Dritter Heimsieg der Saison: Heidenheim dreht Spiel
Lange Zeit hat es nicht so ausgesehen, dass die Heidenheimer auch im dritten Heimspiel der Saison als Gewinner vom Platz gehen würden. Doch trotz der Gästeführung durch Kacper Przybylko, ließen sich die Heidenheimer nicht unterkriegen. Nach einer guten Stunde Spielzeit drehten Smail Morabit, Marc Schnatterer und Robert Leipertz durch ihre Tore die Partie – unter freundlicher Mithilfe der Lauterer Spieler.
Spielarmut in Hälfte eins
In der Startformation entdeckte man auf Heidenheimer Seite zwei neue Gesichter. Sebastian Heidinger und Andreas Voglsammer ersetzten Ronny Philip (Magen-Darm-Erkrankung) und Daniel Frahn (Bank). In der Anfangsphase fielen die Neuen nicht auf. Dies lag aber nicht nur an den beiden Spielern, die gesamte erste Elf von Trainer Frank Schmidt fand überhaupt nicht ins Spiel. Man zog sich weit zurück und ließ den Gästen sehr viel Raum. Zu viel, denn die Lauterer ließen den Ball sehr gut in den eigenen Reihen laufen und verlagerten Minute für Minute das Spiel immer weiter in die Hälfte der Hausherren. Nach 20 Minuten dann die logische Konsequenz des optischen Übergewichts der Lauterer. Auf der rechten Seite setzte sich der auffällige und sehr Zweikampfstarke Markus Karl durch und flankte den Ball aus dem Halbfeld genau auf den Kopf von Przybylko, der sich zuvor sehr gut von Heidinger gelöst hatte und unbedrängt zur Führung einnickte. „Wir haben es nicht geschafft so zu agieren, wie wir es vorgehabt haben. Kaiserslautern hat das auch gut gemacht und deshalb lagen wir zur Halbzeit auch verdient zurück“, so Schmidts Fazit zur ersten Halbzeit. In dieser gab es nur noch einen großen Aufreger. Kevin Kraus spielte einen scharfen Ball in die Spitze. Morabit ließ diesen durch und Voglsammer erlief sich diesen Ball. Tim Heubach lief Voglsammer jedoch als letzter Mann in die Hacken und brachte ihn somit zu Fall. Die Pfeife von Benjamin Brand blieb jedoch stumm. Dafür pfiffen fast alle der über 14.500 Zuschauer auf den Tribünen.
Lautern trifft und trifft doch nicht
„Wir wollten das Glück in die eigene Hand nehmen und ganz anders auftreten“, so Schmidts Halbzeitansprache. Doch dieses Vorhaben wäre beinahe nach hinten losgegangen. Der FCK drückte die Hausherren weit in die eigene Hälfte und erspielte sich eine Großchance nach der anderen. So setzte Przybylko seinen Teamkameraden Jean Zimmer in Szene. Dieser schloss flach ab, doch Morabit konnte den Ball für den geschlagenen Jan Zimmermann retten, jedoch hinter der Linie. Zu allem Ärger der Lauterer sparte Schiedsrichter Brand wieder mit seiner Puste und so blieb seine Pfeife ein weiteres Mal stumm. Die zweite grobe Fehlentscheidung in der Partie. Der FCK schüttelte sich kurz und machte nahtlos weiter. Chris Löwe schlug einen herrlichen Diagonalpass zu Daniel Halfar im Strafraum. Dieser legte den Ball direkt in die Mitte zu Przybylko, der zur Überraschung aller, den Ball nicht aus drei Metern im Tor unterbringen konnte. Nun spukten bei manchen Gästefans sicher einige bekannte Fußballerphrasen im Kopf herum. Und es ist an Kuriosität eigentlich kaum zu überbieten, sollten diese Phrasen auch wahr werden. Besonders bitter ist jedoch die Vorgeschichte zum 1:1 Ausgleich. Die Heidenheimer waren weiterhin kaum anwesend und erspielten sich keine nennenswerte Chance. FCK-Torhüter Marius Müller ebnete dann den Weg zum Treffer. Ohne Bedrängnis und mit aller Zeit der Welt spielte er einen katastrophalen Pass genau in die Füße von Morabit. Dieser schob dann ganz cool zum 1:1 ein. Auch Schmidt wusste nicht wie ihm geschieht und hob beim Jubel die Hände etwas beschämend vor sein Gesicht.
Müller zum Zweiten
Danach ging ein Ruck durch die Mannschaft. „Nach diesem Tor hat jeder an den Sieg geglaubt und wir haben den Gegner zu Fehlern gezwungen“, sah Schmidt sein Team auf dem richtigen Weg. Und es hat auch nicht lange gedauert, bis die Lauterer den nächsten Fehler machten. Antonio Colak spielte einen riskanten Querpass. Der immer besser werdende Heidinger spritze dazwischen und bediente Schnatterer. Selbstbewusst probierte er es aus 27 Metern und legte den Ball punktgenau in das lange Eck neben den Pfosten. Dieses Mal war Müller chancenlos. Für den FCK gab sich dann noch eine große Möglichkeit auf den Ausgleich, aber der eingewechselte Maurice Deville vergab eben so kläglich, wie Przybylko zu Beginn des zweiten Spielabschnitts. Die Zeit lief den Gästen davon und letztendlich sorgte Leipertz für die endgültige Entscheidung. Wieder war Müller der Wegbereiter für einen Heidenheimer Treffer. Nach einem Befreiungsschlag von Mathias Wittek kam Müller ohne Not bis an den Sechzehnmeterraum heraus und wurde beim Abfangen des Balles von Stipe Vucur behindert. So fiel der Ball auf den Boden und Leipertz reagierte gedankenschnell und lupfte den Ball aus 18 Metern über die beiden Gegenspieler hinweg ins Tor. „Das Spiel hat gezeigt, dass wir noch vieles besser machen müssen. Doch beim Einsatz, den unbändigen Willen und der Glaube daran, selbst ein schlechtes Spiel gewinnen zu können, muss ich der Mannschaft heute ein Kompliment machen“, lautete Schmidts endgültiges Fazit zum Spiel. Es war beinahe erschreckend, wie der FCH die ersten knapp 60 Minuten aufgetreten ist. Doch ein Erlebnis, ein kleiner Fehler des Gegners hat heute gereicht, um ein verheerendes Spiel doch noch positiv Gestalten zu können. Mit nun zehn Punkten aus fünf Partien liegen die Heidenheimer mehr als im Soll und können beruhigt in die Länderspielpause gehen.