Erzgebirge Aue: Bertram wird zum neuen Helden

Vor gut zwei Wochen fragten wir, wer wird in Aue in die Fußstapfen von Curri, Hochscheidt und Tedesco treten und den FC Erzgebirge Aue zum Klassenerhalt schießen? Die Antwort ist recht einfach: Sören Bertram. Dreimal vollstreckte der Blondschopf im entscheidenden Rückspiel der Relegation gegen den Karlsruher SC und sicherte den Veilchen damit die Klasse.
Schleusener schockt euphorisierte Auer
Das 0:0 aus dem Hinspiel war nur eine Hypothek für den FC Erzgebirge, jedes KSC-Tor hätte die Veilchen dazu gezwungen, das Spiel zu gewinnen. Hannes Drews versprach eine Steigerung zum Hinspiel der Relegation und seine Mannschaft lieferte. Aue begann mit viel Druck und Zug zum Tor. Zwischen den engen Räumen des KSC machte vor allem Mario Kvesic auf sich aufmerksam. Der Bosnier, der in den vergangenen Wochen kaum zum Einsatz kam, machte mit seiner Ballbeherrschung in den Anfangsminuten den Unterschied aus. Kalig und Bertram vergaben jeweils knapp die Auer Führung. Der KSC fand kaum ins Spiel, behielt seinen Strafraum aber lange Zeit sauber. Aue fehlte das Überraschungsmoment bis zur 25. Minute. Nach einem starken Zweikampf von Nicolai Rapp an der linken Strafraumkante sprang der Ball zu Kvesic. Geistesgegenwertig flankte der Bosnier in die Mitte, wo Sören Bertram angeflogen kam und das 1:0 markierte. Der Hexenkessel im ausverkauften Erzgebirgsstadion kochte das erste Mal über. In der Folge hatten die Auer sogar gute Möglichkeiten zum 2:0, doch der KSC bestrafte diese Nachlässigkeiten. Kurz vor der Pause drehten die Badener ein erstes Mal auf und nach einer Ecke war es Schleusener der den Ball perfekt in den Auer Winkel drückte, 1:1. Ein Dämpfer kurz vor dem Seitenwechsel, zu diesem Zeitpunkt wäre der KSC aufgestiegen.
Bertram macht den Deckel drauf
Die zweite Halbzeit sollte die Entscheidung bringen und Aue dreht wieder auf. Nur ein paar Minuten nach dem Wiederanpfiff war es erneut Bertram, der die Kugel nach einem Zuspiel von Fandrich im langen Eck unterbrachte, 2:1. Der KSC legte seine defensiven Ketten nach dem erneuten Rückstand endgültig ab. Pourié köpfte nach einer Ecke knapp neben das Tor und der eingewechselte Fink scheiterte aus kurzer Distanz am Schlussmann der Auer Martin Männel. Der Ausgleich hätte den Badenern gereicht, Aue legte allerdings nach. In der 75. Minute war es Fabian Kalig, der auf dem Flügel Föhrenbach aussteigen ließ und zum Sprint in den Strafraum ansetzte, querlegte und den dritten Treffer von Sören Bertram vorbereitete. Fast acht Monate musste Sören Bertram auf einen Treffer im Veilchentrikot warten. Gegen den KSC gelangen ihn gleich drei und dass sowohl mit rechts, links und dem Kopf. Das 3:1 war die Entscheidung in einem brisanten und hochspannenden Spiel. Der FC Erzgebirge Aue bleibt damit in der 2. Bundesliga, für den KSC geht es eine Etage tiefer weiter.
Die nächsten Herausforderungen warten
Der Klassenerhalt wurde nach dem Spiel ausgiebig gefeiert, wie nach einem Meistertitel feierten die Auer Fans ihre Mannschaft. Die Erleichterung war den Spielern, Trainern und Fans ins Gesicht geschrieben. Nach dem turbulenten letzten Tagen und Wochen sicherte sich der FC Erzgebirge am Ende verdient den Klassenerhalt. Doch viel Zeit zum Genießen bleibt im Lößnitztal nicht. Mit dem Hamburger SV und dem 1. FC Köln gewinnt die 2. Liga deutlich an Qualität hinzu, auch die Aufsteiger aus Magdeburg und Paderborn werden das Unterhaus bereichern. Neben Aue überstanden nur der TSV 1860 München und Dynamo Dresden die Relegation als Zweitligist, den Abstieg konnten beide Vereine in den darauffolgenden Jahren nicht verhindern. Hannes Drews und sein Trainerteam sind nach der überstandenen Relegation gefordert auch diesen Trend zu beenden. Im kommenden Jahr gilt wieder nur ein Ziel im Erzgebirge: Klassenerhalt!