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Erzgebirge Aue: Befreiungsschlag gegen den Lieblingsgegner?

Er hat schon beinahe Tradition, der verkorkste Saisonstart in Aue. Ein magerer Zähler steht in den Büchern und schon wieder müssen die Veilchen früh um jeden Punkt kämpfen, um über der Linie zu bleiben. Aktuell stehen die Lila-Weißen auf Rang 16, nur der SV Sandhausen und der MSV Duisburg sind schlechter in die Saison gestartet. Trainer Daniel Meyer steht bereits jetzt stark in der Kritik, will er die Diskussionen um seine Person beenden, braucht er einen Sieg. Kommt zum genau richtigen Zeitpunkt jetzt der Lieblingsgegner in den Schacht?

St. Pauli: Stark angefangen, stark nachgelassen

Bereits zum neunten Mal gastiert der FC St. Pauli im Erzgebirge und die Bilanz spricht klar für die Veilchen. Nur einen einzigen Auswärtssieg konnten die Hanseaten im Lößnitztal holen, die letzten drei Spiele im Erzgebirgsstadion gewann allesamt der FC Erzgebirge. Doch nicht nur Aue, auch St. Pauli ist gefordert den aktuellen Negativtrend zu beenden. Nach zwei Siegen zum Saisonstart flog die Mannschaft von Markus Kauczinski im Pokal gegen den Underdog aus Wehen raus. In der Liga setzte es dann gegen Union Berlin und Köln zwei hohe Pleiten. Mit zehn Gegentreffern stellen die Hamburger die derzeit löchrigste Abwehr der Liga, der Abgang von Abwehrchef Lasse Sobiech im Sommer konnte noch nicht wirklich kompensiert werden. In der Offensive bauen die Paulianer auf ihren Spielmacher Christopher Buchtmann, der 26-Jährige netzte bereits dreimal in dieser Saison und bereitete einen weiteren Treffer vor. Im Sturm suchte man sich Verstärkung aus Holland, Henk Veerman kam aus Heerenveen und war in seinen ersten beiden Spielen sofort erfolgreich.

Erzgebirge Aue: Viele Baustellen

Noch stottert der Motor der Auer, Coach Daniel Meyer muss noch an vielen Stellschrauben drehen, sowohl in der Abwehr als auch im Angriff. Einzig Neuzugang Pascal Testroet sorgt derzeit im gegnerischen Strafraum für Gefahr, der ehemalige Dresdner bekommt aber noch viel zu wenig Unterstützung und Bälle aus dem Mittelfeld. Rückkehrer Jan Hochscheidt konnte sich bisher noch nicht als neuer Spielmacher durchsetzen. Hoffnungsträger Mario Kvesic verlor nach starker Vorbereitung erneut seinen Stammplatz, dabei hat der 26-Jährige alle Fertigkeiten, um den Auer Sturm wiederzubeleben. Nach einem vielversprechenden Auftritt im Testspiel gegen den VfL Wolfsburg könnte der Mittelfeldspieler gegen Pauli wieder in der Startelf stehen. In der Abwehr sucht Meyer nach der richtigen Formation und Aufstellung um Christian Tiffert. Zuletzt kehrte Steve Breitkreuz nach seiner Verletzung zurück in die Startelf. Der einstige Leistungsträger und Stammspieler kam nach dem Abstieg der Braunschweiger zurück nach Aue und soll die wacklige Abwehr wieder stabilisieren. Gegen Ingolstadt gelang dies den Auern nicht, zwei vermeidbare Gegentreffer kosteten am Ende die Punkte. Wie schon in der vergangenen Saison waren die Sachsen besonders anfällig bei Standardsituationen und hohen Bällen.

Meyers letztes Spiel?

Die Bilanz von Aue Trainer Daniel Meyer liest sich nicht besonders gut, vier Pflichtspielniederlagen, ein magerer Punkt zum Saisonstart. In der vergangenen Saison reagierte der FC Erzgebirge umgehend und stellte den damals ebenfalls neuen Coach Letsch nach nur drei Spielen wieder frei. Noch sitzt Meyer im Sattel, auch da seine Schützlinge gegen die klar favorisierten Mannschaften aus Berlin, Köln und Ingolstadt gut mithielten. Im Ergebnissport Fußball fehlen aber irgendwann die Argumente, wenn die Punkte weiter ausbleiben. Daniel Meyer wird ähnlich wie sein Vorgänger Hannes Drews einen beinahe perfekten September brauchen, um sich im Amt zu halten. Noch haben die Veilchen die Möglichkeit den schlechten Saisonstart zu egalisieren. Steht am Freitagabend aber wieder eine Niederlage in den Büchern, wird der Trainerstuhl von Meyer langsam zum Schleudersitz.