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Erzgebirge Aue: Zeit das Trainerkarussell zu stoppen!

Der Neue ist da, Daniel Meyer wird der neue Cheftrainer beim FC Erzgebirge Aue. Der 38-Jährige wechselt von der U19 und dem Nachwuchsleistungszentrum des 1. FC Köln zu den Veilchen und ist damit in Aue der fünfte Übungsleiter in den vergangenen anderthalb Jahren. Darf man bei so einer hohen Fluktuation jetzt schon nach dem nächsten Trainer suchen? Auf keinen Fall! Ein Kommentar.

Trainerstuhl zwischen Sprungbrett und Schleudersitz

In der kommenden Saison erwarten die Veilchen einen prähistorischen Gast im Lößnitztal. Der Dino, der HSV, ist im Sommer nach 55 Jahren aus der Bundesliga abgestiegen und gastiert jetzt unter anderem auch beim FC Erzgebirge Aue. Und so unterschiedlich Aue und der Hamburger SV auch sein mögen, sie haben eine kuriose Gemeinsamkeit. Beide sind Spitzenreiter in puncto Trainerwechsel, seit 2012 waren in beiden Clubs acht verschiedene Übungsleiter am Ruder. Mit dem Rücktritt von Hannes Drews und der Verpflichtung von Daniel Meyer sind die Veilchen sogar mit neun Trainern an den Hanseaten vorbeigezogen. Wie beim HSV schaffte in Aue kein Trainer dauerhaft den Sprung aus dem Tabellenkeller ins gesicherte Mittelfeld. Im Gegensatz zu den Rothosen reichte den Veilchen der Klassenerhalt, doch auf diesem Weg strichen viele Trainer die Segel. Die Feuerwehrmänner Baumann, Götz und Stipic hatten nur ein Jahresabo. Pavel Dotchev trat nach nur anderthalb Spielzeiten ebenfalls zurück. Im vergangenen Jahr drehte sich das Trainerkarussell im Lößnitztal sogar noch schneller. Domenico Tedesco schaffte noch den Klassenerhalt und bewarb sich damit gleich für höhere Aufgaben. Sein Ersatz Thomas Letsch floppte und wurde bereits nach drei Pflichtspielen wieder entlassen. Mit Hannes Drews fremdelten die Auer Fans dann sogar, der Funke schien einfach nicht überzuspringen und als er dann endlich sprang, trat Drews zurück.

Die Sehnsucht nach Beständigkeit

Viel turbulenter hätten die vergangenen zwei Jahre beim FC Erzgebirge Aue gar nicht sein können. Auf und neben dem Platz pendelte das Stimmungsparameter und in diesem Sommer steht man wieder vor einem Neuanfang. Aue möchte ein Ausbildungsverein sein, talentierte Spieler sollen ins Erzgebirge gelockt werden. Doch auf der wichtigsten sportlichen Position eines Fußballvereins bedarf es jetzt einer gewissen Kontinuität. Im Lößnitztal sind alle Gegebenheiten da, ein modernes Stadion und Nachwuchsleistungszentrum, eine gefestigte Mannschaft und eine fußballbegeisterte Region. Präsident Helge Leonhardt möchte wachsen, etwas in Aue aufbauen, er gibt sich nicht nur mit dem Klassenerhalt zufrieden. Daniel Meyer soll die Zukunft sein und ihn erwartet eine schwere erste Prüfung. Denn auch wenn sein Präsident ihn die Rückdeckung gibt, in Aue schwingt mittlerweile ein gewisses Maß an Skepsis bei jedem neuen Trainer mit. Hingabe, Leidenschaft und auch endlich wieder sportliche Sicherheit, das wünschen sich die Fußballfans im Lößnitztal. Seit 2012 schwimmt der FCE in der 2. Liga nur knapp über dem Abstiegsstrich und musste in diesem Jahr sogar in die Relegation. Keine guten Rahmenbedingungen für eine kontinuierliche sportliche Entwicklung. In der schnelllebigen Fußballwelt ist Beständigkeit ein hohes Gut, welches nicht nur auf Erfolg, sondern auch auf Vertrauen und Zusammenhalt fußt. Aue steht vor einer schweren langen Saison, wie in der Relegation benötigen die Mannschaft und der neue Trainer den Rückhalt ihrer Fans.