Erzgebirge Aue: Nullnummer im Sachsenderby

0:0, das mit Spannung erwartete Ostderby zwischen den FC Erzgebirge Aue und Dynamo Dresden endete Unentschieden. Viel Kampf und Krampf boten sich die beiden sächsischen Abstiegskandidaten und beide verpassten die Chance den Klassenerhalt perfekt zu machen. Die Veilchen fahren am letzten Spieltag zum Saisonfinale zum direkten Konkurrenten aus Darmstadt.
Harte Fouls und wenig Torchancen
Die Bedingungen für das wichtigste Sachsenderby im Jahr hätten besser nicht sein können. Zum ersten Mal in dieser Spielzeit war das neue Erzgebirgsstadion restlos ausverkauft und die Anhänger der beiden Erzrivalen aus der DDR-Oberliga sorgten für eine tolle Stimmung. Auf dem Feld übertrug sich dieser Funke jedoch nicht. Aue und Dresden tasteten sich lange ab, gegen zwei sehr tief und kompakt stehende Abwehrreihen sahen die Stürmer beider Teams kaum einen Stich. Hannes Drews schickte eine 5-3-2 Formation auf den Platz, in der Nazarov die beiden Spitzen Bertram und Köpke bedienen sollte. Sören Bertram vergab die beste Möglichkeit für die Hausherren in der 22. Minute, in aussichtsreicher Position. Dynamo kam kaum einmal gefährlich in den Strafraum und Uwe Neuhaus musste in einer hitzigen Partie bereits während der ersten Hälfte Flügelstürmer Berko vom Platz nehmen, der kurz vor dem Platzverweis stand.
Nazarov scheitert an Schwäbe
Der zweite Durchgang begann wie der erste, zäh und zerfahren, schaffte es keine Mannschaft gefährlich vor den Kasten des Keepers zu kommen. Dynamo setzte weiterhin auf hohe, weite Bälle auf die Spitzen Mlapa und Testroet, die beide jedoch kaum in Szene gesetzt werden konnten. Die Auer Abwehrreihe hatte die Lage über weite Strecken im Griff. Die Veilchen übernahmen immer mehr die Partie, hatten mehr Spielanteile, doch echte Gefahr konnten auch sie nicht erzeugen. Es dauerte bis zur 75. Minute, in der ein abgefälschter Kopfball von Dresdens Ballas die Fans im Stadion wachrüttelte. Deutlich mehr im Fokus stand da Schiedsrichter Frank Willenborg, der das Spiel souverän leitete, aber viele Karten stecken ließ. Mit Fabian Kalig und Peniel Mlapa hätte der Referee aus Osnabrück auch zwei Spieler vor dem Abpfiff zum Duschen schicken können. Aue kam nur noch zu einer hundertprozentigen Chance, in der Nachspielzeit hätte Nazarov beinahe das Pulverfass Erzgebirgsstadion zum Explodieren bringen können, doch Schwäbe parierte mit einem schnellen Reflex. Am Ende blieb es beim 0:0 in einer fußballerisch schwachen Partie vergeben die Auer die besseren der wenigen Chancen. Während Kampf, Einsatz und Wille bei den Lila-Weißen gestimmt haben, war die Angst der Mannschaft von Hannes Drews deutlich zu spüren.
Endspiel bei den Lilien
Viermal hatten die Veilchen die Chance den Klassenerhalt einzutüten, ohne einen Sieg aus diesen vier Partien stehen die Erzgebirger mit dem Rücken zur Wand. In Darmstadt sind die Auer zum Siegen verdammt, ein Remis könnte aufgrund des miserablen Torverhältnisses schon den Abstieg bedeuten. Fürth muss in Heidenheim ran, den Ort an dem die Veilchen vor drei Jahren abgestiegen sind. Eintracht Braunschweig fährt an die Ostsee zu den Kieler Störchen, die bereits die Aufstiegsrelegation sicher haben und wohl einige Stammspieler schonen werden. Um wirklich sicher über den Strich zu stehen, muss Lila-Weiß gewinnen. Der SV Darmstadt 98, der mittlerweile wieder von Erfolgscoach Dirk Schuster trainiert wird, ist seit Ende Februar ungeschlagen. Fabian Kalig kassierte gegen Dynamo seine zehnte gelbe Karte, er wird beim Saisonfinale fehlen, wie auch der gesperrte Dennis Kempe. Erneut muss Hannes Drews seinen Kader umbauen und ein gutes Händchen beweisen, um den Abstieg in die 3. Liga zu verhindern.