Erzgebirge Aue: Das Zittern geht wieder los

Bereits zum zweiten Mal verpasst der FC Erzgebirge die Chance mit einem Sieg das Abstiegsgespenst endgültig zu vertreiben. Mit 1:3 verlieren die Sachsen ihr Heimspiel gegen den MSV Duisburg, es ist die erste Schlappe im neuen Stadion seit Januar. In der Tabelle fallen die Veilchen zurück und bleiben nur knapp oberhalb der Abstiegsränge

Drews wechselt zu früh

Wie auch schon in den vergangenen Wochen blieben die Veilchen auch gegen den MSV nicht von kurzfristigen Ausfällen verschont. Fabian Kalig meldet sich am Spieltag krank, wodurch Linksverteidiger Dennis Kempe in die Mannschaft rutschte, ebenfalls mit dabei war Dominik Wydra, der im Mittelfeld Riese ersetzte. Aue begann druckvoll im gutgefüllten Erzgebirgsstadion, Pascal Köpke war nach einem zu kurz geratenen Rückpass schon frei durch. Doch der Top-Torjäger agierte zu uneigennützig und vergab seine Hundertprozentige. Der MSV, der zuletzt in einer tiefen Krise steckte, wachte nach einigen Minuten auf und bekam die Partie mehr und mehr in den Griff. Große Torchancen blieben jedoch Mangelware, beiden war anzumerken, dass die Angst vor dem Verlieren groß war. Hannes Drews wollte bereits Mitte der ersten Halbzeit gegensteuern und nahm Wydra wieder vom Feld. Ein Fehler, denn kurz darauf gingen bei Dennis Kempe die Lichter aus, der Aushilfsinnenverteidiger musste mit einer Gehirnerschütterung runter. Nur hatte Drews mit Wydra den einzigen adäquaten Ersatz bereits ausgewechselt. Bis auf Malcolm Cacutalua war kein gelernter Innenverteidiger in der Fünferkette auf dem Platz, ein Umstand, der sich in der zweiten Halbzeit rächen sollte. Der erste Durchgang trudelte aus, gefährliche Strafraumszenen gab es von Aue nicht mehr.

Nazarovs Traumtor reicht nicht

Im zweiten Durchgang schienen beide Teams mehr investieren zu wollen. Das erste Tor musste allerdings Schiedsrichter Lasse Koslowski einleiten, er zeigte nach einem leichten Kontakt Rizzutos an Souza auf den Punkt im Auer Strafraum. Eine Fehlentscheidung wie die Wiederholung zeigte. MSV-Kapitän Wolze trat an und verwandelte für die Zebras, spätestens jetzt hätten die Veilchen aufdrehen müssen, doch eine Reaktion blieb aus und es kam noch schlimmer. Keine zehn Minuten später erhöhte der MSV nach einer Ecke, die über alle Auer hinwegflog und Tashchy per Kopf im Kasten unterbrachte. Der für den verletzten Kempe in die Partie gekommene Strauß hatte den langen Stürmer am zweiten Pfosten zu viel Platz gelassen. Ein Gegentor, das so fallen musste, da nur ein Innenverteidiger noch auf dem Platz stand. Erst nach dem 0:2 wachten die Lila-Weißen auf und intensivierten ihre Angriffsbemühungen. Echte Torchancen sprangen aber nicht heraus und so musste ein Kunstschuss her. Dimitrij Nazarov nahm einen schlecht abgewehrten Ball aus gut 25 Metern volley und nagelte die Kugel in die Maschen. Kurz keimte wieder Hoffnung auf, Christian Tiffert zwang in den Schlussminuten Flekken im MSV-Kasten noch zu einer Glanzparade. Den Schlusspunkt setzte jedoch Wolze, der einen weiteren, diesmal von Riese, verursachten Elfmeter verwandelte. Ohne die nötige Leidenschaft, die Präzision und auch ohne Entschlossenheit verlieren die Veilchen ihr vorletztes Heimspiel gegen den MSV Duisburg mit 1:3.

Das Zittern geht wieder los

Während die Lichter beim 1. FC Kaiserslautern langsam ausgehen und auch der FC St. Pauli gefährlich Richtung 3. Liga trudelt, hat sich das Abstiegsgespenst wieder im Erzgebirge blicken lassen. Zwei Niederlagen am Stück kann man sich in diesem Jahr nicht erlauben. Aue hat weiterhin ein mageres Polster auf den Relegationsplatz. Dieser Leistungsabbruch kommt im Lößnitztal zur Unzeit, stehen doch zwei schwere Auswärtsspiele in Bochum und Darmstadt und das Sachsenderby noch auf dem Programm. In dieser Drucksituation fehlt derzeit die Frische und Kreativität im Sturm. Besonders bedrohlich ist, dass es die Veilchen in dieser Saison noch kein einziges Mal schafften einen Rückstand zu drehen. Für den Endspurt müssen die Schrauben noch einmal angezogen werden, noch kann der FCE vorzeitig den Klassenerhalt perfekt machen, oder aber ein drittes Mal aus der 2. Bundesliga absteigen.

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