• Facebook
  • Twitter

"Einfach beschissen": Große Enttäuschung beim Hamburger SV

© IMAGO / Michael Schwarz

Die große Chance ist verflogen, der Hamburger SV versinkt in Tristesse. Nach der 0:2-Niederlage im Relegations-Rückspiel müssen die Elbestädter ein weiteres Zweitliga-Jahr planen. Unmittelbar nach Abpfiff war die Enttäuschung bei allen Beteiligten verständlicherweise groß, doch zugleich folgte das Versprechen, dass der HSV zurückkommen wird. Ein besonderer Dank ging an die Fans.

"Fans sind bemerkenswert"

Rund 45.000 Zuschauer im Volksparkstadion honorierten nach Abpfiff eine starke Saison, obwohl die Enttäuschung allen ins Gesicht geschrieben stand. Die Arme gingen dennoch in die Höhe, der Applaus war Balsam auf der Seele der HSV-Spieler. "Die Fans sind bemerkenswert, aber gerade deswegen tut es umso mehr weh, da man sieht, was es den Menschen hier bedeutet", meldete sich Kapitän Sebastian Schonlau zu Wort. Und die Kampfansage an die neue Saison folgte auf dem Fuße: "Um uns muss sich keiner Sorgen machen, wir werden zurückkommen."

Zuvor aber vergab der Hamburger SV die große Möglichkeit, um nach vier Jahren in die Bundesliga zurückzukehren. In den letzten Sekunden der Nachspielzeit warteten nahezu alle Akteure im Berliner Strafraum auf die Flanke, die dann aber nicht mehr kam, weil sich der HSV vorher schon festdribbelte. Es war bezeichnend für den Abend, an dem zwei Standardsituationen durch Hertha-Verteidiger Marvin Plattenhardt alle Träume vorerst wieder beendeten. "Am Ende ist es einfach beschissen", musste sich Schonlau am "Sky"-Mikrofon danach erstmal sammeln. "Ich habe wenig Worte gerade."

Walter zwischen Stolz und Leere

Zum dritten Mal war der Hamburger SV in der Bundesliga-Relegation, zum ersten Mal mussten sich die Elbestädter geschlagen geben. "Die Berliner haben es heute besser als am vergangenen Donnerstag gemacht, sie haben dank des frühen Tores das positive Gefühl mitgenommen und super verteidigt", lobte Jonas Meffert aber auch den Gegner, der vom Auftritt her ein anderes Gesicht zeigte. "Es ist ein großer und herber Rückschlag, aber wenn wir alle daraus lernen, dann wird uns das noch stärker machen." Worte, denen sich auch Cheftrainer Tim Walter anschließen möchte. Obwohl er zunächst gar nichts sagen wollte.

Stattdessen bat er zunächst um Verständnis, "dass ich dazu keinen Bock habe, zu reden". Wenig später hielt er auf der Pressekonferenz fest, dass an diesem Abend "nicht die bessere, sondern die glücklichere Mannschaft gewonnen" hatte. Walter bewegte sich emotional zwischen Stolz und Enttäuschung. "Ich bin trotzdem sehr, sehr stolz auf meine Mannschaft. Wir haben mithilfe der Zuschauer und des Vereins über die Saison etwas entstehen lassen und sind immer noch nicht am Ende", machte auch der 46-Jährige weiterhin Mut. "Momentan herrscht einfach nur Leere, aber die nächsten Tage geht es weiter." Denn Walter kann im kommenden Jahr den erneuten Anlauf wagen – wenn die HSV-Verantwortlichen ihn lassen.