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Die beeindruckenden Zahlen des SC Paderborn

© imago

Es liest sich wie ein echtes Märchen: Im Mai 2017 sportlich in die Regionalliga abgestiegen, steht der SC Paderborn nun vor dem direkten Durchmarsch in die Bundesliga. Dabei liefern die Ostwestfalen Zahlen, die schlicht beeindruckend sind.

16 von 18 Punkten

Mit dem 3:1 gegen den 1. FC Heidenheim setzte sich der SCP am Sonntag nicht nur gegen einen weiteren direkten Konkurrenten im Aufstiegskampf durch, sondern rückte erstmals in dieser Saison auf einen direkten Aufstiegsplatz vor. Der Sieg gegen FCH war bereits der dritte in Folge, ohnehin ist der Aufsteiger in fabelhafter Form: Aus den letzten sechs Spielen holte Paderborn 16 von 18 Punkten, nur beim 1:1 gegen den ebenfalls formstarken SV Sandhausen ließ der SCP Federn.

Die übrigen fünf Partien gegen Ingolstadt, Union, Duisburg, Kiel und Heidenheim konnte die Elf von Trainer Steffen Baumgart allesamt für sich entscheiden – und dabei beachtliche 15 Tore erzielen. Ohnehin ist die Offensive das Prunkstück der Ostwestfalen: In den 31 Partien netzte der SCP starke 71 Mal und stellt damit den zweitbesten Angriff. Noch nie zuvor in der Geschichte der 2. Bundesliga erzielte ein Aufsteiger derart viele Tore. Zum Vergleich: Der Hamburger SV steht bisher bei 41 Treffern – das sind 30 Buden weniger.

Das beste Rückrundenteam

Schon in der Hinrunde lieferte Paderborn zahlreiche Spektakel ab, doch mit Beginn der Rückrunde nahm der Aufsteiger so richtig Fahrt auf. Aus den bisher 14 Spielen holte Paderborn 29 Zähler – und damit sechs mehr als der erste Verfolger aus Köln. Neun Spiele entschied Blau-Schwarz für sich, nur drei gingen verloren. Satte 35 Mal brachte der SCP den Ball in der Rückrunde bislang im Tor unter (Liga-Bestwert) und kassierte auf der anderen Seite nur 16 Tore (drittbeste Abwehr der Rückrunde). Schon jetzt hat Paderborn vier Punkte mehr auf dem Konto als nach der kompletten Hinrunde.

Großen Anteil daran hat Christopher Antwi-Adjej. Nachdem er seinen Stammplatz zwischenzeitlich an Winter-Neuzugang Kai Pröger verloren hatte, drehte der 25-Jährige zuletzt so richtig auf: Sieben Toren und drei Vorlagen stehen seit Anfang März auf seinem Konto, damit war er an knapp 60 Prozent der SCP-Tore in diesem Zeitraum beteiligt. Erst am Sonntag avancierte "Jimmy", wie sie ihn in Paderborn nennen, mit zwei Toren zum Matchwinner gegen Heidenheim. Nach dem Spiel durfte er bei den Fans die Humba anstimmen. Ohnehin wird die Euphorie im Umfeld immer größer: Am Sonntag spielte Paderborn zum fünften Mal in Folge vor einer fünfstelligen Kulisse im eigenen Stadion, am Freitag reisen über 3.000 Fans zum Nachbarschaftsduell nach Bielefeld.

Baumgarts Bilanz: 57 Siege, 216 Tore

Und dann wäre da noch Trainer Steffen Baumgart, dessen Bilanz sich fast schon sagenhaft liest. Aus den 90 Pflichtspielen unter Baumgarts Regie holte Paderborn seit Mitte April 2017 bemerkenswerte 57 Siege und 19 Unentschieden – gerade einmal 14 Spiele gingen verloren. Noch beeindruckender liest sich die Torstatistik: So stehen 216 (!) Treffern 96 Gegentoren gegenüber. Mit einem Punkteschnitt von 2,11 ist Baumgart der erfolgreichste SCP-Trainer seit Günther Rybarczyk (Dezember 1999 bis Juni 2001; 2,13 Punkte/Spiel).

Es sind wahrlich beeindruckende Zahlen, die der SC Paderborn derzeit aufweist. Nach dem brutalen Absturz zwischen 2015 und 2017 mit drei Abstiegen in Folge sind die Ostwestfalen nur noch drei Siege von der Rückkehr in die Bundesliga entfernt. Der direkte Durchmarsch in das Oberhaus, er würde einer ohnehin schon sensationellen Saison die Krone aufsetzen.