Erzgebirge Aue: Kleine Schritte zum Ziel

Wieder einmal können die Veilchen eine 1:0 Führung nicht über die Zeit bringen. Nach 90 Minuten steht ein 1:1 Unentschieden zwischen dem SV Sandhausen und dem FC Erzgebirge Aue. Ein Unentschieden, mit dem die Sachsen nach den Ergebnissen der Konkurrenz nicht zufrieden sein können.
Köpkes lucky Punch reicht nicht
Hannes Drews konnte nach dem Sieg vergangene Woche gegen den FCK im Hardtwald beim SV Sandhausen wieder auf seinen Mittelfeldmann Clemens Fandrich zurückgreifen. Fandrich sollte das zentrale Mittelfeld stabilisieren, dafür nahm der offensivere Kvesic auf der Bank Platz. Die Partie beim SVS begann zäh, beide Mannschaften neutralisierten sich im Mittelfeld, ein Offensivfeuerwerk war zwischen den beiden defensivgeprägten Teams ohnehin nicht zu erwarten. Die Veilchen lauerten wieder auf schnelle Konterchancen, doch gegen die beste Abwehr der 2. Liga fand man anfangs kein probates Mittel. Es dauerte über eine halbe Stunde, bis die Hausherren das Tempo anzogen. Ein satter Schuss vom Sandhäuser Karl zischte knapp über die Latte. Im Gegenzug hatte Munsy die dickste Chance bei den Auern. Der Torschütze aus der vergangenen Woche bekam in der 40. Minute endlich einmal genug Platz und setzte sich stark im Laufduell gegen Knipping durch, scheiterte dann aber vor SV-Keeper Schuhen. Zur Pause blieb es beim 0:0, Aue kam unverändert aus der Kabine und erwischte den perfekten Start. Ein langer Befreiungsschlag von Kempe flog in die Hälfte der Hausherren, Knipping hatte den Ball eigentlich sicher, es bestand keine Gefahr. Doch Pascal Köpke ging dazwischen und vollstreckte eiskalt zur Auer Führung. In der Folge rührten die Auer festen Beton an und formierten sich zu einem 5-4-1 System, Köpke rutschte ins Mittelfeld auf den rechten Flügel. Doch Sandhausen steht nicht ohne Grund in der Tabelle knapp unter den Aufstiegsplätzen. In der 69. Minute nutzen die Hausherren die erste Auer Unaufmerksamkeit gnadenlos aus. Ein Ballverlust in der Vorwärtsbewegung kam Aue teuer zu stehen. Ein langer Ball auf Sukuta-Pasu, dieser setzte sich gegen Wydra durch und bediente den völlig freistehenden Isländer Gíslason, 1:1. Es war bereits der 38. Gegentreffer in dieser Saison, die in der Hinrunde noch hochgelobte Abwehr der Veilchen hat ihre Zuverlässigkeit im neuen Jahr verloren. Sandhausen drängte in der Folge auf den Sieg und hatte mit Daghfous und Karl noch zwei gute Möglichkeiten, Martin Männel und die Querlatte sicherten in der Schlussphase den wichtigen Punkt.
Kellerkinder proben den Aufstand
Nachdem bereits am Freitag Darmstadt und Kaiserslautern siegten, zog am Samstag die Spielvereinigung Greuther Fürth nach, die ausgerechnet im Franken-Derby ihren ersten Auswärtssieg holte. Schlagen die Bochumer gar noch den FC Ingolstadt, rutschen die Erzgebirger sogar noch auf den Relegationsplatz. Mit dem einen Punkt sind die Veilchen praktisch der Verlierer des Spieltags, dennoch konnte man mit der Punkteausbeute der letzten Wochen zufrieden sein. Sieben Punkte aus vier Spielen stehen zu Buche, hält die Mannschaft von Hannes Drews diesen Schnitt, reicht das zum Klassenerhalt. Nach dem holprigen Jahresstart stimmen die Ergebnisse wieder und nur das zählt unter dem Strich. Punktet der Tabellenkeller weiterhin so fleißig werden sich auch Ingolstadt, Heidenheim und St. Pauli strecken müssen. In der kommenden Woche sind die Erzgebirger wieder auf Reisen, dann geht es nach Berlin. Beim kriselnden 1. FC Union Berlin konnte man schon im letzten Jahr gewinnen. Damals traf Rechtsverteidiger Calogero Rizzuto, der Sieg an der Alten Försterei ebnete damals den Weg zum Klassenerhalt. Auch in diesem Jahr käme ein Dreier einem kleinen Befreiungsschlag gleich, doch dafür müssen noch einige Prozente freigesetzt werden. Insbesondere die Abwehr muss sich wieder stabilisieren, Martin Männel hielt erst ein einziges Mal in diesem Jahr die Null.