Der „Zahnstocher“ beendet Leipzigs Auswärtsmisere

Die Roten Bullen können doch noch auf fremden Plätzen gewinnen. Den letzten und bisher einzigen Auswärtssieg in dieser Saison bejubelten die Rasenballsportler im August bei 1860 München. Über vier Monate später konnten die Leipziger erneut einen Dreier aus Bayern entführen. Gegen die SpVgg Greuther Fürth erzielte Innenverteidiger Hoheneder das Tor des Tages nach einer Ecke. Im Folgenden erklärt liga2-online.de, warum die Roten Bullen nach langer Zeit wieder mal ein Auswärtsspiel gewinnen konnten. 

Gefahr nur nach Standardsituationen

Optisch sind die Ausweichtrikots von RB Leipzig nicht jedermanns Sache. Dunkelblau mit Pink. Die ungewöhnliche Farbkombination kam in dieser Saison bisher nur einmal zum Einsatz - ausgerechnet beim bis Freitag einzigen Auswärtssieg der Messestädter. Wegen der mageren Bilanz der Roten Bullen auf fremden Plätzen (u.a. drei Punkte aus sechs Spielen, seit knapp 300 Minuten ohne eigenen Treffer) zog der Zeugwart mit den Ausweichtrikots das letzte Register. Es sollte sich als Glückgriff für die Leipziger erweisen. Aufgrund dürftiger Ergebnisse auf beiden Seiten in den letzten Wochen, offerierten weder die Franken noch die Sachen den Zuschauern viele spielerischer Leckerbissen. „Das Spiel war durch Standardsituationen geprägt“, gab auch Dominik Kaiser zu. Folglich resultierten die größten Torchancen in der ersten Halbzeit aus ruhenden Bällen. Während Sukalo eine Ecke an die Latte köpfte, entschärfte Hesl einen Kaiser-Freistoß sehenswert. Viel mehr Nennenswertes fand vor dem Pausenpfiff nicht statt, aber auch nach Wiederanpfiff blieb das meiste Stückwerk.

Hoheneder erlöst RB Leipzig

Dem Spiel der Rasenballsportlern war die personell angespannte Situation im Sturm deutlich anzumerken. Neben den verletzten Boyd und Poulsen, stand auch Kapitän Frahn gelbgesperrt nicht zur Verfügung, weshalb Trainer Zorniger Außenverteidiger Teigl als Angreifer aufbot. Da auch die Kleeblätter wenig Geniestreiche zu bieten hatten, kam es wie es kommen musste: Das Spiel wurde durch eine Standardsituation entscheiden: Eine flache Ecke der Leipziger rutschte zunächst an Freund und Feind vorbei, ehe Compper zum Schuss kam. Der von Hesl abgewehrte Ball fiel direkt vor die Füße von Hoheneder, der nur noch einschieben brauchte. Der Innenverteidiger, der aufgrund seiner schlaksigen Statur von seinen Mitspielern „Streichholz“ oder „Zahnstocher“ genannt wird, kam erst durch die Verletzung von Sebastian vor zwei Wochen in die Startelf. Auch nach der Leipziger Führung blieb es dabei: Torchancen resultierten ausschließlich aus ruhenden Bällen. Die größte Möglichkeit zum Ausgleich hatte der Fürther Röcker mit einem wuchtigen Kopfball kurz vor Ende. Der Ball strich um Zentimeter über den Querbalken und die Messestädter feierten den so lang ersehnten Auswärtssieg. Der Gästetrainer sprach seiner Mannschaft „ein riesen Kompliment aus“, sah aber auch „zum richtigen Zeitpunkt das notwenige Glück“ auf der Seite seines Teams. Durch den Sieg, den Rani Khedira als „Willensleitung“ bezeichnete, hat RB Leipzig den Anschluss zu den Aufstiegsplätzen wieder hergestellt. Nach Trainer Zorniger können die Sachsen in den zwei verbleibenden Partien vor der Winterpause dafür sorgen, dass „eine gute Vorrunde richtig gut wird“. Am kommenden Mittwoch steht das Auswärtsspiel beim VfR Aalen auf dem Programm. Ob sich der Zeugwart wieder für die Ausweichtrikots entscheidet?

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