Erzgebirge Aue: Kvesic bricht den Wedau-Fluch

Der FC Erzgebirge Aue gewinnt mit etwas Glück das erste Auswärtsspiel in dieser Saison. In einer schwachen und eher ereignisarmen Partie stand vor allem der Schiedsrichter im Fokus, zwei Fehlentscheidungen sorgten für die ersten Tore, bevor Mario Kvesic den Auer Bann an der Wedau brach. 

Wolze bringt die Zebras in Front

Noch nie konnten die Veilchen in Duisburg gewinnen, der letzte Auer Sieg über den MSV lag über acht Jahre zurück. Trainer Daniel Meyer schickte seine Siegermannschaft vom letzten Wochenende in den strömenden Regen von Duisburg und obwohl die Veilchen im grellen Neonorange aufliefen, stachen zuerst die Duisburger ins Auge. Mit viel Engagement drückte die Elf von Ilja Gruev die Auer in die eigene Hälfte. Der sieglose Tabellenletzte war nach dem schwachen Saisonstart spürbar unter Druck und drängte auf die Führung. Aue brauchte gut zehn Minuten, um in Spiel anzukommen, hatte aber gleich eine Großchance. Nach einer guten Kombination kam Fandrich zum Abschluss, sein Flachschuss konnte im letzten Moment von Mesenhöler um den Pfosten gelenkt werden. Es sollte für lange Zeit die letzte gefährliche Torchance der Veilchen bleiben, oft agierten die Sachsen zu mutlos in der gegnerischen Hälfte. Anders die Hausherren, die in der 17. Minute Männel zu einer Glanzparade zwangen und gegen Ende des ersten Durchgangs dann noch einmal einen Gang höher schalteten. Souza donnerte einen Ball aus Nahdistanz an den Auer Querbalken. Kurz vor der Pause stand dann Schiedsrichter Jöllenbeck im Fokus des Geschehens. Der Unparteiische zeigte auf den Punkt, nachdem Tashchy nach einem leichten Kontakt mit Breitkreuz im Strafraum zu Fall gekommen war, eine zweifelhafte Entscheidung. Kapitän Wolze übernahm die Verantwortung und verwandelte den Strafstoß, 1:0 für den MSV.

Joker Kvesic sorgt für den Lucky Punch

Mit sichtlich viel Wut kam die Mannschaft wieder aus der Pause und drängte auf den Ausgleich. Jan Hochscheidt prüfte kurz nach Wideranpfiff Mesenhöler im Duisburger Kasten. Die nachfolgende Ecke klärte der MSV, Schiedsrichter Jöllenbeck zeigte aber plötzlich auf den Punkt im MSV Strafraum. Im Luftduell mit Kempe war der Ex-Auer Wiegel mit dem Arm an den Ball gekommen, ein absichtliches Handspiel war es aber in keinem Fall. Die zweite fragwürde Entscheidung des Referees. Pascal Testroet war das egal, der Stürmer schnappte sich den Ball und nahm das Geschenk des Schiedsrichters dankend an, 1:1. Die Veilchen hatten nun das Momentum auf ihrer Seite, aber nach dem Treffer schaltete die Mannschaft wieder einen Gang zurück. Im strömenden Regen verflachte die Partie immer weiter, Aue stellte beinahe alle Offensivbemühungen ein. So kam der MSV gegen Ende immer gefährlicher an den Auer Kasten. Souza traf in der 73. Minute nur das Außennetz. Alle warteten auf den Lucky Punch, doch der fiel auf der anderen Seite. Der kurz zuvor eingewechselte Mario Kvesic bekam in zentraler Position vor dem Strafraum den Ball, zog nach rechts und schweißte das Spielgerät in den Knick, 1:2. Eine Antwort konnte der MSV nicht mehr geben, die Lila-Weißen gewinnen zum allerersten Mal an der Wedau. Zudem drehten die Auer endlich wieder ein Spiel nach einem Rückstand, zuletzt gelang das vor fast zwei Jahren am Millerntor.

Kein falsches Gefühl der Sicherheit

Für einen großen Sprung reicht es in der Tabelle nicht, auch Heidenheim und Regensburg konnten am Sonntag gewinnen. Die Veilchen verharren auf dem 14. Tabellenplatz, haben aber endlich ein kleines Punktepolster zu den Abstiegsrängen. Der Sieg an der Wedau war ein weiterer Brustlöser und ein perfekter Start in die englische Woche. Doch allzu sicher dürfen sich die Veilchen nicht sein, der Sieg bei den Zebras war durchaus glücklich, nach der deutlichen Steigerung gegen den FC St. Pauli fiel man spielerisch wieder zurück. Mit dem SV Sandhausen wartet bereits der nächste direkte Konkurrent auf die Erzgebirger. Die Sachsen empfangen die Sandhäuser bereits am kommenden Mittwoch im Lößnitztal.

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