Erzgebirge Aue: Das berühmte Sechs-Punkte-Spiel

Noch immer warten die Fans im Erzgebirge auf den ersten Sieg im Fußballjahr 2018. Hannes Drews kann aus seiner ersten Krise als Profitrainer nur mit einem Dreier herauskommen. Der passenden Gegner wartet bereits am Wochenende auf seine Mannschaft, mit dem 1. FC Kaiserslautern empfängt man im neuen Erzgebirgsstadion einen direkten Konkurrenten.

Zeit für ein Erfolgserlebnis

Elf Spiele und nur ein Sieg, diese ausgemachte Durststrecke hat die Veilchen tief in die Abstiegszone gedrückt. Das positive Abschneiden in der Hinrunde und der damit einhergehende Kredit für Hannes Drews sind im Lößnitztal längst aufgebraucht. Mit gleich vier Aufstiegsanwärtern bekamen es die Mannschaft des 36-Jährigen zum Jahresauftakt zu tun. Ausgerechnet bei seinem Ex-Klub Holstein Kiel hätte die Laufbahn Drews als Aue Trainer enden können. Bereits nach 25 Minuten führten die Störche mit 2:0, beide Male ließ die Auer Manndeckung der wohl stärksten Offensive der Liga viel zu viele Freiheiten. Es schien schon wieder ein gebrauchter Tag zu werden, doch dank Malcolm Cacutalua sollte es anders kommen. Cacutalua schnürte an der Förde den wohl schnellsten Doppelpack eines Verteidigers in diesem Jahr, auch wenn sein erster Treffer nicht regelkonform war. Zum ersten Mal in dieser Saison egalisierten die Veilchen einen zweifachen Rückstand, zudem noch über Standards, die bisher nicht zu ihren Stärken gehörten. Moralisch und kämpferisch ist man im Abstiegskampf angekommen, spielerisch fehlt nach wie vor der letzte Schliff. Doch um sich einer guten alten Phrase zu bedienen: Fußball ist ein Ergebnissport. Ein weiteres Unentschieden oder eine Niederlage können sich die Veilchen dieses Mal nicht leisten. Die Pfälzer bestritten am Mittwochabend bereits ein Auswärtsspiel in Darmstadt, sammelte dort wichtige Zähler und Mut, doch die Teufel verbrannten auch viele wichtige Körner. Effektivität ist das Zauberwort des derzeitigen Erfolgs der Roten, die Effektivität, die den Veilchen zuletzt abhandenkam. Verzichten müssen die Erzgebirger zudem noch auf Stürmer Sören Bertram, der sich eine Sehne an der Ostsee anriss und vorerst ausfällt. Ausgerechnet Bertram, der mit einem Doppelpack in der Hinrunde noch Sieg am Betzenberg perfekt machte. Viele Alternativen dürfte es im Sturm nicht geben, Neuzugang Ridge Munsy dürfte vor dem Abstiegsduell vor seinem Startelfdebüt stehen. Der Schweizer hatte bereits in Kiel Bertram ersetzt und war in den letzten Spielen einer der wenigen offensiven Lichtblicke der Lila-Weißen.

Frontzecks Aufholjagd

Der Gegner der Auer ist im Erzgebirge durchaus kein unbekannter, bereits zum vierzehnten Mal treffen am Samstag die roten Teufel auf die Veilchen. Und obwohl der FCK als langjähriger Bundesligist meist als Favorit ins Erzgebirge reiste, holten die roten Teufel im Lößnitztal noch keinen einzigen Sieg. In sechs Spielen setzte es drei Niederlagen und nur ein Tor gelang den Pfälzern im Wohnzimmer der Auer. In dieser Saison schien sich das Kräfteverhältnis zum ersten Mal gewendet zu haben, Aue gewann beinahe mühelos das Hinspiel auf dem Betzenberg mit 2:0. Lange Zeit rangierten die Pfälzer abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz. Nach dem krankheitsbedingten Ausfall von Chefcoach Jeff Strasser schienen auch die letzten Hoffnungen zu schwinden. Die Verpflichtung von Michael Frontzeck wurde danach sogar belächelt, wohl aber zu Unrecht, denn die Bilanz des ehemaligen Bundesligaprofis liest sich gut. Drei Siege aus vier Spielen holten die roten Teufel unter Frontzeck und stellten den Anschluss zum SV Darmstadt, der SpVgg Greuther Fürth und auch dem FC Erzgebirge wieder her. Mit drei Siegen aus vier Spielen startet auch Hannes Drews in Aue, oft wird flaut der Trainereffekt nach einigen Spielen wieder ab. Unschlagbar ist keine der beiden Mannschaften, doch am Ende kann es in diesem Spiel nur einen Sieger und einen Verlierer geben. Wer schafft den Sprung und nimmt seinen Gegner gleichzeitig die Punkte weg? Die ausführliche taktische Spielanalyse gibt es Montag auf liga2-online.

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