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"Falsch abgebogen": Jahn Regensburg erlebt Heimdebakel

IMAGO / Sascha Janne

Irgendwann musste es ja passieren. Nach 48 Jahren verlor der SSV Jahn Regensburg zum ersten Mal ein Heimspiel gegen den Karlsruher SC. Und es wurde gleich ein Debakel. Die Jahn-Elf verlor das Spiel gegen die Badener mit 0:6.

Regensburg "immer einen Schritt zu langsam"

Dass Regensburg in der 2. Bundesliga hin und wieder Spiele verliert, dürfte jedem Jahn-Sympathisanten  von Vornherein klar gewesen zu sein. Doch an eine Klatsche in dieser Form hätte wohl niemand im Entferntesten geglaubt. Auch Benedikt Gimber verschlug es nach Schlusspfiff ein wenig die Sprache. "Das Spiel ist schwierig zu erklären. Wir sind sehr stabil aufgetreten im bisherigen Saisonverlauf. Deshalb konnte man nicht damit rechnen, dass wir heute phasenweise so auseinanderfallen." Von der ersten bis zur letzten Minute sei seine Mannschaft "zu schläfrig" gewesen, "immer einen Schritt langsamer".

Trainer Mersad Selimbegovic wusste gar nicht, über welches Gegentor er er sich mehr ärgern sollte. Immerhin war er auf der anschließenden Pressekonferenz zu einer sachlichen Analyse fähig: "Wir sind nicht so gut ins Spiel gekommen. Direkt zu Beginn fangen wir einen Freistoß, der einfach gut geschossen war. Daraus resultiert eine Ecke und es steht 0:1." Im Anschluss sei sein Team "falsch abgebogen". Das 2:0 durch Paul Nebel (14.) folgte unmittelbar auf dem Fuß.  Besonders aber störte Selimbegovic sich am Verhalten vor dem vorentscheidenden 0:3 durch Jerome Gondorf in der 43. Minute.  "In der Szene klären wir nicht sauber. Das war sinnbildlich für das, was wir in der ersten Hälfte gespielt haben – unsauber und nicht konsequent." Nach 48. Minuten stand es bereits 0:4 und das Spiel war endgültig gelaufen. Dem KSC gelang alles, der SSV leistete keine Gegenwehr. Sarkastisch formuliert könnte man sagen: Die Jahn-Spieler hatten zumindest am Samstag die besten Zuschauerplätze.

"Totalausfall der gesamten Truppe"

Stürmer Aygün Yildrim sparte nicht mit Kritik: "Bereits zur Halbzeit liegen wir 0:3 zurück, gefühlt war jeder Schuss vom KSC drin. Das war heute ein Totalausfall der ganzen Truppe". In den kommenden Tagen werde sich die Mannschaft "hinsetzen und analysieren, wo die Fehler waren". Das Spiel müsse das Team "abhaken, so schnell wie möglich vergessen und aus den Fehlern lernen". Gut möglich, dass der ein oder andere den Jahn schon weiter gesehen hat, als er ist. Das Team muss nun aufpassen, nach dem guten Saisonstart mit 7 Punkten aus drei Spielen nicht in ein negatives Fahrwasser zu geraten.

Die kommende Partie dürfte jedoch für die Ostbayern ein echtes Brett werden. Am Freitag um 18.30 Uhr gastiert der SSV nämlich bei den ambitionierten Fortunen aus Düsseldorf, die unter Trainer Daniel Thioune saisonübergreifend noch kein Heimspiel verloren haben.