"Dosenöffner" 0:1: KSC-Coach Eichner sieht trotz 0:5-Pleite gute Ansätze
Dem Karlsruher SC ist der Start in die Saison denkbar schlecht geglückt. Mit 0:5 kam der KSC beim SC Paderborn unter die Räder. Dennoch sah Trainer Christian Eichner gute Ansätze – und bekam dabei Zustimmung von unerwarteter Stelle.
"Bis auf zwei, drei Flanken war da nichts"
Das Spiel des Karlsruher SC am Sonntag konnte man ziemlich leicht in zwei unterschiedliche Phasen einteilen. Bevor sich die Gäste eine dicke Klatsche fingen, fing eigentlich alles ganz gut an. Keine vier Minuten waren gespielt, als SCP-Keeper Huth einen Schuss von Ex-Hamburg-Stürmer Kaufmann sehenswert per Fußparade rettete und so die Karlsruher Führung vereitelte (4.). In dieser Phase habe auch Trainer Eichner "eine KSC-Mannschaft gesehen, die all das umgesetzt hat, was wir die letzten drei, vier Tage sehr kleinteilig erarbeitet hatten", wie er auf der anschließenden Pressekonferenz anmerkte.
Hierbei war es die Vorgabe "hinten einfach halten, kompromisslos sein" und dem Gegner auch mal "in bestimmten Zonen den Ball überlassen", schilderte der 39-Jährige den Matchplan. Hiermit hatten die Paderborner auch ihre Probleme. "Bis auf zwei, drei Flanken war da nichts", umriss Eichner die überschaubaren offensiven Akzente der Gastgeber im ersten Durchgang. Nur eins fehlte vor dem Seitenwechsel: ein eigener Treffer. "Wenn es zur Pause 0:1 steht, wäre das i-Tüpfelchen gewesen", wusste auch Eichner – ganz in dem Bewusstsein, dass es nach der Pause noch ganz anders kommen sollte.
Absoluter Einbruch
Statt einer eigenen Führung folgte ein individueller Fehler von Philip Heise und ein anschließender Strafstoß, der dem SCP das 1:0 bescherte (56.). Fortan ging es Schlag auf Schlag und der KSC geriet gehörig unter die Räder. So sei der erste Treffer der "Dosenöffner", so Eichner, gewesen. Folgend sei "jeder Schuss nach dem zweiten Tor auch drin", wie er resigniert feststellen musste. Ganze fünfmal musste Rückkehrer Kai Eisele schlussendlich hinter sich greifen. Während die Baden-Badener in der vergangenen Saison nach zwei Spielen noch ganz oben standen, schließen sie nun den ersten Spieltag als Tabellenletzter ab. Dies sei auch darauf zurückzuführen, dass der Spielverlauf "die Situation der letzten drei, vier Wochen in den Kopf zurückgeholt hat", wie Eichner zugab. So verlief die Vorbereitung alles andere als optimal. Auf ganze neun Spieler musste der Übungsleiter zum Auftakt verzichten.
Entsprechend schwierig gestaltete es sich für den Coach, ein passendes Fazit zu formulieren. "Jetzt sitzt dann der Trainer vom KSC da und hat eine Stunde bis zum 1:0 eine richtig gute Mannschaft gesehen", stellte er fest. Danach habe eine "Kleinigkeit" das gesamte Spiel entschieden. Zustimmung erhielt er dabei vom gegnerischen Coach, Lukas Kwasniok. "Spieler des Spiels war Jannik Huth und das sagt ziemlich viel über das Spiel die ersten 60 Minuten aus", gab er ehrlich zu. Somit war für den KSC wohl nicht gleich alles schlecht. Auf dieser ersten Stunde soll am kommenden Sonntag "aufgebaut werden", wie Eichner abschließend befand. Gegen Magdeburg solle sich das Team dann jedoch "90 Minuten an den Plan halten" – und eben nicht nur 60.