Fandrich und Tiffert: Aues Mittelfeld-Tandem
Mit dem ersten Sieg der Saison sprangen die Veilchen am vergangenen Spieltag auf Rang zehn. Endlich glänzten die Auer Stürmer und auch die Abwehr stabilisierte sich, im Vergleich zum wackeligen Saisonstart. Doch Extralob dürfte es vor allem für die zwei Männer im Mittelfeld gegeben haben, Christian Tiffert und Clemens Fandrich.
Fandrich wie ein Neuzugang
Seine Rückkehr ins Erzgebirge hatte sich Clemens Fandrich im vergangen Jahr sicherlich anders vorgestellt. Bereits in der Abstiegssaison spielte „Fanne“ ein halbes Jahr leihweise in Aue, den Gang in die 3. Liga ging er nicht mit und wechselte in die Schweiz zum FC Luzern. In der Saison 2016/17 kam Fandrich zurück, doch er brachte es nur auf 19 Einsätze für die Veilchen, einen Stammplatz oder eine feste Position konnte sich der gebürtige Berliner dabei nicht erspielen. Die Position neben Taktgeber und Routinier Christian Tiffert füllten andere Spieler aus. Umso erstaunlicher war der Wandel Fandrichs in den ersten Spielen der neuen Saison, aus der Startelf ist der 26-Jährige nicht mehr wegzudenken. „Fanne“ spielt viel dominanter, mit Übersicht und mit vollen Einsatz, defensiv wie offensiv bindet sich Fandrich ein. Das sagen auch die Zahlen, mehr gewonnene Zweikämpfe, fast doppelt so viele Ballkontakte und angekommene Pässe pro Spiel im Vergleich zum Vorjahr. Mit seinem starken Ballgewinn im Spiel gegen Nürnberg bereitete er den zweiten Treffer maßgeblich mit vor. Auch Christian Tiffert zeigte zu Beginn seiner letzten Profisaison wie viel Sprit der Oldie noch im Tank hat, nach wie vor gibt der Routinier den Ton im Auer Spiel an. Dank seines starken Mittelfeldpartners kann sich Tiffert auch mehr Freiheiten erlauben und lässt sich öfters im Spielaufbau auf die Außen fallen. Fandrich und Tiffert, das zentrale Mittefeld im Lößnitztal hat sich gefunden und im 5-2-3 System hängt der Erfolg entscheidend von Beiden ab. Sie müssen die Bälle verteilen, sie müssen die Balance im Spiel halten. Gegen den Club aus Nürnberg funktionierte alles, nach der Länderspielpause wartet jedoch schon der nächste dicke Brocken, dann geht es für die Veilchen gegen den FC Ingolstadt.
Vereinsführung vertraut der zusammengestellten Mannschaft
Während am Deadline Day auch in der 2. Liga noch einige Transfers über die Bühne gingen, blieb es im Erzgebirge erwartungsgemäß ruhig, es ging zum Testspiel nach Wolfsburg, welches die Veilchen mit 0:3 verloren. Unter der Woche hatten die bereits aussortierten Simon Handle und Fabio Kaufmann den Verein verlassen, ein neuer Verein für Mirnes Pepic fand sich indes nicht. Ein Back-up Stürmer für Pascal Köpke wurde ebenfalls nicht verpflichtet, eine Leihe mit einem Bundesligatalent zerschlug sich zweimal im letzten Moment. Zwar vertraut Präsident Helge Leonhardt seiner Mannschaft, doch die Saison ist noch jung, Sperren und Verletzungen könnten für die Erzgebirger noch zum Problem werden. Zweifelsohne haben auch die vergangen turbulenten Wochen die Kaderplanung erschwert. Einen Sportdirektor, der sich hauptamtlich um die Kaderplanung kümmert, gibt es im Erzgebirge nicht.