Erzgebirge Aue: Veilchen verschenken sicher geglaubten Sieg

Zum Abschluss der Hinrunde trennen sich die Veilchen mit einem 2:2 von den Lilien aus Darmstadt. In einer intensiven und kampfbetonten Partie waren die Auer dank eines Doppelpacks von Pascal Testroet auf der Siegerstraße, ehe die Gäste mit einem schnellen Doppelschlag ausglichen. In der Tabelle verpassen die Sachsen somit den großen Sprung ins Tabellenmittelfeld, verlieren aber auch keinen Boden auf die Konkurrenz im Tabellenkeller.
Erste Hälfte: Powerplay vor der Pause bringt nichts ein
Daniel Meyer hatte nach dem furiosen Sieg in Fürth gar keinen Grund für Wechsel in der Startelf. Einzig der verletzte Innenverteidiger Rapp wurde durch Fabian Kalig ersetzt. Im mittlerweile winterlichen Lößnitztal sahen die Zuschauer einen verhaltenen Start beider Teams. Aue brauchte gut 25 Minuten, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Die erste richtige Chance hatte es dann aber in sich. Nach einem langen Schlag von Rizzuto setzte sich Hochscheidt klasse durch und war frei vor Lilien-Keeper Heuer Fernandes. Der Deutsch-Portugiese hielt stark und war auch beim Nachschuss von Testroet zur Stelle. Gegen Ende der ersten Hälfte gewannen die Hausherren mehr und mehr die Oberhand und hätten spätestens vor dem Halbzeitpfiff in Führung gehen müssen. Fandrich fand ebenso wie Testroet im Darmstädter Schlussmann seinen Meister. Die Gäste retteten sich mit dem Pfiff des Schiedsrichters in die Pause.
Zweite Hälfte: Darmstadt steckt nicht auf
Nach dem Seitenwechsel bemühte sich auch die Mannschaft von Dirk Schuster gefährlicher vor das Auer Tor zu kommen. In der 50. Minute scheiterte Dursun nur am Aluminium und während die Lilien noch mit der vergebenen Großchance haderten, konterten die Auer im eigenen Stadion. Kempe leitete stark den Gegenangriff ein und nach einem Doppelpass mit Fandrich war Testroet auf der linken Seite frei durch. Im Strafraum blieb der Auer Goalgetter eiskalt, spielte noch Sulu aus und vollendete ins lange Ecke - 1:0. Die Führung beflügelte die Veilchen, die gegen jetzt unsortierte und angeschlagene Darmstädter das zweite Tor forcierten. In der 64. Minute belohnte man sich dann ein zweites Mal. Wieder war es Florian Krüger, der in den letzten Wochen schon hervorragend mit Testroet harmonierte. Der 19-Jährige setzte sich stark auf rechts durch und seine scharfe Flanke fand am langen Pfosten Testroet, der nur den Ball über die Linie drücken musste - 2:0. Die Messe schien gelesen und Darmstadt schien keinen Weg an der Auer Defensive vorbei zu finden. Mehr als glücklich fiel der Anschlusstreffer der Lilien, nach einem Durcheinander im Strafraum flankte Medojevic ins Zentrum. Männel wischte den Ball aus dem Gefahrenbereich aber genau vor die Füße von Höhn, der abstauben konnte. Das Lebenszeichen der Gäste schockte die Veilchen sichtlich. Nur zwei Minuten später kamen die Lilien erneut über die offene linke Seite, Holland flankte in die Mitte, wo Mehlem den Ball annahm und trocken ins kurze Eck verwandelte - 2:2. Der Doppelschlag knockte die Auer an, doch sie fielen nicht. Darmstadt drängte bis zur letzten Minute auf den Siegtreffer, ein weiteres Tor gelang aber keiner Mannschaft. Eine unter dem Strich verdiente Punkteteilung der beiden Tabellennachbarn.
Ostduell zum Jahresabschluss
Eine Zwei-Tore-Führung gaben die Veilchen zuletzt vor vier Jahren aus der Hand. Zum Ende einer turbulenten Hinrunde belegen die Sachsen den 12. Tabellenplatz und haben mit 19 Punkten einen komfortablen Vorsprung auf die Mannschaften im Keller. Auch wenn die Veilchen und Trainer Daniel Meyer nach der verlorenen Führung gegen Darmstadt hadern, seit 2011 standen die Erzgebirger nicht mehr so gut nach einer Hinrunde da. Das ausführliche Fazit zur Auer Hinrunde bekommt Ihr diese Woche auf liga2-online.de. Einen Pflichttermin haben die Sachsen in diesem Jahr aber noch vor der Brust. Zum Start der Rückrunde gastieren die noch ungeschlagenen Unioner im Erzgebirge. Für Martin Männel und seine Mitspieler die Chance sich für die Niederlage zum Anfang der Saison zu revanchieren und die Möglichkeit vor der Winterpause das Polster auf den Tabellenkeller zu vergrößern.