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Duisburg glänzt bei Überraschungscoup in Köln "mit viel Herzblut"

Wesentlich schöner hätte sich Torsten Lieberknecht seinen ersten Auftritt als Chefcoach des MSV Duisburg wohl nicht ausmalen können: Am gestrigen Montagabend setzten sich seine Zebras – letztlich zwar etwas glücklich, aber nicht unverdient – mit 2:1 beim 1. FC Köln durch und kaufte dem Tabellenführer dort insbesondere in Sachen Zweikampfverhalten den Schneid ab.

Duisburg überzeugt mit Kampf und Leidenschaft

"Das war eine riesige Erleichterung heute", resümierte MSV-Schlussmann Daniel Mesenhöler treffend nach nervenaufreibenden 90 Minuten und dem ersten Saisonsieg in der Spielzeit 2018/19. 2:1 stand es am Ende für seine Duisburger – und das ausgerechnet gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber aus der Domstadt. "Wir haben vor allem in der ersten Halbzeit gut dagegengehalten. In der zweiten Hälfte war es dann eine gute kämpferische Leistung von uns", machte mit Fabian Schnellhardt ein weiterer Ex-Kölner im Nachgang der Partie den Überraschungscoup der Zebras im Kölner Müngersdorf vor allem an der Willenskraft, dem Einsatz und der Mentalität der Duisburger fest.

Zebras mit starker erster Halbzeit

In der Tat hatten sich die Blau-Weißen aggressiv in der Zweikampfführung und gleichzeitig auch mutig im Spiel nach Vorne präsentiert und dabei zu keiner Zeit wie ein Verein auf dem letzten Tabellenplatz agiert. Schon nach zwei Minuten hätte der neu in die Mannschaft rotierte Oliveira Souza für die frühe Führung sorgen können, scheiterte aber noch am stark reagierenden Horn. Rund sieben Minuten später aber zappelte seine direkte Volleyabnahme nach einem abgewehrten Eckball im Netz der Geißböcke, Horn machte dabei eine weniger souveräne Figur als zuvor. Gerade in der ersten Halbzeit waren die Duisburger das deutlich bemühtere und gefährlichere Team, mussten aber durch FC-Kapitän Jonas Hector noch vor der Pause den Ausgleich hinnehmen (35.). Um ein Haar wäre aber bereits vor dem Pausentee die erneute Führung gelungen, Bomheuers Kopfball aber entschärfte Horn abermals überragend an die Latte (43.).

Kölner Drangphase und kurioses Eigentor in Durchgang Zwei

Mit Wut im Bauch kamen die Gastgeber aus der Kabine, waren sie den eigenen Fans in den ersten 45 Minuten doch einiges schuldig geblieben. Allzu zahlreiche nennenswerte Torchancen ließ der kompakte Abwehrriegel der Meidericher aber auch im zweiten Durchgang nicht zu. Lediglich bei den Möglichkeiten von Terodde (70./78.) und erneut Hector (70.) hatten die Gäste Glück, dass das Spiel nicht zugunsten der Geißböcke kippte. "Wir sind selbstbewusst aufgetreten und hatten heute auch das eine oder andere Mal das Glück auf unserer Seite, was in den vergangenen Wochen oft gefehlt hat", musste auch Torschütze Souza einräumen. Dann aber schlug der MSV eiskalt zu – und das in Kölner Personalunion: Eine scharfe Flanke durch Engin lenkte Kölns Außenverteidiger Bader ausgesprochen unglücklich mit der Hacke ins eigene Tor und das mitten rein in die wohl stärkste Kölner Drangphase des gesamten Spiels – der Knockout für die Domstädter.

"Heute haben wir den Sieg einfach nicht verdient", musste ein sichtlich enttäuschter FC-Coach Markus Anfang am Ende der 90 Minuten neidlos anerkennen, während MSV-Trainerdebütant Torsten Lieberknecht nur lobende Worte für seine neuen Schützlinge fand: "Der MSV hat heute ein gutes Bild abgegeben. Nicht nur auf dem Platz sondern auch auf den Rängen. Mich freut es am meisten für die Jungs. Ich habe in meiner ersten Woche gemerkt, dass hier jeder im Verein viel Herzblut reinsteckt. Es war enorm wichtig, dass wir uns heute variabel gezeigt haben. Es war ein erster und schöner Schritt. In der Länderspielpause werden wir weiter hart arbeiten." Nach jener Unterbrechung durch die Nationalmannschaften geht es für die Zebras gegen den FC St. Pauli weiter um die Mission Klassenerhalt, der 1. FC Köln reist am 10. Spieltag zu Anfangs Ex-Klub Holstein Kiel.