"Es ist halt mein Umgangston": Kniat sieht nach Abpfiff die Rote Karte

Arminia Bielefeld verpasste am Samstag beim 1:1-Unentschieden gegen den VfL Bochum einen Befreiungsschlag im Abstiegskampf. Noch dazu sah Cheftrainer Mitch Kniat die Rote Karte - nach Spielschluss. Ausschlaggebend war offensichtlich der Tonfall des 40-Jährigen gegenüber Schiedsrichter Tobias Stieler. Unbeabsichtigt, wie Kniat beteuert.

"Finde es geisteskrank"

Das Spiel auf der Bielefelder Alm war vorbei, da sah Mitch Kniat plötzlich die Rote Karte von Schiedsrichter Tobias Stieler. Vorausgegangen war ein Gespräch zwischen dem DSC-Coach und dem Unparteiischen, wie Kniat anschließend bei "Sky" aufklärte. "Ich bin zu ihm hingegangen und meine Worte waren wortwörtlich: 'Ich finde es geisteskrank, dass die letzte Aktion abgepfiffen wird'. Also nichts über ihn - oder sonst was", so der Bielefelder, der betonte, dass die Aussage keinerlei persönlichen Bezug hatte. "Es ist einfach, wie ich eine Aktion sehe. Ich finde das Foul geisteskrank, ich finde die Aktion geisteskrank."

Stieler interpretierte Kniats Wortlaut offensichtlich anders - und überraschte den Cheftrainer nicht nur mit dem Platzverweis. "Ich wollte ihm danach noch die Hand geben, das wollte er nicht. Er hat zu mir gesagt, ich soll weggehen", berichtete Kniat, der sich über die Art und Weise wunderte. Der 40-Jährige erinnerte an das Hinspiel in Bochum, bei dem Wolfgang Haslberger die Partie leitete. "Ich wurde im Hinspiel vom Schiedsrichter Hampelmann genannt", erklärte Kniat. "Wenn ein Schiedsrichter so was zu mir sagen kann, dann kann ich auch zu ihm was sagen - und dann gibt man sich die Hand. Es ist halt mein Umgangston."

"Das trifft mich brutal hart"

Ein Umgangston, der dem Bielefelder jetzt die Rote Karte eingebracht hat. Eine Sperre von mindestens einer Partie wird wohl folgen, was im Saisonfinale schmerzt. Kniat betonte, dass seine Aussage nicht respektlos war. "Trotzdem darf ich das nicht machen, es ist mein Fehler", räumte der 40-Jährige ein. Und betonte noch einmal, dass er nicht Stielers grundsätzliche Leistung im Spiel gemeint hatte: "Ich habe mich einfach nur über den letzten Pfiff geäußert und gesagt, dass ich es als geisteskrank empfinde, dass er das nicht mehr zulässt."

Am kommenden Freitag (18:30 Uhr) wird Kniat beim Auswärtsspiel in Kaiserlautern mit großer Wahrscheinlichkeit auf der Tribüne sitzen. "Das trifft mich brutal hart", ärgerte sich der Cheftrainer, der sich für seinen Fehler entschuldigte. Und trotzdem forderte der 40-Jährige auch mehr Verständnis für mögliche Emotionen. "Die Schiris nutzen eine Grauzone für sich, aber eine Grauzone für den Trainer oder die Spieler mal zu erlauben, das gibt's nicht", so Kniat. Ein menschlicher Fehler, der den Cheftrainer nun möglicherweise das Saisonfinale kosten könnte.

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