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Erzgebirge Aue: Veilchen halten Druck der Konkurrenz stand

Nach fünf sieglosen Spielen hat der FC Erzgebirge Aue wieder einen Dreier einfahren können. Im Lößnitztal siegten die Erzgebirger gegen den VfL Bochum mit 3:2 (2:1). Mann des Tages war wieder einmal Dimitrij Nazarov, der in der letzten Minute vom Punkt noch den Siegtreffer erzielte. In der Tabelle springt der FCE auf Rang 13 und das Ziel Klassenerhalt rückt nach einigen Rückschlägen in der jüngeren Vergangenheit wieder in greifbare Nähe.

Testroet beendet die Torflaute

Der Abstiegskampf in der 2. Bundesliga ist immer für Überraschungen gut. Sandhausen, Magdeburg und Ingolstadt legten am Wochenende vor, auch unter gütiger Mithilfe der Gegner und setzten die Veilchen unter Druck. Nur noch drei Punkte Vorsprung hatten die Sachsen auf den Relegationsplatz und mit dem VfL gastierte ein echter Angstgegner im Erzgebirge. Seit fast sechs Jahren hatte man nicht mehr gegen die Bochumer gewinnen können. Daniel Meyer musste den angeschlagenen Dennis Kempe ersetzen und so feierte Jan Kral sein Startelfdebüt. Im Sturm sollten Testroet und Zulechner für Gefahr sorgen und das neu formierte Sturmduo legte fulminant los. In der 7. Minute kombinierten sich die Auer nach vorne, Testroet legte Zulechner den Ball in den Lauf. Der Österreicher ließ Landsmann Baumgartner im Duell mit einer Drehung stehen und schloss aus gut 20 Metern trocken ab und versenkte die Kugel im Eck – 1:0 für Aue. Es blieb die einzige Aktion des 29-Jährigen, der kurz danach angeschlagen durch Emmanuel Iyoha ersetzt werden musste. Die Führung gab Aue mehr und mehr Selbstvertrauen und Sicherheit. In der 38. Minute unterlief Bochums Tesche unter Druck ein Fehler bei der Annahme und Hochscheidt legte per Hacke auf Testroet ab. Der Top-Torjäger der Auer legte los und hielt aus 25 Metern zentral drauf, der Ball flog Riemann an den Fäusten vorbei und schlug in die Maschen. Ein Bochumer Geschenk, das Testroet nach 455 torlosen Minuten dankend annahm und so seinen 14. Saisontreffer markierte. Aue schien schon auf der Siegerstraße, doch verlor mit der doppelten Führung zunehmend die Balance und auch die Kontrolle in der Abwehr. Kurz vor der Pause schlug der VfL zurück. Pantovic konnte frei von der Grundlinie flanken und Hinterseer köpfte problemlos ein. Die Abwehr der Lila-Weißen machte beim einzigen gefährlichen Angriff der Gäste keine gute Figur.

Nazarov reloaded

Nach dem Seitenwechsel nahmen die Bochumer das Heft des Handels zunehmend in die Hand und drängten Aue in die Defensive. Die Veilchen kamen nur noch in Umschaltsituationen gefährlich vor das Tor, spielten dort aber meist zu ungenau und vergaben gute Gelegenheiten auf die Entscheidung. Der VfL hingegen ging auf das 2:2 und hatte mit Lee und Eisfeld zwei gute Möglichkeiten und belohnte sich nach langem Anlauf in der 76. Minute. Nach einem Seitenwechsel rückten die Veilchen nicht schnell genug nach, völlig frei konnte Bandowski flanken und im Zentrum köpfte Silvère Ganvoula mustergültig ein. Der Ausgleich für die Männer aus dem Ruhrpott. In den Schlussminuten nahm die ohnehin schon turbulente Partie noch einmal Fahrt auf. Aue befreite sich aus dem Griff der Gäste und drängte noch einmal auf das gegnerische Tor. Nach einem Dribbling und einer kurzen Hereingabe von Hochscheidt verpasste der eingewechselte Nazarov noch den Ball. Kurz vor dem Ende der Partie war es Iyoha, der mit einer starken Körpertäuschung und einem Antritt an Hoogland vorbei in den Strafraum abbog. Der Bochumer Innenverteidiger kam nicht mehr hinterher und riss den Auer zu Boden. Schiedsrichter Kempkes zögerte keine Sekunde und zeigte sofort auf den Punkt. Nazarov trat zu seinem bereits achten Elfmeter für die Veilchen an. Kurzer Anlauf und ins rechte Eck, vom Punkt ist der Nationalspieler Aserbaidschans unschlagbar. Es war bereits der zweite Last-Minute-Siegtreffer für Nazarov in dieser Saison. Schiedsrichter Kempkes pfiff die Partie nicht mehr an, der FCE gewann in letzter Minute mit 3:2.

Ausgangslage weiterhin gut aber bedrohlich

Der Dreier katapultiert die Veilchen aus der Schlagdistanz der Magdeburger zurück ins untere Tabellenmittelfeld. Mit sechs Punkten Vorsprung, einem guten Torverhältnis und nur noch drei verbleibenden Spielen erleben die Erzgebirger den Abstiegskampf aus einer fast ungewohnten Perspektive. Schon am kommenden Wochenende könnte der Klassenerhalt gesichert werden. Für die Veilchen geht es zum Jahn nach Regensburg. In der vergangenen Spielzeit konnten die Erzgebirger an der Donau mit 3:1 gewinnen.