Erzgebirge Aue: Noch viele Stufen bis zum Klassenerhalt
Der Frühling kommt ins Erzgebirge und die Veilchen fangen endlich an zu blühen, mit einem 1:0 Erfolg über den direkten Konkurrenten aus Hamburg springen die Veilchen seit langem wieder auf einen Nicht-Abstiegsplatz.
Adlers Traumtor
Zwölfmal trafen der FC Erzgebirge Aue und der FC St. Pauli schon aufeinander, die Hälfte der Spiele gingen an die Veilchen, auch in der Hinrunde holten die Auer einen wichtigen Dreier, die Hansestädter sind ein echter Lieblingsgegner. Doch auch wenn Aue-Trainer Domenico Tedesco es abstritt, die Veilchen standen vor der Partie gehörig unter Druck und waren fast schon zum Siegen verdammt. Aue begann erneut im neuen 3-4-3 System, Tedesco konnte im Vergleich zum Auswärtsspiel in Bochum wieder auf Nicky Adler setzen und brachte den Routinier gleich von Beginn an. Mario Kvesic prüfte als erstes das Gehäuse von St. Paulis Himmelmann nach einem Freistoß, doch der magische Moment der ersten Hälfte gehörte Nicky Adler. In der 22. Minute war der 31-Jährige zur Stelle, ein Querschläger von Aues Dimitrij Nazarov flog durch den Strafraum, Adler reagierte instinktiv, setzte zum Fallrückzieher an und traf ins Schwarze – 1:0. Ein Traumtor, wie schon der Treffer von Pascal Köpke im Hinspiel reif für die Sportschau und das Tor des Monats. St. Pauli fehlten die Mittel durch die Auer Abwehrreihen, auch im zweiten Durchgang schafften es die Gäste nicht den nötigen Druck zu erzeugen. Wie schon im letzten Heimspiel gegen den KSC schafften es die Veilchen die Einschläge fern vom Auer Kasten zu halten. Einzig Schneider brachte die Auer Führung ernsthaft in Gefahr, sein Volley donnerte gegen die Latte. Auch die Veilchen hatte einmal Aluminiumpech, wieder nach einem Freistoß von Kvesic. Am Ende ein verdienter Heimsieg für die Gastgeber, St. Pauli letztendlich zu ungefährlich und die Auer feiern ihren zweiten Heimdreier in Folge. Die Bilanz von Tedesco kann sich sehen lassen, nach drei Spielen hat der Deutsch-Italiener die Veilchen zum ersten Mal seit dem 10. Spieltag aus der roten Zone geführt.
Noch viele Stufen bis zum Klassenerhalt
Step by step, Aue hat sich dem drohenden Abstieg gestellt und unter Domenico Tedesco eine kleine Erfolgsserie gestartet und sich sukzessive aus dem Keller gearbeitet. Die Sechs-Punkte Spiele der letzten Wochen verloren die Veilchen nicht und sind im Abstiegskampf derzeit oben auf. Doch auf die Auer wartet ein beinhartes Restprogramm, schon am Mittwoch geht es nach Köpenick an die Alte Försterei, die Eiserenen spielen um den Aufstieg, auch in der Bundeshauptstadt müssen die Veilchen einen Punkt einfahren. Danach kommen die Löwen ins Erzgebirge, die Veilchen haben nach der hohen Hinrunden-Niederlage noch eine Rechnung mit den 60ern offen, danach geht es zum Club. Noch geht das neue System von Domenico Tedesco voll auf, der Deutsch-Italiener hat die alte Abwehrstärke der Veilchen wiederbelebt, Stabilität und Effizienz bringen den Veilchen den lang ersehnten Erfolg. Die echten Gradmesser kommen noch und werden die Lila-Weißen vor neue Herausforderungen stellen. Bis jetzt rannten die Schützlinge von Tedesco noch keinen Rückstand hinterher. Den Veilchen fehlt es nach wie vor an der Konstanz über 90 Minuten, noch brechen immer wieder die alten Muster im zweiten Durchgang durch, vor allem schaffen es die Auer noch nicht eine Führung auszubauen und mit präzisen Kontern einen Gegner auflaufen zu lassen. Die Veilchen sind auf den richtigen Weg, doch noch stehen viele Prüfungen an, der Sieg über St. Pauli ist nur ein kleiner Schritt.