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Erzgebirge Aue: Sturm Bénes wütet über die Veilchen

Seit Tagen wird Deutschland von einem Sturmtief nach dem anderen heimgesucht. Auch beim Freitagabendspiel zwischen Holstein Kiel und dem FC Erzgebirge Aue wehte eine steife Brise. Mehr noch als gegen die Witterungsbedingungen kämpften die Veilchen gegen den Sturmlauf von Lászlo Bénes. Dem Slowaken gelangen beim deutlichen 5:1 der Störche zwei Tore und zwei Vorlagen. Bis auf den zwischenzeitlichen Anschlusstreffer hatten die Veilchen wenig entgegenzusetzen.

Erste Hälfte: Kieler Doppelschlag stellt früh die Weichen

Bei typisch norddeutschem Wetter an der Kieler Förde verschliefen die Auer den Start komplett. Nach bereits sieben Minuten gingen die Hausherren durch Honsak in Führung, der eine Freistoßflanke von Bénes an zwei Abwehrspielern vorbei einköpfen konnte. Kaum hatten sich die Auer geschüttelt, schlugen die Kieler wieder zu. Diesmal war es Bénes, der nach einem Lauf durch das Auer Mittelfeld ungestört zum Abschluss kam und die Kugel im kurzen Eck unterbrachte. Die Mannschaft von Daniel Meyer kämpfte nicht nur gegen den Gegenwind, sondern vor allem mit der eigenen Unsicherheit, die allen Spielern in der Anfangsphase deutlich anzusehen war. Die sonst so solide Abwehr hatte große Stabilitätsprobleme und auch das Auer Mittelfeld wirkte gegen das schnelle und direkte Kieler Offensivfußball überfordert. Erst in der 26. Minute sendeten die Sachsen ein Lebenszeichen. Auf der linken Außenbahn fasste sich Kusic ein Herz, der Innenverteidiger setzte zum Sprint an und passte auf Höhe der Grundlinie flach in die Mitte. Die Kieler bekamen die Kugel nicht konsequent geklärt und Jan Hochscheidt platzierte das Leder aus zentraler Position gekonnt im Dreiangel – 2:1. In der Folge schien die Partie zu kippen, Aue erarbeitete sich Chancen, brachte aber keinen Ball mehr direkt auf das gegnerische Tor.

Zweite Hälfte: Kiel feiert Schützenfest

Im zweiten Durchgang hatten die Veilchen Rückenwind, doch gegen Sturm Bénes waren die Auer chancenlos. Nach einem verunglückten Befreiungsschlag von Männel konnten mehrere Auer Abwehrspieler Bénes nicht stoppen und am Abschluss hindern. Die Leihgabe von Borussia Mönchengladbach netzte zielsicher zum 3:1 ein und begrub damit jegliche Auer Hoffnung auf einen Punkt an der Förde. Die Veilchen verteilten Geschenke und ließen im Sturm selbige liegen. Kurz nach dem 3:1 hatte Testroet den erneuten Anschlusstreffer praktisch auf dem Fuß, doch der schwache Abschluss konnte noch von Kiels Reimann abgefangen werden. Im Vergleich zu den Spielen der Vorwochen wirkten die Erzgebirger wie ausgetauscht. Daniel Meyer wechselte und brachte mit Zulechner einen weiteren Stürmer, doch die Tore machte Kiel. In der 75. Minute machte Okugawa nach einem blitzsauberen Konter den Deckel endgültig drauf und kurz vor Schluss traf auch der eingewechselte Seydel zum 5:1-Endstand. Unumstrittener Mann des Tages war Lászlo Bénes, der als Standardschütze und Vollstrecker glänzte und eine echte Bewerbung für die Bundesliga abgab. Für Aue war es eine bittere aber auch in der Höhe mehr als verdiente Niederlage.

Cacutaluas Ausfall schmerzt

In den vergangenen Wochen bewies Chefcoach Daniel Meyer echtes Improvisationsgeschick. Nach den verletzungsbedingten Ausfällen von Dennis Kempe und Steve Breitkreuz und den zusätzlichen Gelbsperren musste die Auer Abwehr wöchentlich neuformiert werden. Einzig Filip Kusic stand in der Rückrunde immer in der Startelf. Trotz der hohen Fluktuation stellten die Erzgebirger vor der Partie in Kiel die Abwehr mit den drittwenigsten Gegentoren der Liga. Die stabile Auer Hintermannschaft war die tragende Säule im Auer Spiel. Der jüngste Ausfall von Malcolm Cacutalua machte sich in Kiel jedoch deutlich bemerkbar. Nicht nur die Lufthoheit, auch die nötige Konsequenz in der Zweikampfführung fehlte in der Abwehr. Cacutalua wird die restliche Saison fehlen, um seinen Ausfall abzufedern zu können, wird Daniel Meyer erneut improvisieren müssen.