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Dresden: Defensive stabil, Chancenverwertung ausbaufähig

Unter Neu-Trainer Walpurgis zeigt sich Dynamo hinten nicht mehr so anfällig wie zuvor. Allerdings gibt es ein Problem, welches auch der Coach noch nicht beheben konnte: Die Chancenverwertung.

Gegen den HSV mindestens ebenbürtig

Dieses 0:1 gegen den Hamburger SV am Dienstagabend war vom Ergebnis her enttäuschend. Denn spielerisch konnte Dynamo Dresden gegen den abgestiegenen Bundesliga-Dino locker mithalten und hätte auch durchaus als Sieger vom Platz gehen können. Trainer Maik Walpurgis hat es innerhalb kürzester Zeit geschafft, die Defensive erheblich zu stabilisieren. Schon gegen Regensburg (2:0) agierte man aus einer kompakten Ordnung heraus, aber gegen den HSV brannte bis zum Gegentor gar nichts an. Das 0:1 durch Hee-chan Hwang war ein Beleg der individuellen Klasse, über die die Hanseaten in überdurchschnittlichem Maße verfügen. Vorher hatten es die Schwarz-Gelben einmal verpasst, konsequent zu klären.

Chancenplus auf Dresdner Seite

In der Folge drückte Dynamo auf den Ausgleich. Die Möglichkeiten dazu waren da – Dumic scheiterte per Kopf, Hartmann aus zehn Metern völlig freistehend und Heise mit seinem Fernschuss. Schon vor dem Rückstand hatte die SGD die besseren Gelegenheiten, ein Tor von Moussa Koné wurde wegen einer hauchzarten Abseitsposition nicht gegeben. In der zweiten Halbzeit hatte der Stürmer die Führung mit einem technisch feinen Volleyschuss knapp verpasst. Auch wenn Dynamo "viel Leidenschaft und Hingabe" (Walpurgis) zeigte, muss man sich ankreiden lassen, die Chancen nicht genutzt zu haben.

Hartmann selbstkritisch

"Wenn ich die Szene von mir sehe, hätte vielleicht einer mit etwas mehr Qualität den Ball angenommen und reingeschoben", sagte Marco Hartmann im "DNN Sportbuzzer" zu seiner Großchance. "Den Spieler, der die Qualität hat, müssen wir wohl eher hier entwickeln, als dass wir ihn herholen könnten. Simon Terodde spielt woanders und der hat keine Lust auf Dynamo Dresden". Der Kapitän dirigierte die Defensive als Abwehrchef und bewies einmal mehr, dass er für die Mannschaft unverzichtbar ist. Coach Walpurgis zeigte sich mit dem Auftritt seiner Mannschaft zufrieden, merkte aber an: "Jetzt geht es darum, Details zu trainieren, besser zu werden sowie auf der letzten Ebene unsere Torchancen konsequenter und klarer zu nutzen. Das werden wir in den nächsten Wochen machen".

Lerneffekt schon gegen Darmstadt?

Gelingt es seinem Team, neben der defensiven Kompaktheit auch sorgfältiger mit den sich bietenden Tormöglichkeiten umzugehen, dürfte man mit dem Abstieg nichts zu tun haben. Ein Grund für die schwierige letzte Saison war auch damals schon der fahrlässige Umgang mit den eigenen Chancen. Kommenden Samstag bietet sich bereits die nächste Gelegenheit, es besser zu machen. Dann kommt der SV Darmstadt ins Rudolf-Harbig-Stadion, das seit gestern wieder seinen traditionsreichen Namen trägt.