"Es geht darum, kühlen Kopf zu bewahren": HSV-Trainer Walter freut sich auf "Big-Point-Spiel"
Der Hamburger Sportverein steht sechs Spieltage vor Saisonende vor einem wegweisendem Duell: Ausgerechnet gegen den Stadtrivalen FC St. Pauli (Freitag, 18:30 Uhr) möchte der HSV eine Duftmarke im Aufstiegsrennen setzen und einen großen Schritt in Richtung Bundesliga-Rückkehr machen. Vor dem Spiel redete HSV-Trainer Tim Walter die Partie zwar nicht klein, versuchte aber dennoch die Emotionen nicht überkochen zu lassen.
"Im Hinblick auf die Tabelle gibt es drei Punkte"
Lediglich eines der vergangenen fünf Ligaspiele gewonnen, gegen den Gegner aus St. Pauli nur zwei von neun Zweitligapartien erfolgreich bestritten. Zudem der Druck, dass der Stadtkonkurrent mit einem Auswärtssieg bis auf drei Punkte heranrücken könnte. Die Vorzeichen für den Hamburger Sportverein könnten vor dem Stadtderby durchaus besser sein. Dennoch freut sich Tim Walter außerordentlich auf das anstehende Duell. Für den 47-Jährigen ist es das erste Derby dieser Art im mit 57.000 Zuschauern ausverkauften Volksparkstadion. "Es ist etwas Besonderes – ganz klar", machte der Fußballlehrer in der Pressekonferenz vor dem Spiel klar.
Dennoch oder gerade deswegen machte Walter allerdings deutlich, dass aufgrund dessen nicht automatisch besondere Maßnahmen getroffen werden: "Es geht darum, kühlen Kopf zu bewahren – das ist besonders genug an solch einem Tag." Der HSV-Coach stellte klar: "Wenn man es rein faktisch nimmt, dann gibt es im Hinblick auf die Tabelle drei Punkte." Zudem betonte er, dass nach dem Spieltag alle Mannschaften noch fünf Begegnungen vor sich hätten und erst am 34. Spieltag abgerechnet werden würde. Gleichwohl sei die Partie aufgrund des Rahmens ein "Big-Point-Spiel". Dabei würden insbesondere Emotionen, Energie und Leidenschaft eine Rolle spielen.
"Das Wichtigste ist, dass wir immer bei uns bleiben"
Dabei sollen auch die Fans von Beginn an mit ins Boot geholt werden. Überhaupt zeigte sich Walter begeistert von den Anhängern, die mehr denn je zu dem HSV halten. "Ich finde es toll, was hier entstanden ist – mit welcher Begeisterung und Leidenschaft die Menschen uns begegnen. Wir spüren, dass wir die Euphorie, die hier auch intern im Club herrscht, auf die Zuschauer übertragen können", sagte Walter.
Der spektakelfreudige Trainer betonte vor allem mit Hinblick auf die Kulisse, dass es "sicher eines der schönsten Spiele" sei. Doch gerade aufgrund der äußeren Umstände gelte es mehr denn je: "Das Wichtigste ist, dass wir immer bei uns bleiben. Wir dürfen nicht denken, dass wir etwas Besonderes machen müssen, nur weil es alle erwarten. Wir müssen unser Ding durchziehen." Genau diese Spielweise habe seine Mannschaft auf den derzeitigen dritten Tabellenplatz gebracht, mit der zu diesem Zeitpunkt punktetechnisch besten Zweitligasaison des HSV.