Das Mittelfeld bei Darmstadt 98: Dirk Schuster hat die Qual der Wahl

Nach Yannick Starks Wechsel zum SV Darmstadt 98 hat das Trainerteam um Dirk Schuster nun also vier Spieler für zwei Positionen im zentralen Mittelfeld. Alle vier bewegen sich auf ähnlichem Niveau, liga2-online.de nimmt ihre Stärken und Schwächen unter die Lupe:
Hanno Behrens (24):
Kam 2012 nach Darmstadt und hat sich seitdem enorm entwickelt. Behrens überzeugt mit Zweikampfstärke und starkem Stellungs- und Kopfballspiel. Er zeigt außerdem auch in der Offensive immer wieder seine Qualitäten (zuletzt mit zwei Toren vor der Winterpause). Im Verbund mit seinem Nebenmann der Abfangjäger, das Aufbauspiel überlässt er meist anderen. Ab und an Probleme mit schnellen und wendigen Gegenspielern. Erste Saison in der zweiten Liga (16 Spiele, drei Tore).
Jerôme Gondorf (26):
Der gebürtige Karlsruher ist ein flexibler und trickreicher Mittelfeldspieler, der in der Zentrale alle Positionen bekleiden kann. Zuletzt immer wieder als hängende Spitze aufgestellt, ist aber mit seinem großen Aktionsradius oftmals auf dem ganzen Feld zu finden. Gondorf ist technisch stark und verfügt über ein gutes Auge, um seine Mitspieler in Szene zu setzen. Außerdem zäh und willensstark, belohnt sich für seinen hohen Aufwand aber mitunter zu selten. Auch für ihn die Premierensaison in dieser Spielklasse (16 Spiele, ein Tor, zwei Vorlagen).
Florian Jungwirth (25):
Zum Ende der Sommer-Transferperiode aus Bochum gekommen, entwickelte sich Jungwirth sofort zum Stammspieler. Lauf- und kampfstark passt er in das Konzept des Trainers, aufgrund seiner Wendigkeit immer wieder in der Lage, sich aus engen Situationen zu befreien. Die anfänglichen Abstimmungsprobleme sind mittlerweile behoben, die Torgefährlichkeit geht ihm jedoch noch etwas ab. Erfahren (97 Ligaspiele, drei Tore, vier Vorlagen).
Yannick Stark (24):
Der Rückkehrer ist ein körperlich präsenter und kopfballstarker Spieler, der über einen sehr guten Schuss und viel Übersicht verfügt. Seine Schüsse aus der zweiten Reihe sind eine Waffe, an guten Tagen kann er durch seinen großen Einsatz ein ganzes Team mitreißen. Gute Spieleröffnung, auch lange Flanken kommen meist punktgenau. Allerdings Probleme mit antrittstarken Gegnern. Mittlerweile gestandener Zweitligaspieler (104 Spiele, acht Tore und elf Vorlagen).
Dirk Schuster hat somit die Qual der Wahl, mit diesem Quartett verfügt er in der Zentrale über hochwertige Alternativen. So viel Qualität bedeutet für jeden Trainer eine angenehme Situation, die allerdings auch Risiken beinhaltet: Alle vier werden wohl nicht gemeinsam auf dem Platz stehen und Schuster war bislang kein Freund der Rotation. So darf man also gespannt sein, wer seinen Platz behält und wer sich erstmal mit der Bank anfreunden muss.
FOTO: FU Sportfotografie