Elf Fakten zum Start der neuen Zweitliga-Saison
An diesem Wochenende rollt endlich wieder der Ball in der 2. Fußball Bundesliga. Bevor es losgeht, hat liga2-online.de elf Fakten zum Start der neuen Zweitliga-Saison zusammengestellt:
Millionenschwere Liga
Zwei sind nicht zu bremsen: Mit Hannover 96 und dem VfB Stuttgart sind zwei echte Schwergewichte aus der Bundesliga abgestiegen. Die Ambitionen auf einen Wiederaufstieg machen die beiden Traditionsvereine auch gleich mit ihren Kadern deutlich. Sowohl die Schwaben, als auch die Niedersachsen haben einen Marktwert weit über 30 Millionen Euro. Im Rest der Liga kommt nicht ein einziges Team über einen Marktwert von 20 Mio. €. Selbst die drei Aufsteiger Würzburg, Dresden und Aue kommen zusammen gerade einmal auf rund 27 Millionen Euro Marktwert.
Sahin und Aigner halten das Fähnchen hoch: Baut man sich aus den Marktwerten der Vereine eine Top-Elf zusammen, so stehen neun von elf Spielern bei Hannover und Stuttgart unter Vertrag. Nur Cenk Sahin vom FC St. Pauli und Stefan Aigner (1860 München) quetscht sich mit einem Marktwert von 4,0 bzw. 3,75 Millionen Euro zwischen die beiden Schwergewichte der Liga.
1860 mit dem Riesen-Kader: Am meisten aufgerüstet hat der TSV 1860 München mit Spielernamen wie Olic, Aigner und Ribamar. Noch einmal wollen die Löwen wohl nicht gegen den Abstieg spielen. Doch das hat auch seinen Preis. Mit 32 Spielern hat der TSV den größten Kader der Liga, doch nur 18 können pro Spieltag mit zu den Spielen. Unzufriedene Spieler sind vorprogrammiert.
Transfermeister Greuther Fürth: Ganz unscheinbar und heimlich hat sich die SpVgg Greuther Fürth zum Transfermeister der bisherigen Saison entwickelt. Mit 29 Zu- bzw. Abgängen haben die Franken sogar die investitionsstarken Münchner Löwen (28) übertrumpft. Scheint, als wollte das Kleeblatt endlich den ersten Rang in der ewigen Zweitliga-Tabelle von Alemannia Aachen erobern.
Solide Wirtschaft: Bis auf drei Mannschaften schreiben alle Teams in der Transferperiode schwarze Zahlen. Die aggressive Taktik des Großeinkaufs findet nur bei 1860 München statt. Alle anderen Vereine denken eher an beständiges Arbeiten ohne großes Risiko-Investment.
Interesse so groß wie nie
Auch durch die neuen Vereine ist das Zuschauerinteresse weiter so groß wie noch nie. Der Zuschauerschnitt der Liga steigt in den letzten Jahren kontinuierlich. Mit Stuttgart, Hannover und Dresden könnte der Zuschauerschnitt in dieser Saison erstmals flächendecken über 20.000 ansteigen. Zum Vergleich: In der letzten Saison sahen etwas mehr als 19.000 Zuschauer im Schnitt die Partien in der 2. Liga.
Kickers stemmen sich gegen das Intermezzo: Aufsteiger Würzburger Kickers ist nicht, wie viele glauben, ein Neuling in der 2. Bundesliga. Vielmehr haben die Bayern schon eine Saison in selbiger gespielt, vor knapp 40 Jahren. Doch damals ging es auch gleich wieder runter in eine tiefere Spielklasse. Das soll den Würzburgern in dieser Saison nicht wieder passieren, geht es nach dem Willen der Verantwortlichen.
Die Hälfte der Liga war schonmal Zweitliga-Meister: Die Tradition und Qualität der Teams in der Liga wird auch bei einem Blick in die Geschichte deutlich: 23 Meistertitel treten in der nächsten Saison gegeneinander an und das sind damit mehr als die Hälfte aller Titel der Geschichte. Mit Nürnberg, Bielefeld, Hannover, Karlsruhe, Bochum, Kaiserslautern, St. Pauli, Düsseldorf, Greuther Fürth, 1860 München und dem VfB Stuttgart haben elf Teams schon einmal den Meistertitel in Liga zwei erhalten. Wird es dieses Jahr also einen Neuling geben?
Tradition pur: Mal abgesehen von den Meistern der Liga ist aber auch die Tradition der diesjährigen Vereine immens: 14 von 18 Vereinen sind schon über 100 Jahre alt, lediglich Dynamo Dresden, Erzgebirge Aue, Union Berlin und der 1. FC Heidenheim gehören zu den "Teenagern" der Liga.
Vereinstreue: Patrick Fabian, Ken Reichel und Jan Philipp Kalla sind nun schon seit über neun Jahren bei ihren Vereinen in Bochum, Braunschweig und St. Pauli. Keine anderen Spieler in der 2. Liga sind so treu gegenüber ihren Vereinen.
Außenseiterwetten gefordert: In den letzten Jahren sehen sich Fans und Experten am Ende der Saison immer ein wenig ratlos die Tabelle an. Da steigen Aufsteiger wie der SV Darmstadt gleich noch eine Liga in die Bundesliga auf oder Bundesliga-Absteiger werden direkt weiter in die 3. Liga durchgereicht, wie der SC Paderborn. Warum sollte man also nicht auf einen Aufstieg der Würzburger Kickers oder einen Abstieg eines vermeintlichen Top-Teams setzen? Spätestens seit der Meisterschaft von Leicester City in England wissen die Fans: Im Fußball ist alles möglich. Und in diesem Sinne freuen wir uns auf die "beste 2. Liga aller Zeiten"!