"Einfach bitter": 96 hadert mit spätem Ausgleich
In einer spektakulären Partie musste sich Hannover 96 gegen Preußen Münster am Ende mit einem Punkt zufrieden geben. Ein unerwarteter Rückschlag, der auf der Zielgeraden besonders weh tut.
"Waren nicht konsequent genug"
Beinahe wäre der eingewechselte Stefan Thordarson in der 86. Minute mit seinem fantastischen Fernschuss in den Winkel zum Matchwinner geworden. Doch das letzte Wort hatten die Gäste. Mit einer Direktabnahme aus 30 Metern erzielte Jorrit Hendrix in der dritten Minute der Nachspielzeit noch den Ausgleich. "Was dem Stefan gelungen ist, ist dann dem Spieler von Münster auch gelungen. Ein Schuss, den du wahrscheinlich einmal in deinem Leben so schießt", bedauerte 96-Trainer Christian Titz. "Einfach bitter, dass wir das nicht über die Zeit bringen", beklagte Kapitän Enzo Leopold.
Es war ein offener Schlagabtausch. Zunächst hatte Hannover gute Chancen, dann schlug Münster zweimal zu. "Wir spielen eigentlich eine gute erste Halbzeit und geraten durch zwei einfache Fehler, wo wir nicht konsequent waren, in Rückstand", erklärte Leopold. Die Abwehr, die sich in den letzten Wochen gefestigt hatte, war an diesem Tag ungewohnt löchrig. "Es ist schon enttäuschend, weil das, was uns in der Rückrunde ausgezeichnet hat – die defensive Stabilität –, das ist uns heute ein Stück weit abhandengekommen", bemängelte Titz.
"Müssen das schnell abhaken"
Immerhin bewiesen die Niedersachsen eine gute Moral und kämpften sich kurz vor der Pause mit einem Doppelschlag von Mustapha Bundu zurück. "Wir haben jederzeit versucht, das Spiel zu gewinnen. Ich finde, es war trotzdem kein schlechtes Spiel von uns. Wir haben immer dran geglaubt", so der Torschütze. Allerdings schaffte es Hannover auch in der zweiten Halbzeit nicht, den eigenen Kasten sauber zu halten. "Das war natürlich ein unfassbares Fußballspiel, aber auch eine echte Enttäuschung hinten raus", resümierte Leopold.
Aufgrund der späten Punkteteilung verpassten es die Roten, den Patzer des SC Paderborn zu nutzen und auf den zweiten Tabellenplatz zu klettern. Stattdessen liegt 96 nun einen Zähler hinter Elversberg. "Wir müssen das jetzt ganz schnell abhaken. Die Saison geht aber noch zwei weitere Spieltage. Es ist noch viel an Punkten zu holen", bemerkte Titz. Noch ist alles drin für seine Mannschaft, wenn sie aus den Fehlern lernt. "Wir werden uns schütteln und dann in die verbleibenden Spiele reingehen." Zunächst geht es am nächsten Samstag nach Bochum, bevor zum Saisonfinale der 1. FC Nürnberg nach Hannover reist.