Dritte Pleite in Folge: Aue fliegt auch aus dem Pokal
Es war eine englische Woche zum Vergessen für den FC Erzgebirge Aue, nach dem misslungenen Ligastart scheiterten die Veilchen auch im DFB-Pokal an Wehen Wiesbaden. Konnte man nach den Pleiten gegen Düsseldorf und Heidenheim noch mit den vergebenen Chancen oder den Schiedsrichterentscheidungen hadern, traten die Defizite in Hessen offen zu Tage.
Spiel nach sieben Minuten entschieden
Es war das dritte Spiel in sieben Tagen für die Veilchen und ihren Neutrainer Thomas Letsch. Gegen den Drittligisten aus Wehen ließ der Auer Übungsleiter jedoch wieder seine Stammelf auf dem Platz, rotierte nur auf einer Position und brachte Fabio Kaufmann für Calogero Rizzuto. Mit Wehen Wiesbaden trafen die Veilchen auf einen Ex-Auer, Wehen Trainer Rüdiger Rehm kickte einst im Erzgebirge. Rehm übernahm im Frühjahr den SVWW, holte den Klassenerhalt und coachte seine Mannschaft nach einem guten Saisonstart auf Platz fünf in der 3. Liga. Frühes Pressing, schnelles Umschaltspiel, Wehen drückte sofort und schockte eine verängstigt wirkende Auer Mannschaft. Gleich die erste Chance der Hausherren saß, nach einer Ecke lupfte Blacha den Ball aufs Tor, Männel bugsierte das Spielgerät vom Pfosten dann unglücklich in den eigenen Kasten. Auch drei Minuten später schepperte es wieder im Auer Tor, nach einer Flanke traf Andrist völlig frei aus kurzer Distanz, 2:0. Aue schleppte sich wie gelähmt durch die erste Hälfte, einzig Schlussmann Martin Männel und die Querlatte verhinderten ein höheres Ergebnis. Keine Spielkontrolle, keine Ideen oder Einzelaktionen, selbst die frühe Einwechslung von Christian Tiffert stabilisierte das Auer Spiel nicht wirklich. Wehen drückte, setzte die eigene Spielphilosophie viel besser um, die Veilchen zeigten in keiner Phase der ersten Hälfte ihren Klassenunterschied.
Die ersten Alarmglocken schrillen
Wer glaubte, in der zweiten Hälfte käme die Aufholjagd wurde jedoch enttäuscht, auch ein offensiver Doppelwechsel bei den Veilchen brachte keinen Effekt. Aue mühte sich zwar, doch zu keiner Zeit schafften es die Veilchen die Gastgeber auch nur ansatzweise in Bedrängnis zu bringen. Ein Lattenschuss von Dimitrij Nazarov und ein satter Strahl von Dominik Wydra waren alles was die Veilchen aufs Tor der Hessen brachte. Kampfgeist, Wille, Leidenschaft, selbst die grundlegenden Tugenden, die in Aue geschätzt werden, ließ die Mannschaft vermissen. Eins dürfte nach dem blutleeren Auftritt in der BRITA-Arena jedoch klar sein: Jeglicher Kredit ist verspielt, ab jetzt zählen nur noch Punkte und Ergebnisse. Drei Pflichtspielniederlagen zum Anfang einer Saison gab es zuletzt vor fast 40 Jahren, es besteht also dringender Handlungsbedarf. Noch ist der Transfermarkt bis Ende August geöffnet.