Erzgebirge Aue: Veilchen zeigen alte Tugenden
1:1 – Mit einer höchst engagierten und kämpferischen Leistung holen sich die Veilchen einen Punkt aus Niedersachen. In einer turbulenten und spannenden Zweitligapartie rannten die Veilchen lange Zeit einen Rückstand hinterher, doch Pavel Dotchev bewies ein gutes Händchen und Dimitrij Nazarov sorgte als Einwechselspieler für den Ausgleich. Auch wenn der Zähler zu wenig ist, um von den Abstiegsrängen zu springen, Aue zeigte die alten Tugenden und ist bereit für das Sachsenderby.
Frühes Gegentor bringt Aue nicht aus der Bahn
Die Hamburger Straße ist für den FC Erzgebirge Aue kein gutes Pflaster, erst einmal gewannen die Veilchen in Braunschweig und dieser Erfolg liegt schon über zehn Jahre zurück. Aue-Coach Pavel Dotchev stellte erneut seine Mannschaft um und brachte mit Nicky Adler und Simon Skarlatidis zwei neue Flügelspieler, mit einem 4-1-4-1 sollte erneut die Null gehalten werden. Doch der defensiv ausgerichtete Matchplan wurde schon nach zehn Minuten von den Braunschweigern über den Haufen geworfen. Zwar attackierten die Sachsen die Hausherren früh und versuchten schon tief in der gegnerischen Hälfte an den Ball zu kommen, doch der BTSV überspielte die aufgerückte Auer Flanke und die flache Hereingabe von Ken Reichel konnte Phil Ofosu-Ayeh ohne Probleme über die Linie drücken. Doch Aue fiel nicht auseinander wie in der Hinrunde, sondern stemmte sich gegen den Rückstand. In einer sehr kampfbetonten und rauen ersten Hälfte konnten sich beide Mannschaften kaum Chancen erarbeiten doch Aue nahm mehr und mehr das Heft in die Hand und hielt Braunschweig so vom eigenen Tor fern. Offensiv fanden die Auer jedoch keine Mittel, zu sicher war die Braunschweiger Raumdeckung, auch die Standards brachten keine Gefahr.
Dotchevs glückliches Händchen
Der zweite Durchgang begann mit einem Doppelwechsel, Dotchev brachte Dimitrij Nazarov und Fabio Kaufmann für die bis dahin völlig enttäuschenden Nicky Adler und Clemens Fandrich. Der Spielertausch zahlte sich voll aus, Aue bekam nun die Räume und Chancen. Pascal Köpke und Nazarov hatten die ersten Großchancen, in der 55. Minute war es dann soweit, Schiedsrichter Lasse Koslowski zeigte auf den Punkt, nachdem sich Ofosu-Ayeh in den Schuss von Nazarov geworfen hatte – Handelfmeter! Und der Nationalspieler Aserbaidschans übernahm die Verantwortung und verwandelte sicher, ein verdienter Ausgleich. Die Partie nahm mit dem Treffer der Auer richtig Fahrt auf, weil auch die Eintracht aus ihren Tiefschlaf aufwachte und immer wieder über Onel Hernandez Druck machte. Die dicksten Möglichkeiten vergaben Nyman und Reichel, Aue verlor ein wenig den Faden. Doch die Veilchen bissen sich nach kurzer Schwächephase erneut zurück und knickten nicht wieder ein. Der eingewechselte Albert Bunjaku hätte die Partie beinahe noch gedreht, beide Chancen verfehlten in der Schlussphase den Braunschweiger Kasten nur knapp. Bester Mann auf dem grünen Geläuf war Louis Samson, der 21-Jährige kurbelte offensiv wie defensiv das Auer Spiel an, warf sich in jeden Zweikampf und sorgte mit einigen schlauen Pässe für viel Gefahr. Insbesondere die Einwechselspieler brachten den Veilchen neuen Schwung, Pavel Dotchev bewies ein gutes Händchen in der 2. Halbzeit.
Wille und Herzblut
Pavel Dotchev hat den Fußball im Erzgebirge verändert, doch allein mit spielerischer Überlegenheit holten sich die Veilchen nicht die nötigen Punkte in dieser Saison. Abstiegskampf lebt vom Einsatz, vom Kampfgeist und der Körpersprache, das Team hat die alten Wismut Tugenden wiederentdeckt und einen wichtigen Punkt nach Hause gebracht. Zweifelsohne schaffen es die Veilchen immer noch nicht all ihre Möglichkeiten voll auszuschöpfen, insbesondere bei den Standards erzeugen die Lila-Weißen keine Gefahr. Pavel Dotchev muss es schaffen diesen Spirit zu konservieren und die Mannschaft ähnlich entfesselt ins Sachsenderby zu schicken. Die Veilchen müssen konstanter und effizienter werden, vor allem da in den kommenden Wochen alle entscheidenden Spiele um den Klassenerhalt anstehen.