Erzgebirge Aue: Veilchen stoppen Abwärtstrend

Es ist vollbracht, der FC Erzgebirge Aue hat sein erstes Pflichtspiel im Jahr 2018 gewonnen und bestand den Charaktertest gegen die direkte Konkurrenz aus Kaiserslautern. Dank einer guten Eckenvariante und der Beharrlichkeit von Neuzugang Ridge Munsy reichte es am Ende zu einem 2:1.

Schneller Start im Abstiegsgipfel

Schon die Gebrüder Grimm wussten, dem Teufel müsse man für sein Glück nur drei goldene Haare klauen. Nun bietet Michael Frontzeck, der neue Trainer der roten Teufel, nicht nur wenig Haupthaar, die Pfälzer sind unter dem ehemaligen Bundesligaprofi auch wieder in der Erfolgsspur. Gleich drei der letzten vier Spiele gewann der FCK und schloss wieder zur Konkurrenz auf. Hannes Drews und sein Auer Team waren gewarnt, doch der Trainer der Veilchen musste seine Elf erneut umstellen. Sören Bertram und Clemens Fandrich fielen verletzungsbedingt aus. Ridge Munsy und Mario Kvesic rückten in die Startelf. Die Partie im eisigen Erzgebirgsstadion brauchte nicht lange um auf Betriebstemperatur zu kommen. Ecke von rechts und die lange Bogenlampe von Christian Tiffert nahm Pascal Köpke direkt, 1:0. Der perfekte Start für die Veilchen, die sich sofort in ihr gewohnt defensives System zurückzogen. Stabilität in der Abwehr und schnelles Umschaltspiel im Sturm, der Spielfilm war auf die Auer zugeschnitten. Lautern lief gegen eine massive Fünferkette an und Dimitrij Nazarov rückte als Stürmer sogar noch ins Mittelfeld. Torchancen waren in der ersten Halbzeit eher Mangelware, nur Munsy prüfte Müller ernsthaft im Lauterer Tor. Die Veilchen warteten stets auf einen Ballverlust um den Ball schnell in die Spitzen zu leiten. Den Pfälzern war ihre Extraschicht unter der Woche in Darmstadt anzumerken, zwar hielten die Spieler von Michael Frontzeck physisch mit, doch die zündenden Ideen fehlten im Angriff, Martin Männel wurde kaum gefordert. Gefahr erzeugten die Gäste nur über Standards.

Munsy bleibt hartnäckig

Im zweiten Durchgang erlebte die Partie wieder einen Schub, die Veilchen konzentrierten ihre Offensivbemühungen auf Munsy. Der Schweizer, der seit seinem Debüt für die Veilchen auf sein zweites Tor im lila Dress wartete, vergab den nächsten Hochkaräter in der 52. Minute. Mit seiner Schnelligkeit und Wucht ergänzte er gut den Auer Sturm. Einen echten Zielspieler vermissten die Veilchen lange Zeit in der Spitze. Auch John Patrick Strauß, der in der Halbzeit ins Spiel kam und auf der Acht neben Christian Tiffert spielte, zeigte welches Potenzial in ihm steckt. Bisher kam der Neuzugang von RB Leipzig über den rechten defensiven Flügel, im zentralen Mittelfeld machte er aber eine ebenso gute Figur. Die roten Teufel suchten lange nach einer Antwort und fanden diese, in der 56. Minute köpfte der Ex-Auer Vucur ein, doch Osawe hatte im Abseits Martin Männel gestört, der Treffer zählte nicht. Der Abseitstreffer rüttelte die Veilchen wieder wach, erneut war es Munsy der bei einem weiteren Konter zu weit links zielte. In der 63. Minute platzte bei Munsy endlich der Knoten. Wieder ließ der Stürmer nach einem perfekten Pass von Tiffert seine Bewacher stehen und brachte dieses Mal die Kugel an Keeper Müller vorbei, 2:0. Es sollte noch nicht die Entscheidung sein, wieder ließen die Auer Vucur bei einer Ecke zu viel Platz und der Kroate nutzte diesen zum Anschlusstreffer. Die roten Teufel hatten Blut geleckt, drängte auf den Ausgleich, doch das Auer Abwehrbollwerk hielt. In den Schlussminuten hätten der eingewechselte Soukou und Wydra den Sieg noch deutlicher machen können, beide scheiterten am exzellent aufgelegten Müller im FCK-Tor. Es blieb beim 2:1, Aue gewinnt durchaus verdient das 6-Punkte-Spiel gegen Kaiserslautern und holt den ersten Heimsieg im neuen Stadion und den ersten Dreier in diesem Fußballjahr.

Noch ein langer Weg

Die drei Punkte hieven die Veilchen etwas aus dem Tabellenkeller, doch auch die direkte Konkurrenz aus Fürth, Bochum und Darmstadt war nicht untätig. Nur ein Punkt trennt die Veilchen vom Relegationsplatz und nun stehen mit dem SV Sandhausen und Union Berlin zwei sehr schwere Auswärtsspiele an. Köpke, Munsy und Co. vergaben eine Vielzahl an Möglichkeiten, Möglichkeiten die in den kommenden Spielen effizienter genutzt werden müssen. Doch die Veilchen haben aus ihrem Formtief vorerst gefunden und holten zuletzt fünf Zähler aus drei Spielen.

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