorie umgehen, dass Elversberg der 59. Bundesligist der deutschen Fußballgeschichte wird? "Emotional war das für mich schon vor drei Wochen, als Schalke aufgestiegen war. Da habe ich zu meiner Frau gesagt, dass das völlig geistesgestört ist, dass wir in die gleiche Liga aufsteigen können wie die. Was die für eine Party gemacht haben", freute sich der 40-Jährige. Wagner, der Aufstiegsexperte, der schon vor einem Jahr mit der TSG 1899 Hoffenheim II von der Regionalliga Südwest in die 3. Liga ging, wird nun Bundesliga-Coach. Und das mit reichlich Fachwissen, denn schon vor Anpfiff hatte der 40-Jährige gesagt: "Den Mutigen gehört die Welt, den ängstlichen das Erdbeerfeld."

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