• Facebook
  • Twitter

Erzgebirge Aue: Schwacher Start ins neue Fußballjahr

Den Start nach der einmonatigen Winterpause hatten sich die Auer sicher anders vorgestellt. Mit 1:0 gewinnt der 1. FC Magdeburg sein erstes Heimspiel in dieser Saison und darf im Abstiegskampf wieder hoffen, während die Sachsen mit leeren Händen zurück ins Lößnitztal fahren mussten. Neben einer nicht ganz sattelfesten Abwehr enttäuschte vor allem das Auer Mittelfeld, dass die Partie zu keinem Zeitpunkt wirklich im Griff hatte.

Erste Hälfte: Lohkemper bestraft einschlafende Auer

Der verletzungsbedingte Ausfall von Steve Breitkreuz und der Abgang von Innenverteidiger Nicolai Rapp zu Union Berlin hatten eine tiefe Lücke in die Auer Abwehr gerissen. Daniel Meyer musste umbauen, bot gegen den 1. FC Magdeburg mit Cacutalua, Wydra und Kusic eine neue Innenverteidigung auf. Im bekannten 5-3-2-System sollten Testroet und Iyoha für Unruhe und Torgefahr sorgen. Die Veilchen begannen auch sehr druckvoll und zielstrebig und hatten mit Iyoha in der Anfangsphase eine hochkarätige Chance, die Loria im Magdeburger Tor nur noch mit den Fingerspitzen klären konnte. Dieser Kracher sollte jedoch das gefährlichste sein, was die Erzgebirger an diesem Abend auf das Magdeburger Tor brachten. Michael Oenning hatte Aues Testroet ins Visier genommen, der Top-Torjäger wurde mehrfach gedoppelt und so aus dem Spiel genommen. Aue fand keine Lücken mehr und geriet durch das aggressive Pressing der Magdeburger zunehmend in Bedrängnis. Die Hausherren legten ihre Nervosität Mitte der ersten Hälfte ab und intensivierten ihre Offensivbemühungen. Einen von Laprevotte gefährlich abgefälschten Ball konnte Martin Männel gerade noch über die Querlatte lenken. Kurz vor der Pause bestrafte Magdeburg dann die neu aufgestellte Auer Abwehr. Nach einem schlecht geführten Zweikampf von Hochscheidt und Riese kam Beck an den Ball und hatte das Auge für seinen Sturmkollegen Lohkemper. Dieser war der weit aufgerückten Auer Abwehr entgangen und frei durch und überwand Männel ohne Probleme.

Zweite Hälfte: Jöllenbeck nimmt Elfmeter zurück

Die Pause hätten die Veilchen eigentlich nutzen müssen, um an den richtigen Stellschrauben zu drehen. Nach dem Wiederanpfiff plätscherte die Partie aber weiter vor sich hin. Der FCM schaffte es mit einer sehr kompakten Abwehr und einen stark aufspielenden Kirchhoff die Auer vom Strafraum fern zu halten. Das Spiel verlor sich in hart geführten Zweikämpfen im Mittelfeld. Daniel Meyer reagierte in der 62. Minute, nahm seinen Abwehrchef Wydra runter und brachte Stürmer Krüger. Das Umstellen auf das offensivere 4-3-3-System blieb allerdings wirkungslos. In der 75. Spielminute hätte das Spiel dann doch noch einmal kippen können: Schiedsrichter Jöllenbeck zeigte nach einer hart aber fair geführten Grätsche von Kirchhoff an Käuper plötzlich auf den Punkt. Eine Fehlentscheidung, wie die Wiederholung zeigte. Jöllenbecks Assistent schaltete sich ein und der Referee nahm seine Entscheidung wieder zurück. Die Aufregung um den nicht gegebenen Elfmeter setzte bei den Auern noch einmal Kräfte frei, zu einer gefährlichen Torchance reichte das aber auch nicht. Nach einer sehr schwachen und offensiv ideenlosen Vorstellung verlieren die Erzgebirger zum ersten Mal seit Ende November. Der 1. FC Magdeburg feierte hingegen den ersten Sieg unter Michael Oenning und springt in der Tabelle vorerst von den Abstiegsrängen.

Die Kölner kommen!

Das neue Jahr erweckt den Tabellenkeller zum Leben, Magdeburg feiert den ersten Heimsieg und der FC Ingolstadt meldet sich in Fürth zurück. Mit einem üppigen Polster waren die Veilchen in die Winterpause gegangen, ein falsches Gefühl der Sicherheit sollte das einem jedoch nicht geben. Am Sonntag wartet ein weiterer Kracher auf die Sachsen, der 1. FC Köln gastiert im Erzgebirge. Die Mannschaft von Markus Anfang hat die gefährlichste Offensive der gesamten Liga, mit Anthony Modeste wartet zudem ein brandgefährlicher Stürmer mit Erstligaformat auf seine Spielberechtigung. Daniel Meyer muss nach dem schwachen Auftritt seiner Männer in Magdeburg schnell den Reset-Knopf drücken.