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Erzgebirge Aue: Vorsicht vor dem KSC!

Die Wut im Lößnitztal ist groß, der FC Erzgebirge Aue rutscht dank mehrerer Schiedsrichterfehlentscheidungen am letzten Spieltag der Saison noch auf den Relegationsplatz. Manipulationsvorwürfe werden laut, die Veilchen legten Einspruch ein, doch der Blick für das Wesentliche scheint den Auern gerade zu fehlen. Schon am Freitag steigt das Hinspiel der Relegation in Karlsruhe, nur darauf sollte der Fokus liegen.

Ein gefährlicher Gegner

Ein klares Tor und zwei Elfmeter sah der junge, unerfahrene Bundesligaschiedsrichter Sören Storks nicht. Aue verlor am Böllenfalltor eine Partie, die niemals hätte verloren gehen dürfen. Die Wellen schlugen nach dem Spiel hoch, die Auer echauffierten sich und legten gegen die Spielwertung Einspruch ein, ohne Erfolg. Doch drei Tage nach dem Skandalspiel müssen die Beteiligten und Fans einen Haken hinter die Geschichte machen, der KSC wartet und der hat es in sich. Bei 69 Punkte und nur 29 Gegentore sollten die Veilchen hellhörig werden, der Karlsruher Sportclub hat eine fast identische Drittligasaison wie die Erzgebirger vor zwei Jahren hingelegt. Mit eiserner Defensive und einen Leihstürmer kämpften sich die Badener nach einem verkorksten Saisonstart in der Rückrunde noch auf Platz 3. Im Abwehrzentrum stehen mit David Pisot und Daniel Gordon zwei erfahrene und zweikampfstarke Innenverteidiger in den Reihen der Karlsruher. In der Spitze ruhen die Hoffnungen auf Fabian Schleusener, die Leihgabe aus Freiburg ist mit 17 Toren der mit Abstand erfolgreichste Stürmer des KSC in der 3. Liga. Ebenfalls nicht zu unterschätzen ist Marvin Pourié, der Winterneuzugang brauchte Zeit sich zu akklimatisieren, traf zuletzt aber dreimal in vier Spielen. Im oft gewählten 4-4-2-System dürfte das Sturmduo am kommenden Freitag also Pourié und Schleusener lauten. Keine einfache Aufgabe für die nicht immer sattelfeste Fünferkette der Auer. Zudem ist der Drittligist eine absolute Heimmacht, ein einziges Spiel ging im altehrwürdigen Wildpark verloren, lediglich neun Gegentore ließ man zu. Regisseur des badischen Erfolgs ist Cheftrainer Alois Schwartz, der sich in der 2. Liga bereits bestens auskennt. Als Spieler und Trainer war der 51-Jährige über 250-mal im deutschen Unterhaus im Einsatz, er trainierte den SV Sandhausen und den 1. FC Nürnberg. Zwei Punkte holte Schwartz im Schnitt pro Spiel, eine Quote, die in der 3. Liga praktisch immer zum Aufstieg reicht. Der FC Erzgebirge Aue täte gut daran das Gründungsmitglied der Bundesliga nicht zu unterschätzen.

Im Sturm klemmt es wieder!

Eine Frage muss sich Hannes Drews trotz all der unglücklichen Fehlentscheidungen der Referees in den letzten Wochen gefallen lassen: Warum sitzt mit Dominik Wydra der etatmäßige Abwehrchef auf der Bank? Nicht dass sein Ersatz Christian Tiffert keinen guten Job gemacht hätte, ganz im Gegenteil, doch die Lücke, die der Routinier im Mittelfeld auf seinem angestammten Platz hinterlassen hat, konnte nicht wirklich geschlossen werden. Pascal Köpke und Sören Bertram brauchen Raum und präzise Bälle, beide Stürmer erzielten nur ein einziges Tor in den letzten sechs Spielen. Schon die ganze Saison hadern die Veilchen mit ihrer Chancenverwertung. Gegen die defensiv starken Karlsruher werden Präzision, Durchschlagskraft und auch eine gewisse Portion Kreativität gefragt sein. Zudem muss es Hannes Drews schaffen nach dem aufwühlenden Wochenende seine Jungs neu zu motivieren und perfekt auf den Gegner einzustellen. Im Karlsruher Wildpark wäre ein Unentschieden schon eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel. Wie auch in den europäischen Wettbewerben könnte ein Auswärtstreffer Gold wert sein. Eine positive Nachricht gibt es für die Auer aber doch noch, mit Fabian Kalig und Dennis Kempe kehren zwei zuletzt gesperrte Kicker wieder zurück in den Kader. Vor allem für Kempe dürfte es hoch emotional werden, sechs Jahre lang schnürte er für den KSC die Fußballschule. Nach dem Abstieg im letzten Jahr schloss er sich den Veilchen an und kann nun den Abstieg gegen seinen Ex-Club verhindern.