Erzgebirge Aue: Meyer rotiert und verliert

Nach einem kurzen Höhenflug landen die Veilchen im heimischen Erzgebirgsstadion unsanft auf dem Boden der Tatsachen. Mit 0:2 verlieren die Sachsen gegen den bisher noch sieglosen SV Sandhausen. Nach einer desolaten ersten Halbzeit gelingt der Mannschaft von Daniel Meyer in diesem Spiel kein Comeback. In der Tabelle richten sich nach zuletzt zwei Siegen die Blicke wieder nach unten.  

Ohne Plan, ohne Biss, ohne Punkte!

Schon vor der Partie gegen den SV Sandhausen deutete Aue Trainer Daniel Meyer einige Wechsel in der Startelf an. Gleich vier Mann tauschte er in seiner Siegerelf, Wydra, Kvesic, Härtel und Cacutalua sollten die nötige Frische ins Team bringen. Schlüsselspieler und Routinier Christian Tiffert blieb nach nur zwei Tagen Regenerationszeit sogar auf der Tribüne. Nach zuletzt zwei Siegen hätte die Auer Mannschaft vor Selbstvertrauen strotzen müssen. Doch davon war im ersten Durchgang nichts zu sehen, mehr noch, der Gast aus dem Hardtwald gab ohne große Mühen im Erzgebirgsstadion den Ton an. Die Veilchen hingegen offenbarten große Probleme im Spielaufbau und in der Ballbehauptung. Dominik Wydra, der als Sechser die Verbindung zwischen der Abwehr und dem Mittelfeld herstellen sollte, erlebte einen rabenschwarzen Tag. Enorm viele Fehlpässe und Abstimmungsfehler machten den Lila-Weißen zu schaffen. Kaum einen Ball bekamen die Hausherren kontrolliert in die gegnerische Hälfte, verloren bereits in der eigenen Hälfte die Kugel und bauten somit den verunsicherten SV Sandhausen immer weiter auf. Gislason, Schleusener und Wooten vergaben bereits früh Großchancen für den SVS. Einzig die Nachlässigkeit der Kurpfälzer hielt das 0:0. In der 34. Minute schlugen die Gäste dann doch noch zu. Am Ende einer langen Auer Fehlerkette hatte Härtel Gislason auf dem Flügel aus den Augen verloren. Der Isländer fand in der Mitte den US-Amerikaner Wooten, der trocken die Kugel im Auer Kasten unterbrachte. In Duisburg hatte der Rückstand die Veilchen wachgerüttelt, diesmal blieb eine Reaktion aus. Daniel Meyer musste schon in der ersten Halbzeit wechseln und korrigiert einen seiner Aufstellungsfehler. Jan Hochscheidt ersetzte den völlig überforderten Wydra im Mittelfeld.

Im zweiten Durchgang zogen sich Sandhäuser mehr und mehr zurück und mischten Beton an um ihre Führung zu verteidigen. Durch diese Abwehr fanden die Lila-Weißen keinen Weg, zwar bemühten sich die Männer von Daniel Meyer deutlich mehr als noch im ersten Durchgang, Gefahr für das Tor bestand jedoch nicht. Auch zwei offensive Wechsel verpufften und in den Schlussminuten sorgte Schleusener nach einem Konter sogar noch für das zweite Auer Gegentor. Die Niederlage hätte für die Hausherren sogar noch wesentlich höher ausfallen können. Kurz vor seinem Treffer schoss Schleusener noch am leeren Tor vorbei und in der Nachspielzeit traf Paqarada nach einem Freistoß nur das Lattenkreuz. Der FC Erzgebirge Aue verliert hochverdient sein viertes Spiel in dieser Saison und verschenkt drei wertvolle Punkte an den SV Sandhausen.

Zwei Schritte in die falsche Richtung

Schon in Duisburg fehlte den Veilchen der Zug zum Tor und die Kreativität im Angriffsspiel. Ein Kunstschuss von Mario Kvesic sorgte für den glücklichen Sieg an der Wedau. Daniel Meyer versprach vor der Saison das Offensivspiel der Auer anzukurbeln, davon ist bislang sehr wenig zu sehen. Mit der Niederlage gegen Sandhausen verspielen sich die Auer nicht nur die Chance in der Tabelle aus dem Keller zu klettern, sie stärken dabei auch noch einen direkten Konkurrenten. Das Polster auf die Abstiegsränge beträgt nur noch zwei Zähler und mit dem SC Paderborn und Holstein Kiel warten zwei unangenehme Herausforderungen in den kommenden zehn Tagen. Für Daniel Meyer und sein Team gilt es nach diesem schwachen Auftritt und der fünften Pflichtspielniederlage im achten Spiel die richtige Antwort zu finden.

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