"Das müssen wir uns ankreiden": Pauli-Frust nach Derby-Pleite
Der FC St. Pauli musste nach vier ungeschlagenen Spielen eine bittere Pleite im Aufstiegskampf einstecken. Beim 0:1 in Rostock konnten die Kiezkicker ihren Matchplan nicht umsetzen und verloren dadurch Boden im Rennen um die Bundesliga.
"Einfach nicht gut gemacht"
Beim Hanseaten-Duell am Samstag ging es für St. Pauli darum, sich in der Spitzengruppe zu behaupten und sich in eine gute Ausgangslage für die abschließenden sechs Partien zu bringen. Beim Aufeinandertreffen der beiden formstarken Klubs riss die Positiv-Serie der Hamburger, die zuvor zehn Punkte aus vier Ligabegegnungen holten. "In der ersten Halbzeit haben wir ein rasantes Spiel gesehen mit Chancen auf beiden Seiten", fand Schultz. Zu ergänzen ist allerdings, dass sich die Hausherren in Durchgang eins ein deutliches Chancenplus erarbeiteten und fast doppelt so häufig wie der Gegner zum Abschluss kamen. Mit dem Führungstreffer sollte es für den Aufsteiger vor der Pause aber noch nicht klappen.
Nach dem Seitenwechsel knüpfte dieser aber aus der guten Leistung aus Hälfte eins an und ging folgerichtig verdient durch Nico Neidhart (59.) in Führung. Dass dieser Treffer leistungsgerecht war, fand auch St. Paulis Mittelfeldmann Marcel Hartel. "Wir haben es heute einfach nicht gut gemacht. Wir haben versucht, die Bälle irgendwie lang zu schlagen, und haben nicht so gut herausgespielt wie in der Vergangenheit. So haben wir Rostock in der zweiten Halbzeit auch ins Spiel kommen lassen und dann machen sie zurecht auch das 1:0."
Nur noch ein Punkt Vorsprung auf Rang vier
Schultz meinte, dass seine Elf nach dem Gegentreffer "zwar mehr Spielkontrolle" hatte, "aber wirklich durchspielen, wie wir das von unserer Mannschaft gewohnt sind, konnten wir heute leider nicht." Den Matchplan stufte FCSP-Rechtsverteidiger Luca Zander zwar als "gut" ein, ausreichend umgesetzt worden sei dieser aber nicht. "Wir wollten mehr spielerische Klasse auf den Platz bringen, was uns zu selten gelungen ist. Von den direkten Duellen und zweiten Bällen haben wir zu wenig geholt. Das müssen wir uns heute ankreiden. Wir waren auf Rostocks Spielweise vorbereitet, hätten uns aber noch mehr reinhauen müssen," so der 26-jährige Abwehrspieler.
Durch Darmstadts 3:1-Heimerfolg über Kiel verlor der FC St. Pauli seine Tabellenführung und rutschte auf Rang zwei ab, den sie allerdings durch einen Bremer Punktgewinn gegen Sandhausen (Anstoß: Sonntag um 13:30 Uhr) ebenfalls hergeben müssten. Da Schalke gegen Dynamo Dresden gewann (2:1) schrumpfte der Vorsprung der Kiezkicker auf Rang vier auf einen mickrigen Zähler. St. Paulis Restprogramm hat es in sich. Kommenden Samstag geht es gegen den SV Werder Bremen, in den darauffolgenden fünf Partien trifft der Kultklub auf drei weitere Mannschaften aus den derzeitigen Top Fünf.