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"Es hat nicht sollen sein": KSV-Ernüchterung nach verpasstem Aufstieg

IMAGO / MIS

Holstein Kiel unterlag im Rückspiel der Relegation dem 1. FC Köln mit 1:5 und muss somit auch in der kommenden Saison in der 2. Bundesliga verbleiben – obwohl das Hinspiel noch gewonnen werden konnte. Entsprechend enttäuscht zeigten sich die Störche nach dem Verpassen des ersten Bundesliga-Aufstiegs – auch wenn die verpasste Chance bereits in den vorherigen Spielen ausgemacht wurde.

Shoot-Out

Ein 1:0-Sieg aus dem Hinspiel sowie knapp 2350 eigene Fans im Rücken: Die Ausgangslage hätte für die KSV besser kaum sein können. Doch nach einer mehr als turbulenten Anfangsphase war die komfortable Ausgangslage schnell dahin. Keine drei Zeigerumdrehungen waren komplett, als Ex-Nationalspieler Jonas Hector den Bundesligisten in Führung brachte (3.). Auch die postwendende Antwort von Lee (4.) war nach einem schnellen Doppelschlag von Andersson (6. /13.) prompt wieder dahin. 1:3 und mit dem Rücken zur Wand nach der Anfangsviertelstunde. "Von Anfang an war das wild. Dann ist auch jeder Ball am Anfang einfach drin.", zeigte sich Fin Bartes resigniert am Mikrofon von "DAZN" nach dem Schlusspfiff.

Auch die Tatsache der anwesenden Fans habe hierbei eine Rolle gespielt, wie Bartels analysierte: "Vielleicht wollten wir auch etwas zu viel, die Zuschauer waren wieder da und dann war es auch nicht das Spiel, was wir wollten." Vor allem "die Ruhe am Ball" sei nicht da gewesen, wie er betonte, obwohl dies eigentlich das Ziel war. Der FC stellt abschließend vor der Pause noch auf 1:4 (39.) und sorgte für die Vorentscheidung. Auch in der zweiten Halbzeit sollten die Störche keinen Fuß mehr auf den Boden bekommen und sogar noch das finale 1:5 kassieren (84.).

"Drei Endspiele nicht genutzt"

Dass diese herbe Niederlage alleinig für die verpasste erste Bundesligasaison stehen sollte, war den Beteiligten indes zu leicht. Viel eher waren es die Niederlagen gegen Darmstadt und Karlsruhe. "Wir haben die drei Endspiele nicht genutzt und zu viele Gegentore kassiert", musste Alexander Mühling feststellen. Und auch Trainer Werner attestierte seinem Team "seit dem Hannover-Heimspiel auf der letzten Rille" gelaufen zu sein – natürlich bedingt durch die zwei Quarantänen, die die Kieler durchstehen mussten.

Zwar war allen die Enttäuschung anzumerken, dass "in der entscheidenden Phase die letzten Prozente gefehlt" haben, wie Mühling zugab, und dass die KSV am Ende "unter dem Strich chancenlos" gewesen sei, wie Werner eingestand, dennoch wollte der Übungsleiter, dass sein Team "stolz sein kann". So haben die Kieler "die beste Saison der Vereinsgeschichte gespielt" und mit lediglich acht Niederlagen sogar eine weniger als Meister Bochum kassiert. Seit Wiedereinführung der Relegation haben mit neun von 13 Klubs 77 Prozent der Bundesliga-16. die Klasse gehalten. "Ich kann keinem meiner Jungs einen Vorwurf machen", resümierte Werner abschließend nun freute sich nun auf den kommenden Urlaub. Danach werden die Störche vermutlich ein weiteres Mal angreifen wollen.