Erzgebirge Aue: Veilchen halten den Anschluss

Montagsspiele, in der Bundesliga verpönt, in der 2. Bundesliga einer der wenigen Tage an denen man die ganze Aufmerksamkeit genießen kann. Für die Erzgebirger war das Kellerduell gegen die Spielvereinigung Greuther Fürth das erste Montagsspiel seit dem Wiederaufstieg 2016. Mit 2:1 setzten sich die Lila-Weißen im eisigen Lößnitztal durch und ziehen damit die halbe Liga wieder in den Abstiegskampf. Für einen Sprung in der Tabelle reicht es nicht, doch die Veilchen halten den Anschluss.

Köpke und Cacutalua erzwingen das Glück

Als der Stürmer von Darmstadt 98, Terence Boyd, am Sonntag die Lilien im Duell gegen den 1. FC Nürnberg in Führung brachte, wurden viele Fans im Erzgebirge nervös. Fünf Spiele war man in Aue ungeschlagen und trotzdem rutschten die Veilchen in der Blitztabelle auf den 17. Platz. Nürnberg schaffte noch den Ausgleich, an der Tatsache, dass gegen Fürth ein Sieg hermusste, änderte das aber nichts. Dass mit Dominik Wydra dazu noch der Abwehrchef ausfiel, machte die Sache nicht leichter. Mit der Spielvereinigung Greuther Fürther kam die Mannschaft der Stunde mit vier Siegen aus den letzten fünf Spielen in den Schacht. Hannes Drews beharrte auf seinem System, vertraute auf seinen Routinier, Christian Tiffert, er sollte das Loch in der Abwehr stopfen. Mit Clemens Fandrich und Philipp Riese wurde das Zentrum vor der Abwehr dichtgemacht. Von zähem Defensivgeplänkel war im Auer Spiel von Anfang an aber nichts zu sehen. Mit viel Einsatz suchte die Mannschaft den Weg in den gegnerischen Strafraum, mit einer guten Balance zwischen schnellen und langen Bällen ergaben sich bereits früh die ersten Chancen. In der 9. Minute scheiterte Nazarov frei vor Burchert und Pascal Köpke, der den rechten Flügel bespielte, blieb an Abwehrmann Maloca hängen. Wieder einmal schien das nötige Glück im Abschluss zu fehlen, bis die Spielvereinigung kräftig nachhalf. In der 34. Minute klatschte der Strahl von Nazarov an den Pfosten, Maloca versuchte zu klären, doch seine Abwehr landete in den Beinen von Köpke, der nur noch einschieben brauchte, 1:0. Fürth bekam keinen Fuß in die Auer Tür, lediglich ein Warnschuss von Green flog knapp am Auer Kasten vorbei. Nach der Führung zogen sich die Erzgebirger mehr und mehr zurück und lauerten auf den schnellen Konter und Standards. Kurz vor der Pause klingelte es dann erneut. Wieder hatten die Fürther große Schwierigkeiten einen Eckball zu klären, im Getümmel stand Aue Verteidiger Cacutalua goldrichtig und staubte zum 2:0 ab.

Nareys Anschlusstreffer reicht nicht

In den zweiten 45 Minuten rührten die Veilchen zähen Zement an und hielten die Gäste aus dem Strafraum fern. Das Kleeblatt intensivierte ihre Bemühungen, doch bis auf ein paar Fernschüsse kam dabei wenig herum. Die Hausherren standen tief und kompakt suchten dabei die Entlastung über schnelle Konter über die Flügel. Aue hätte bereits kurz nach dem Wiederanpfiff den Deckel draufmachen müssen. Wieder war es Pascal Köpke, der Ridge Munsy mit einer scharfen Hereingabe von rechts mustergültig in Szene setzte, doch dem Schweizer Munsy versagten drei Meter vor dem Tor die Nerven und die Kugel flog über den Kasten. Und wenn die Nerven nicht flatterten, dann war da noch der Keeper der Fürther, in der 82. Minute hielt Burchert mit einem tollen Reflex gegen Köpke sein Team im Spiel. So kam es, wie es kommen musste, der einzige gefährliche Angriff der Fürther landete bei Narey, der die Flanke von Ernst trocken im Tor unterbrachte. Diese Offensive kam jedoch zu spät, Aue rettete den Sieg über die Zeit und feierte den zweiten Heimsieg in diesem Jahr.

Tollhaus 2. Bundesliga

Mit den drei Punkten hält man im Erzgebirge lediglich den Anschluss zur Konkurrenz, doch die ist zahlreich. Fast die halbe Liga muss aufgrund des Auer Sieges wieder zittern. Selbst der Sechstplatzierte FC Ingolstadt spielt mit 37 Punkten gegen den Abstieg. Sogar Kaiserslautern und Darmstadt haben im Keller noch berechtigte Chancen auf den Klassenerhalt. Die berühmten 40 Punkte werden in diesem Jahr wohl nicht sicher zum Klassenerhalt reichen. Hannes Drews täte gut daran an seinem Stil der vergangenen Wochen festzuhalten. In der kommenden Länderspielpause darf die Konzentration nicht verloren gehen. Mit defensiver Disziplin und offensiven Willen dürften die Auer noch über den Strich springen.

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