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Düsseldorfer Glückseeligkeit nach Sieg im letzten Heimspiel

IMAGO / Moritz Müller

"Unsere Leidenschaft heute war oberstes Regal", so kommentierte Trainer Daniel Thioune den würdigen Abschied von den Heimfans für diese Saison. Die Düsseldorfer Fortuna kämpfte am vorletzten Spieltag in einer leidenschaftlichen Partie den Aufstiegsaspiranten aus Darmstadt mit 2:1 nieder und schrieb mehrere Geschichten, die beim Stadiongänger hängen bleiben dürften. Nicht nur, dass die Erfolgsserie unter Thioune ihre Fortführung fand, auch platzte endlich der Knoten bei einem Sorgenkind im Sturm.

Starke Startphase und Iyohas Premierentor

Wer den Fußball über viele Jahre verfolgt, kann oftmals ein Phänomen feststellen, dass Teams nach erreichten Zielen ein "Spannungsabfall" durchzieht. Genau davor warnte Fortuna Coach Daniel Thioune seine Mannen vor dem Freitagabendspiel. Schließlich hatten sich die Rheinstädter in der Vorwoche gegen Heidenheim den Klassenerhalt rechnerisch endgültig gesichert. Doch von "Spannungsabfall" keine Spur, mehr noch – die Fortuna überrumpelte direkt zu Spielbeginn den Kontrahenten aus Darmstadt, der noch im voll im Aufstiegskampf mitmischt, und lag so nach zehn Minuten mit 2:0 in Front. Trotz Darmstädter Drangphase im zweiten Durchgang fing man sich nur einen Gegentreffer und ging als stolzer Gewinner mit 2:1 vom Platz, womit unter anderem die Serie der ungeschlagenen Spiele hielt.

Doch dies blieb nicht die einzige Erfolgsgeschichte an diesem Freitagabend, denn Eigengewächs Emmanuel Iyoha, liebevoll Emma genannt, belohnte sich endlich mit seinem ersten Treffer für die Düsseldorfer Profis nach 1.580 Minuten und unzähligen Anläufen. Der 24-jährige Angreifer sprach nach der Partie von einem "unbeschreiblichen Gefühl" und einem "super Abschluss vor eigener Kulisse." Darüber hinaus wurde der langjährige Fortuna-Kapitän Oliver Fink, der zuletzt noch für die u23 aktiv war und im Sommer seine Karriere beendet, vom heimischen Publikum gefeiert, obwohl er nicht einmal auf dem Platz stand.

Grandiose Serie seit Thiounes Amtsübernahme

Selbst die rote Karte für den eingewechselten Daniel Ginczek tat der glückseligen Stimmung keinen Abbruch. Für den Moment scheint die Düsseldorfer Fußballwelt tatsächlich perfekt und nährt Hoffnung auf eine nächste Saison, die sich nicht erst im letzten Saisondrittel zum Guten wendet. Und überhaupt – wie sich eine Niederlage anfühlt, dürften viele Fortuna-Fans längst verdrängt haben. Am 6. Februar unterlag das Team letztmals (0:1 in Kiel), damals unter Ex-Trainer Christian Preußer. Die gestrige Begegnung war das zwölfte Spiel nacheinander ohne Niederlage. Seit Ewigkeiten ist es keinem Fortuna-Trainer mehr gelungen mit einer derartigen Serie die neue Aufgabe anzugehen.

Die etwas älteren Anhänger mögen sich noch an den italienischen Coach Massimo Morales erinnern, der von 2003 bis Ende 2004 an der Seitenlinie stand. Ihm glückten zum Auftakt in der seinerzeit viertklassigen Oberliga Nordrhein 15 Partien am Stück ohne Niederlage. Diese Marke kann Daniel Thioune diese Saison gar nicht mehr erreichen angesichts einer ausstehenden Begegnung. Und dennoch soll nächste Woche das letzte Saisonspiel auf St. Pauli ebenso wenig verloren werden wie die letzten zwölf. Mindestens.