• Facebook
  • Twitter

Dynamo enttäuscht erneut: "Das war einfach schlecht"

© imago images / Hentschel

Die Stimmung bei der SG Dynamo Dresden ist im Keller – wie der Verein selbst auch, betrachtet man den rein sportlichen Aspekt anhand der Tabelle. Der Auftritt gegen Holstein Kiel markierte einen neuen Tiefpunkt – kann sich Dynamo aus dem aktuellen Leistungsloch herausziehen?

Dynamo zu ungefährlich

15 Minuten dauerte es, bis Dynamo Dresden im Heimspiel gegen Holstein Kiel in Rückstand gerieten. Ziemlich exakt 15 weitere Minuten dauerte es, bis Kiels Özcan dem Führungstreffer durch Iyoha ein weiteres Tor folgen ließ. Bis hierhin hatte Dynamo eigentlich noch gut mitgespielt, doch der zweifache Rückschlag war offenbar zu viel. Kiel übernahm das Spielgeschehen, erzielte fast noch den dritten Treffer – vor der Pause.

Doch der fiel nicht, und Kiel ließ Dynamo somit eine gute Chance, noch einen Punkt mitzunehmen. Das Problem: Dresden kam nicht schnell genug wieder in die Partie. Zu ungenau, zu ungefährlich agierte die Fiel-Elf. Erst gegen Ende wurde es nochmal spannend, nachdem Ballas unter Zuhilfenahme von Gegenspieler Atiks Rücken, der den Ball entscheidend abfälschte, noch den Anschluss erzielt hatte. Doch es nützte nichts: Kiel hielt den Vorsprung und entführte drei Punkte aus Dresden.

"Da kannst du nicht so eine Leistung abrufen"

Ein Gefühl, dass man bei Dynamo mittlerweile zur Genüge kennt. Erst dreimal ging Dresden in dieser Saison als Sieger vom Platz – und so langsam wird es auch für Trainer Christian Fiel immer enger. Der Coach scheint derweil selbst enttäuscht von der Leistung: "Das muss ich erst mal sacken lassen. Wenn du mich vor dem Spiel gefragt hättest, ob sowas möglich ist, hätte ich zu tausend Prozent gesagt: Im Leben nicht", so der Trainer: "Deshalb müsst ihr mir mal den Abend geben, um darüber nachzudenken, was da heute passiert ist. Was ansonsten passiert, wisst ihr selber. Das muss man abwarten."

Spielt der Trainer auf eine mögliche, nahende Trennung an? Angesichts der Ergebnisse käme sie zumindest nicht überraschend. Und auch Fiel argumentierte, dass seine Mannschaft derzeit nicht den Ansprüchen entspreche: "Man kann Spiele verlieren, darum geht es nicht. Aber in der Situation in so einer Art und Weise – dafür habe ich keine Erklärung und auch keine Worte", so Fiel: "Das heute war einfach schlecht und – was das Allerschlimmste ist – da geht es um ein Heimspiel, da geht es um Leidenschaft, um Liebe zu deinem Beruf. Da kannst du nicht so eine Leistung abrufen. Das geht nicht."

Man dürfe mal einen "Zitterfuß" haben – aber die Leistung müsse stimmen: "Dass die Leute nach Hause gehen und nicht das Gefühl haben, dass wir unser Leben da draußen gelassen haben, ist nicht in Ordnung.“ Deutliche Worte des Trainers – ob sie Wirkung zeigen?