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Erzgebirge Aue: Die Veilchen sind noch tief im Winterschlaf

Der FC Erzgebirge Aue bleibt auch nach dem zweiten Spiel in diesem Jahr punkt- und torlos. Die Schanzer aus Ingolstadt fuhren einen zu keiner Zeit gefährdeten Auswärtssieg im Lößnitztal ein gewannen hochverdient mit 3:0. Die Erzgebirger treten nach wie vor auf der Stelle und der einst so üppige Vorsprung schmilzt allmählich dahin.

Erste Hälfte: Kittel bestraft schläfrige Auer Hintermannschaft

Ein Wintereinbruch hatte im Erzgebirge die Partie zwischen dem FCE und den 1. FC Köln verhindert. Zwei Wochen mussten die Veilchen auf das nächste Spiel warten. Mit dem FC Ingolstadt ging es wie schon gegen Magdeburg gegen einen akut abstiegsbedrohten Verein aus dem Tabellenkeller. In der Rolle des Favoriten fühlten sich die Erzgebirger in dieser Saison nie besonders wohl. Daniel Meyer rotierte und stellte zudem das System auf eine Viererkette um. Ein taktischer Trick, der beim letzte Heimspiel gegen Union Berlin aufging, gegen Ingolstadt aber nicht. Die Schanzer spielten mutig und schienen ihre Hausaufgaben vor dem Spiel gemacht zu haben. Aue wirkte schläfrig und musste erst durch Sonny Kittel geweckt werden, der im Auer Strafraum ungestört und etwas glücklich im Gewühl die Kugel über die Linie brachte. Die Führung der Schanzer weckte die Veilchen zwar auf, doch wirklich auf Betriebstemperatur kamen die Auer nicht. Ingolstadt hatte in einer eher schwachen Partie die Kontrolle und kam immer wieder zu Chancen. Vor allem über die Flügel konnte die Mannschaft von Jens Keller nach Belieben schalten und walten, die neu formierte Veilchen Viererkette war zunehmend überfordert.  Aue fiel auf dem holprigen Untergrund nichts ein und die meisten langen Bälle bereiteten der Ingolstädter Hintermannschaft keine Probleme. Zur Auer Lethargie gesellte sich dann noch das Verletzungspech. Nach einem Zusammenstoß musste Linksverteidiger Kempe raus, Meyer brachte den Innenverteidiger Wydra.

Zweite Hälfte: Die Reaktion bleibt aus

Nach dem Seitenwechsel änderte sich am Spielverlauf nichts, Aue hatte weiterhin Probleme und der FCI war die einzige Mannschaft, die an diesem Tag für Torgefahr sorgte. Kurz nach der Pause sorgte Kotzke für die Entscheidung. Der Innenverteidiger stand goldrichtig, nachdem Männel ein Luftduell mit Lezcano nach einer Ecke verlor und der Ball zurück in an den Fünfmeterraum geköpft wurde. In der Folge spielte sich das bis dahin ohnehin schon zerfahrene Spiel im Mittelfeld ab. Die Veilchen ließen jegliche Spielidee, Kontrolle und Einsatzbereitschaft vermissen. Der Sieg der Schanzer geriet zu keiner Zeit in Gefahr und so setzte Kittel mit einem starken Solo den Schlusspunkt, seine Hereingabe wurde von Cacutalua noch ins eigene Tor abgefälscht. Aue verliert hochverdient mit 0:3 und hat nur noch sechs Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz.

Der Reset-Knopf muss gedrückt werden

Das Auf und Ab, es ist beinahe schon symptomatisch für die Saison 2018/19 der Veilchen. Auf gute Spiele folgt ein Formtief. Dieser Situation und der aufkommenden Kritik musste sich Daniel Meyer schon oft in seiner erst kurzen Amtszeit stellen. Nach zwei sehr enttäuschenden, schwachen und mutlosen Auftritten im neuen Jahr steigt wieder der Druck auf die Mannschaft und den Übungsleiter. Die Sorgen aus der vergangenen Hinrunde konnte man über den Jahreswechsel nicht abschütteln. Nun ist Daniel Meyer erneut gefragt, die richtigen Schlüsse aus den vergangenen Spielen zu ziehen. Am Samstag müssen die Veilchen zum FC St. Pauli. Die Hamburger spielen um den Aufstieg mit, sie sind aber der ausgemachte Lieblingsgegner der Lila-Weißen. Von insgesamt 16 Partien konnten die Sachsen neun gewinnen und verloren gegen die Kiez-Kicker nur zweimal. Auch im Hinspiel gingen die Auer als Sieger vom Platz, damals war es der erste Sieg für Daniel Meyer als Trainer im Profibereich.