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Erzgebirge Aue: Veilchen holen an der Donau den Klassenerhalt

Mit einem 3:1-Auswärtssieg hat sich der FC Erzgebirge Aue frühzeitig aus dem Abstiegskampf verabschiedet und sicherte sich den Klassenerhalt. In einem ereignisreichen Spiel sorgten Pascal Testroet, Dimitrij Nazarov und Philipp Riese für die entscheidenden Tore. Mehr als 2000 Auer feierten nach dem Abpfiff mit der Mannschaft, ein mehr als gelungener Ausflug für die Veilchen.

Hochscheidt und Iyoha lassen gute Chancen liegen

Schon im vergangenen Jahr machten sich zahlreiche FCE-Fans auf den Weg an die Donau und auch in diesem Jahr waren alle Gästekarten restlos vergriffen. Beide Mannschaften legten gleich los und so hatte Jahn-Stürmer Grüttner die erste Chance in der zweiten Minute. Nach dieser übernahm der FC Erzgebirge immer mehr das Ruder, verteidigte kompakt und gut und spielte schnell und zielstrebig nach vorn. Die erste große Möglichkeit hatte Hochscheidt, der eine Rizzuto-Flanke volley nahm, aber zu zentral zielte und an Weis im Jahn-Tor scheiterte. Regensburg wirkte unsortiert und fabrizierte im Spielaufbau immer wieder Fehler, die Aue zwar zu Chancen nutzte, aber nicht vollends verwertete. Aue nicht effektiv genug aber auch im Glück, Schiedsrichter Müller übersah ein klares Foul von Baumgart im Strafraum. Der Jahn hätte einen Elfmeter bekommen müssen.

Aue einfach cleverer

Keine zehn Minuten waren im zweiten Durchgang gespielt, da musste Regensburgs George schon unter die Dusche. Der Offensivmann holte sich binnen weniger Minuten zwei gelbe Karten ab und ließ vor allem beim letzten Foul an Rizzuto Schiedsrichter Müller keine andere Wahl. Aue nun in Überzahl und auch direkt in Front. Der nachfolgende Freistoß kam von Riese in den Strafraum, Breitkreuz köpfte quer zum Tor und Pascal Testroet brauchte nur noch einschieben. Regensburg rüttelte das Tor dann aber endgültig wach. Nur vier Minuten nach dem ersten Tor glich der Jahn auch wieder aus. Die erste und einzige wirkliche Angriffskombination der Hausherren über Grüttner und Adamyan sorgte für den Ausgleich. Adamyan konnte im Strafraum abziehen und abgefälscht von Rizzuto flog der Ball über Männel ins Tor. Regensburg im Angriff effektiv, in der Abwehr aber grob fahrlässig. Nur kurz nach dem Ausgleich passte Saller zurück zum Keeper, übersah Hochscheidt, der dazwischen ging und so vom Torwart gefoult wurde – Elfmeter für Aue! Nazarov stand an der Seitenline zur Einwechslung bereit. Schon im vergangenen Spiel gegen Bochum hatte der Nationalspieler Aserbaidschans Aue vom Punkt zum Sieg geschossen. Nazarov kam ins Spiel, trat an und versenkte die Kugel im linken Eck. 18 Sekunden hatte er gebraucht, das zweitschnellste Tor eines Einwechselspielers in der Ligageschichte. Die zweite Führung an diesem Tag wollten sich die Veilchen dann nicht mehr nehmen lassen und stellten sich besonders tief in die eigene Hälfte. Der Jahn lief mit dem Selbstvertrauen als beste Comeback-Mannschaft der Liga an, doch die Hausherren fanden durch die Auer Abwehr keinen Weg. Immer weiter öffnete SSV-Trainer Beierlorzer seine Abwehr und brachte jeden seiner Stürmer von der Ersatzbank. Aue konterte und machte kurz vor Schluss den Deckel drauf. Über Krüger kam der Ball zu Riese, der überwand Weis und sorgte für den Endstand.

Zwei Bonusspiele für den FC Erzgebirge

Frenetisch wurde der Klassenerhalt von der Mannschaft und den Fans gefeiert. Das zeigt, wie groß nach den letzten Jahren die Erleichterung ist. Vor zwei Jahren zitterten die Auer noch in Düsseldorf am letzten Spieltag, vergangene Saison stürzte man nach dem Skandalspiel in Darmstadt noch in die Relegation, die man gegen den KSC überstand. In dieser Saison rangierten die Erzgebirger nie auf einem direkten Abstiegsplatz. Nach einer Niederlagenserie und dem Erstarken der Mannschaften im Tabellenkeller schien es noch einmal eng zu werden. Mit dem Sieg in Regensburg sind die Veilchen aber rechnerisch durch. Den Urlaubsmodus sollten Daniel Meyer und seine Mannschaft noch nicht einlegen, noch ist in der Tabelle Luft nach oben. So winken nicht nur höhere Fernseheinnahmen, sondern auch ein Platz im Lostopf der Profimannschaft beim kommenden DFB-Pokal. Für die Verantwortlichen beim FCE beginnt zudem die Sommertransferphase. Mit Dominik Wydra, Calogero Rizzuto und Dennis Kempe laufen die Verträge von drei wichtigen Stammspielern aus. Im letzten Heimspiel empfangen die Auer die SpVgg Greuther Fürth, am letzten Spieltag geht es dann ans Böllenfalltor.