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Erzgebirge Aue: Nullnummer im Wildpark

Den ersten Teil der Relegation haben die Veilchen bestanden. Im Karlsruher Wildparkstadion trennten sich die Sachsen vom Drittplatzierten der 3. Liga mit 0:0. In einer ereignisarmen aber spannenden Partie setzten die Gäste die leicht besseren Akzente. Eine Vorentscheidung fiel aus, am kommenden Dienstag erwartet die Fans im Erzgebirgsstadion dann der Showdown.

Rizzuto muss verletzt raus

Die Niederlage in Darmstadt schlug hohe Wellen im Lößnitztal. Präsident Helge Leonhardt ging durch alle Instanzen nach den krassen Schiedsrichterfehlentscheidungen von Sören Storks. Der Referee hatte Aue am letzten Spieltag ein Tor und zwei Elfmeter verwehrt, wodurch die Veilchen auf den Relegationsplatz rutschten. Chefcoach Hannes Drews musste seine Mannschaft wiederaufrichten, gegen den KSC stellte er gleich drei Ex-Karlsruher auf den Platz. Dimitrij Nazarov, Pascal Köpke und Dennis Kempe schnürten bereits für die Badener ihre Fußballschuhe. Aue begann nervös in Karlsruhe, gegen das 4-4-2-System der Hausherren suchten die Veilchen lange die richtigen Mittel. Die erste Torchance hatte Thiede der Männel in der 2. Minute prüfte. Der FCE brauchte eine Viertelstunde bis er gefährlich vor das Tor der Karlsruher kam, Dennis Kempe setzte nach einem Freistoß zum Fallrückzieher an, der jedoch knapp am Tor vorbeiging. Der Druck war beiden Teams anzumerken, einen Fehler wollte keiner machen. Bei einem der wenigen Angriffe blieb Calogero Rizzuto in der Hälfte der Karlsruher liegen. Schmerzverzerrt zeigte der Rechtsverteidiger sofort an, dass er ausgewechselt werden muss. Fabian Kalig kam als Ersatz noch vor der Halbzeit für Rizzuto.

Bertram mit den besten Chancen

Ähnlich ereignisarm verlief auch der zweite Durchgang. Aue bekam die Stürmer und das Pressing der Karlsruher immer besser in den Griff. Im Spiel nach vorne konnte nur Sören Bertram Akzente setzen, in der 50. Minute scheitere der Blondschopf jedoch an Keeper Uphoff. Ins Schwitzen geriet Martin Männel nur bei Standards, bei den die Badener auf ihre großen Abwehrrecken setzten. Marvin Pourié verzog in der 61. Minute und ließ einer der ganz seltenen Gelegenheiten der Gastgeber liegen. Karlsruhes Top-Stürmer Fabian Schleusener nahmen die Auer gut aus dem Spiel. Beide Mannschaften setzten weiterhin auf Sicherheit und intensivierten ihr Offensivspiel nicht. Die hitzigste Action ereignete sich dann in der Mitte des Feldes, nach einem Zweikampf gerieten Pourié und Riese aneinander, nach einigen Nickligkeiten setzte Riese dabei seinen Ellenbogen ein. Schiedsrichter Sascha Stegemann schloss sich mit seinen Video-Assistenten kurz und zeigte dem Auer Mittelfeldmann nur die gelbe Karte. Kurz vor dem Ende versuchte es Bertram erneut, doch sein Schuss aus der zweiten Reihe stellte keine Herausforderung für Uphoff dar. So blieb es beim 0:0, in einer chancenarmen Partie hatte der FCE die leicht besseren Möglichkeiten. Einen Sieger hatte das Hinspiel aber nicht verdient.

Trügerisches Ergebnis

Kein Rückstand, jedoch auch kein Auswärtstor, die Veilchen-Kicker fahren mit gemischten Gefühlen zurück in Lößnitztal. Die Entscheidung fällt am kommenden Dienstag im heimischen Erzgebirgsstadion. Vor allem die Auer Abwehr wird erneut gefordert sein, bei einem Gegentor müssten die Veilchen immer einen Treffer mehr als die Badener erzielen. Die Ereignisse der vergangenen Tage haben die Auer gut weggesteckt und auch die Kulisse im Wildpark hat die Mannschaft gemeistert. Offensiv fehlt weiterhin die nötige Durchschlagskraft, Pascal Köpke blieb als Top-Torjäger wie sein Gegenüber Fabian Schleusener unauffällig. Ein 0:0 gab es in den bisherigen 20 Abstiegsrelegationsspielen nur einmal. 2015 trennten sich im Hinspiel der Holstein Kiel und der TSV 1860 München torlos, am Ende behielten die Münchner die Oberhand und verhinderten den Abstieg. Doch während die Kieler sich von dieser Schlappe erholten und nun sogar um den Aufstieg in die 1. Bundesliga spielen, stürzten die Löwen bis in die Regionalliga Bayern ab. Der Fußball ist eben sehr schnelllebig.