Die Gründe für Dynamos Punktgewinn bei Union Berlin
Der 1.FC Union Berlin und die SG Dynamo Dresden trennten sich am Samstag mit 0:0 im ausverkauften Stadion An der Alten Försterei. Dabei wäre für die Dresdner durchaus mehr drin gewesen. Dynamo erspielte sich im Lauf der Partie einige hochkarätige Möglichkeiten und ließ im Gegenzug den Köpenickern kaum Platz, sich zu entfalten. Die SGD sendet mit diesem überzeugenden Auftritt ein erstes Warnsignal an die Konkurrenz um den Klassenerhalt.
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''Es erfüllt Einen mit Stolz''
Die erste Überraschung gab es bereits vor dem Anpfiff: Benjamin Kirsten - die bisherige Nr.1 im Tor der Dresdner – musste auf der Bank Platz nehmen. Stattdessen kam der 25-jährige Markus Scholz zu seinem ersten Pflichtspieleinsatz für das Profiteam von Dynamo Dresden. Cheftrainer Olaf Janßen begründete diese Maßnahme damit, dass sich Scholz im Training aufgedrängt hätte. ''Ich arbeite jeden Tag darauf hin. Es erfüllt Einen mit Stolz'', so Scholz über sein Debüt gegenüber ''DynamoTV''. Die mutige Nominierung von Scholz für die Startelf sollte belohnt werden: Trotz weitgehender Beschäftigungslosigkeit war er stets aufmerksam und zur Stelle, wenn er gebraucht wurde. In der vierten Minute entschärfte Scholz einen Lupfer von Adam Nemec. Wie auch im Rest des Spiels, bewies er in dieser Situation sein Talent als mitspielender Torwart.
Taktisch diszipliniert und konzentriert
In der ersten Halbzeit zeigte sich Dynamo Dresden passsicher und mit viel Offensivdrang. Die Abwehr rückte oftmals mit auf, woraus sich Lücken und gute Konterchancen für Union ergaben. Vor allem Rechtsverteidiger Thorsten Schulz war mehrmals nicht auf dem Posten. Zur zweiten Hälfte zeigte sich die Dynamo-Abwehr dann deutlich besser organisiert und ließ kaum noch Möglichkeiten zu. Abwehrchef Romain Brégerie lobte nach dem Spiel die taktische Ordnung und auch Trainer Janßen zeigte sich zufrieden über die geschlossene Leistung: ''Meine Mannschaft hat um jeden Meter Boden gekämpft und war sehr gut organisiert.'' Erstaunlich ist des Weiteren, dass die SGD ohne Auswechslungen ausgekommen ist und dennoch kein Leistungsabfall spürbar war. Das harte Training während der Winterpause macht sich offenbar bereits bezahlt.
''Wir haben zwei Punkte liegen gelassen''
Dass es dennoch nur zu einem Unentschieden reichte, begründete Olaf Janßen ganz nüchtern mit der mangelhaften Chancenauswertung: ''Wir haben unsere Chancen nicht genutzt; von daher haben wir zwei Punkte liegen gelassen.'' Ähnlich sah es sein Stürmer Zlatko Dedic, der nach dem Spiel ''DynamoTV'' Folgendes zu Protokoll gab: ''Es war mehr drin, aber wir müssen zufrieden und stolz auf unser Spiel heute sein.'' In der Tat dürfte man in Dresden äußerst zufrieden mit der gezeigten Leistung sein, präsentierte man sich doch gegen Union ungewohnt ballsicher und torgefährlich. Hoffenheim-Leihe Vincenzo Grifo, der für alle Standards verantwortlich war, harmonierte bereits gut mit seinen neuen Kollegen. In der achten Minute brachte er eine Ecke in den gegnerischen Strafraum, die von einem Unioner zunächst an den Querbalken gelenkt wurde. Den Abpraller hebelte Mickaël Poté aus wenigen Metern über das Tor. Zu Beginn der zweiten Hälfte vereitelte Daniel Haas im Tor der Unioner mehrfach die Dresdner Führung. Dedic (55.), Schulz (61.) und Grifo (62.) konnten den Keeper nicht überwinden.
Am Ende steht dennoch ein gewonnener Punkt für Dynamo Dresden. Vieles, was man sich für die Rückrunde vorgenommen hatte, konnte bereits gegen Union Berlin auf den Platz gebracht werden: Taktische Disziplin. Kampfstärke. Gefahr durch Standards. Offensivgeist. Ausdauer. Der Auftakt ins Fußballjahr 2014 war vielversprechend für die Sachsen. Wenn sie es schaffen, diese Form zu konservieren, haben sie gute Karten im Kampf um den Klassenerhalt.
FOTO: Tobias Hänsch // unveu.de