Eintracht Braunschweig: Die ständige Schwäche bei Standards
Am 27. Spieltag verlor Eintracht Braunschweig mit 1:3 bei Union Berlin. Nach einer torlosen ersten Halbzeit erzielte Union-Torjäger Bobby Wood die Führung (58.), die Eintracht-Youngster Phillip Tietz mit seinem ersten Profi-Tor postwendend ausglich (62.). Mit einem Doppelpack schoss Damir Kreilach den Sieg für die Hausherren heraus (69./84.).
„Wir wissen, dass wir Qualität haben. Wenn wir diese abrufen und uns das Selbstvertrauen im Spiel zurückholen, sind wir in der Lage gegen Union Berlin zu bestehen", war die Hoffnung von Löwen-Coach Torsten Lieberknecht noch vor der Partie an der Alten Försterei. Nach dem Spiel – dem sechsten in Folge ohne Dreier – weiß auch er, dass die Qualität in Berlin zwar phasenweise aufblitzte, doch das Selbstvertrauen nach der nächsten Pleite nicht zurückgekehrt war.
Dabei sah es zwischenzeitlich gar nicht so schlecht aus für die Löwen. Den Rückstand glich Philipp Tietz umgehend mit seinem ersten Tor in der 2. Liga aus. „Er hat als 18-Jähriger da vorne ein richtig gutes Spiel gemacht“, lobte ihn sein Coach, der ihm erstmals auswärts das Vertrauen von Anfang an schenkte. Warum die Freude allerdings nur von vorübergehender Natur war, hatte einen altbekannten Grund: „Uns hat wieder eine Standardsituation das Genick gebrochen“, analysierte Lieberknecht zum wiederholten Male in dieser Saison. Das Prunkstück der bisherigen Spielzeit beginnt allmählich zu bröckeln – wie schon in der Vorwoche musste Torhüter Rafal Gikiewicz gleich drei Gegentreffer hinnehmen. Dabei hatte der sonst so souveräne polnische Schlussmann beim dritten Berliner Treffer seinen Anteil, sodass ihn sein Übungsleiter „nicht von einer Mitschuld freisprechen“ konnte.
Das Einzige, worauf man sich derzeit in den Reihen der Eintracht verlassen kann, sind die treuen Anhänger. „Die zweite Halbzeit hat gezeigt, dass das Team in dieser momentan schwierigen Situation die volle Unterstützung braucht. So, wie es sie auch von unseren Fans vor, während und nach dem Spiel erfahren hat“, lobte Lieberknecht die leidgeplagten Löwen-Fans. Die Länderspielpause kommt für die Niedersachsen in der aktuellen Situation zum rechten Zeitpunkt. Mittelfeldmann Patrick Schönfeld erkannte: „Aus dieser Phase können wir uns jetzt nur selbst herausholen, indem wir die Ergebnisse wieder bringen.“
Am Freitag, den 1. April wird Abstiegskandidat SC Paderborn an der Hamburger Straße vorstellig. Um nicht auch noch in den Abstiegsstrudel hineinzugeraten, sollte der BTSV der Marschroute Schönfelds dringend folgen.