Erzgebirge Aue: Die Stellschrauben der Rückrunde

Schon Ende Januar beginnt der Spielbetrieb in der 2. Bundesliga, auf die Veilchen von Cheftrainer Hannes Drews wartet mit Fortuna Düsseldorf gleich ein dicker Brocken. Wie jedes Jahr brauchen die Erzgebirger jeden Punkt im Kampf um den Klassenerhalt.

Ein Stürmer mit Gardemaß

Wenn im Januar das Transferfenster noch einmal öffnet, schlagen die meisten Vereine noch einmal richtig zu, nicht so der FC Erzgebirge Aue. Helge Leonhardt stapelte schon vor der Transferperiode tief, doch wie schon im letzten Jahr holte man sich einen Stürmer aus der Schweiz. Ridge Munsy von den Grasshoppers aus Zürich soll den Angriff beflügeln. Der große wuchtige Kongolese hat alle Eigenschaften, die dem Auer Sturm noch fehlen. Gerade einmal 18 Tore haben die Veilchen in dieser Saison erzielt, nur das Tabellenschlusslicht aus Kaiserslautern trifft seltener den gegnerischen Kasten. Der Grund liegt in der mangelhaften Chancenverwertung der Veilchen, nur 12 % aller Torschüsse werden verwandelt und nur zwei Kopfballtreffer gelangen der Mannschaft. Den Stürmern ist der Killerinstinkt zuletzt abhandengekommen. Bertram, Köpke, Nazarov und Co. fehlt die nötige Physis, um Bälle aus dem zweiten Stock zu holen und festzumachen. Mit Munsy und dem wiedergenesenen Nicky Adler bieten sich Hannes Drews neue Möglichkeiten für sein System und die Startelf. Allein auf das schnelle Umschaltspiel darf man sich in der Rückrunde nicht mehr verlassen und auch an den Comeback-Qualitäten muss gearbeitet werden. Nur einen mageren Punkt erbeuteten die Erzgebirger nach einem Rückstand.

Mehr Durchhaltevermögen

25-mal griff Martin Männel bisher in das Tor hinter sich, die Abwehr der Veilchen verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich. Doch es ist nicht die Anzahl der Gegentreffer, die Hannes Drews Kopfzerbrechen bereitet, vielmehr sind es die Zeitpunkte. Gegen Heidenheim, Bielefeld und Fürth vergaben die Veilchen in den letzten Minuten noch wichtige Zähler, mit denen das Polster zum Tabellenkeller noch größer wäre. Im Endspurt um den Klassenerhalt kann sich niemand solche Fehler und Nachlässigkeiten leisten. Wydra, Kalig und Co. brauchen dafür aber auch Entlastung aus den anderen Mannschaftsteilen. So könnte die Verpflichtung von Stürmer Ridge Munsy auch für die Abwehr eine große Verstärkung sein, wenn der 28-Jährige die Bälle in der gegnerischen Hälfte festmacht.

Stadion muss zum Hexenkessel werden

Nach über zwei Jahren Bauzeit wird das neue Erzgebirgsstadion im Frühjahr fertiggestellt, bereits gegen Eintracht Braunschweig könnten alle Bereiche für die Fans zugänglich sein. Im Sommer soll dann der FC Schalke 04 das Stadion offiziell einweihen. Doch bis dahin müssen die Veilchen in den letzten sieben Spielen im Lößnitztal noch an ihrer Heimbilanz arbeiten, die litt während den drei Bauphase doch stark. Aue braucht seine alte Heimstärke zurück und auch die Fans sind gefordert. Nach dem Stimmungsboykott der Auer Ultras und offenen Konflikt mit der Vereinsführung haben sich die Wogen zuletzt etwas geglättet. Im nun vollständig geschlossenen Stadion muss der Funke wieder von den Rängen auf die Mannschaft überspringen.

Sextett kämpft um neue Verträge

Beim Eröffnungsspiel gegen Schalke könnten einige Spieler schon gar nicht mehr im Kader sein. Die Arbeitspapiere von Sebastian Hertner, Philipp Riese, Nicky Adler, Robert Jendrusch, Fabian Kalig und Cebio Soukou laufen allesamt im Sommer aus. Ende Februar will die Vereinsführung die Gespräche beginnen, für die Spieler beginnt die Bewerbungsphase jedoch schon jetzt. Einen Stammplatz und Einsatzgarantie dürfte keiner der sechs Kicker sicher haben. Nicky Adler muss nach seiner schweren Leistenverletzung wieder in auf sein Niveau aus der Vorsaison anknüpfen, in der er vier Tore schoss. Cebio Soukou fiel ebenfalls verletzt in der Hinrunde aus, drehte im Dezember erstmals wieder richtig auf und markierte zwei wichtige Treffer gegen Darmstadt und Heidenheim. Wackelkandidaten dürften auch die Aufstiegshelden Riese und Hertner sein, die ihre Stammplätze einbüßten. Fabian Kalig dürfte die interessanteste Personalie sein, nach seinem Wechsel von den Mainzer Amateuren schaffte er im vergangenen Jahr den Sprung in die Startelf und ist mittlerweile eine wichtige Säule in der Abwehr.

 

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